Er möchte, dass jeder gerettet wird

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Opa Klaus
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Re: Er möchte, dass jeder gerettet wird

Beitragvon Opa Klaus » Mi 25. Apr 2018, 23:11

Hallo Closs, danke. Kann ich das in Richtung "Unsterblichkeit" verstehen, dann ist das ein riesiges Thema, das wir erst mal lassen.
Ich melde mich Do. nach 9°° wieder.
Wohltätig ist des Geistes macht, wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht. Wer die Vernunft ausschaltet, findet im Dunkeln den Schalter zum Wiedereinschalten nicht mehr. http://www.prueter.eu

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Ska'ara
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Re: Er möchte, dass jeder gerettet wird

Beitragvon Ska'ara » Do 26. Apr 2018, 00:31

closs hat geschrieben:Satan ist zu jeder Zeit unter der Kontrolle von Gott - Satans "Rebellion" ist eine vorgesehene Sache, die jederzeit für Gott abstellbar ist.

Vorgesehen? Gott wollte demnach das Leid? Wenn alles vorhersehbar war, welchen Sinn hatte es dann? War es ein Test für die Engel im Himmel oder sind die Menschen Langeweilevertreiber für sie? Waren die Engel auf Sinnsuche?

Die Sterblichkeit im irdischen Raum ist als Konsequenