Gottes Gerechtigkeit

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Pluto
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Gottes Gerechtigkeit

Beitragvon Pluto » Mi 28. Mai 2014, 23:55

Was versteht ihr unter dem Begriff "Gottes Gerechtigkeit"?
Wie wirkt sie sich auf uns aus?
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

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closs
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Re: Gottes Gerechtigkeit

Beitragvon closs » Do 29. Mai 2014, 00:18

Pluto hat geschrieben:Was versteht ihr unter dem Begriff "Gottes Gerechtigkeit"?
In urtextnaher Version und in geistig schlüssiger Version ist das, was man (missverständlich) mit "Gerechtigkeit" übersetzt sieht, nicht-Hin-"Richten", sondern Aus-"Richten" - oder wie das AT sagt: "Bewahrheiten".

So wie ein Arzt den gebrochenen Knochen "richtet". In dieser Version ist das "Richten" kein Gegenpol zum Satz "Gott ist die Liebe", sondern ein Werkzeug zu Gott/zur Liebe hin.

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Vitella
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Re: Gottes Gerechtigkeit

Beitragvon Vitella » Do 29. Mai 2014, 09:14

1 Tim. 2,4..Gott, unserm Heiland, 4 welcher will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Ist dann die Frage offen was hier mit "Wahrheit" gemeint ist..!

Pluto hat geschrieben:Was versteht ihr unter dem Begriff "Gottes Gerechtigkeit"?


ich denke, sie ist vorallem geistig gemeint, da ja nicht jeder die selbe Startmöglichkeiten mitbekommt..

röm.1,17..
Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht: »Der Gerechte wird aus Glauben leben.


habakuk 2,4..
Siehe, wer halsstarrig ist, der wird keine Ruhe in seinem Herzen haben, der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.


Jeder wählt wahrcheinlich......

joh.3,16..
Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.


Pluto hat geschrieben:Wie wirkt sie sich auf uns aus?


so, dass jeder dasselbe geistige Potenzial in sich hat.
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Rembremerding
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Re: Gottes Gerechtigkeit

Beitragvon Rembremerding » Do 29. Mai 2014, 12:22

Hallo und einen schönen Tag an alle Foristen! :)

Finde ich gut @Vitella, was Du schreibst. :thumbup:

Ein weiterer Aspekt ist, dass man Gottes Gerechtigkeit nicht stets als negativ, Hölle, Verdammnis, betrachten sollte. Als Kinder Gottes besitzt man Gottesfurcht, eine Ehrfurcht vor Gott, aber nicht Furcht vor seiner Gerechtigkeit, sondern ein sehnen danach.

Wer in einem Land aufwächst, in dem die Menschen niemals öffentlich ihre Meinung sagen dürfen, in dem man willkürlich verhaftet, gefoltert und getötet wird, besitzt man eine Sehnsucht nach Gerechtigkeit. Wieviele Menschen der Nazi-Zeit, im Kommunismus oder heute in Nordkorea, in Regionen mit unberechenbaren Diktatoren an der Macht oder in rechtsfreien Ländern wie Somalia, sehnten und sehnen sich danach, endlich einmal Gerechtigkeit zu erlangen? Wer wünscht sich nicht Gerechtigkeit für eine Ungerechtigkeit, die er ohnmächtig gegenüber steht, sie erdulden muss?
Schon im AT sehnte das Gottesvolk sich nach der Gerechtigkeit Gottes, die Juden sehnten sich auch in den KZ's danach. Dabei darf man Gerechtigkeit nicht mit Vergeltung verwechseln.

Betrachtet man es positiv, ist es doch eine Freude, in einem Land zu leben, in dem grundsätzlich Gerechtigkeit vorherrscht.

Servus :wave:
"Der Tag ist nicht mehr fern, an dem die Menschheit zwischen Selbstmord und Anbetung wählen kann”
(Pierre Teilhard de Chardin).
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closs
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Re: Gottes Gerechtigkeit

Beitragvon closs » Do 29. Mai 2014, 13:38

Rembremerding hat geschrieben:Betrachtet man es positiv, ist es doch eine Freude, in einem Land zu leben, in dem grundsätzlich Gerechtigkeit vorherrscht.
Huch :?: :?: :?:

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Re: Gottes Gerechtigkeit

Beitragvon kamille » Do 29. Mai 2014, 13:47

Pluto hat geschrieben:Was versteht ihr unter dem Begriff "Gottes Gerechtigkeit"?
Wie wirkt sie sich auf uns aus?

Ich verstehe unter anderem auch darunter, dass Gott jeden einzelnen Menschen kennt, mit seinen Veranlagungen, Fehlern und Schwächen und ihn so führt, dass er lernt, das zu überwinden, sích in jeder Hinsicht seelisch sowie geistig verbessern kann.
Jeder Mensch hat also die Chance von Gott, die Kraft des Geistes in sich zu finden. Das sieht in der Praxis aber so aus, dass der Mensch das nicht so leicht erkennen kann, weil er andere Ziele als Gott im Auge hat und sogar gegen die göttliche Führung, die er auch nicht als solche erkennen kann, bekämpft.
Er bekämpft also die Mittel und Zustände oder Lebensumstände, die dazu führen würden, wahrhaft aus dem Geiste leben zu können.
Jesus Christus spricht:..Siehe, ich bin bei euch alle Tage.....

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Re: Gottes Gerechtigkeit

Beitragvon Vitella » Do 29. Mai 2014, 14:23

Rembremerding hat geschrieben:Schon im AT sehnte das Gottesvolk sich nach der Gerechtigkeit Gottes, die Juden sehnten sich auch in den KZ's danach. Dabei darf man Gerechtigkeit nicht mit Vergeltung verwechseln.
Servus :wave:


naja, in AT war das aber schon eher mit Rache gemeint, wenn man da ein paar Psalme betrachtet, wie z.B.
Psalm 54..Er wird die Bosheit meinen Feinden vergelten. Vertilge sie um deiner Treue willen!

und das von einem Mann der selber ein Mörder und Intrigant war.

Gerechtigkeit gibt es in der Welt keine, jedenfalls ist sie nicht oberflächlich sichtbar. Gott anrufen, dass er die und jene vernichtet, scheint mir auch der falsche Weg zu sein.
Wahrscheinlich bleibt nur die Hoffnung, dass am Ende alles so ausgeht, dass eine Gerechtigkeit da war, ohne dass wir sie bewusst gesehen haben.
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Re: Gottes Gerechtigkeit

Beitragvon Vitella » Do 29. Mai 2014, 14:25

kamille hat geschrieben:Er bekämpft also die Mittel und Zustände oder Lebensumstände, die dazu führen würden, wahrhaft aus dem Geiste leben zu können.


seh ich ganz ähnlich, nur...weshalb tut der Mensch das, Deiner Meinung nach.?
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kamille
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Re: Gottes Gerechtigkeit

Beitragvon kamille » Do 29. Mai 2014, 17:47

Vitella hat geschrieben:seh ich ganz ähnlich, nur...weshalb tut der Mensch das, Deiner Meinung nach.?

Das kann, so meine ich , jeder an sich selber überprüfen. Ich habe, und zum Teil tue ich das immer noch, meinen eigenen Willen und meine Vorstellungen vom Leben versucht zu realisieren, wie es wohl jeder andere Mensch auch will, aber da ich gläubig bin, und ich nach dem Willen Gottes forsche, so weiß ich heute, dass mein Wille und Sein Wille nicht immer eins sind.
Dann lernt man, auch wenn man nicht gläubig ist aus seinen Fehlern und Erfahrungen und kann sich auch so dem Willen Gottes annähern.
Jesus Christus spricht:..Siehe, ich bin bei euch alle Tage.....

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Re: Gottes Gerechtigkeit

Beitragvon Rembremerding » Do 29. Mai 2014, 17:58

Vitella hat geschrieben:naja, in AT war das aber schon eher mit Rache gemeint, wenn man da ein paar Psalme betrachtet, wie z.B.
Psalm 54..Er wird die Bosheit meinen Feinden vergelten. Vertilge sie um deiner Treue willen!

Gerechtigkeit gibt es in der Welt keine, jedenfalls ist sie nicht oberflächlich sichtbar. Gott anrufen, dass er die und jene vernichtet, scheint mir auch der falsche Weg zu sein.
Wahrscheinlich bleibt nur die Hoffnung, dass am Ende alles so ausgeht, dass eine Gerechtigkeit da war, ohne dass wir sie bewusst gesehen haben.

Ja, Dein Einwand ist berechtigt. Hier der Ps 54, HSK:
[Dem Chorleiter. Mit Saitenspiel. Weisheitslied von David, als die Siphiter kamen und Saul meldeten: »David hält sich bei uns verborgen.«] Gott, durch deinen Namen rette mich, durch deine Macht schaffe mir Recht! Höre mein Gebet, o Gott, vernimm die Worte meines Mundes! Denn Stolze erheben sich wider mich, Gewalttätige trachten mir nach dem Leben. Sie haben Gott nicht vor Augen. [Zwischenspiel]
Siehe, Gott ist mein Helfer! Der Herr ist die Stütze meines Lebens. Das Unheil falle zurück auf meine Gegner! Vernichte sie nach deiner Treue! So will ich dir gerne Opfer bringen, will deinen Namen preisen, Herr, weil er so gütig ist. Denn aus aller Not errettet er mich, und mein Auge weidet sich an meinen Feinden.

Gerade die rabbinische Auslegung der Hl. Schrift betont immer wieder, dass zu unterscheiden ist, was Menschen in Versen sagen oder wünschen und Gott tatsächlich sagt und tut.
Der Ps 54 ist ein Gebet eines Menschen an Gott, ihm Recht zu verschaffen. Somit ist die Auffassung menschlicher Gerechtigkeit tatsächlich oftmals mit Rache verbunden. Warum stehen solche Worte in der Hl. Schrift?
Wohl auch deshalb, weil die Schrift Menschen dort abholen will, wo sie gerade stehen, hier in Verzweiflung, dem Gefühl der Ohnmacht, in Ungerechtigkeit verfangen zu sein. So soll das Gebet jedem Menschen in jeder Zeit Trost spenden und Zuversicht geben und die Gewissheit bei Gott Gehör zu finden und geborgen zu sein. Was Gott daraus macht, ist allein ihm überlassen und bleibt uns meist verborgen, sicher ist nur, dass er stets das Beste daraus macht.
Diesen Gedanken @Vitella greifst auch Du auf. Die Welt wird nie gerecht sein, denn der Fürst dieser Welt ist Satan. Wir können aber absolut sicher sein, dass im Reich Gottes Gerechtigkeit herrscht, denn dort ist Christus Jesus König!

Mir fällt es in Entscheidungen des Lebens oftmals leichter zu fragen: "Gebe ich damit Christus Jesus die Ehre oder nicht?", als mich zu fragen: "Was ist richtig oder falsch?"
Dabei zeigt sich oft genug, dass ich bei einigen Entscheidungen wohl mehr Satan oder mir die Ehre geben will, als meinem Herrn und Gott. :(

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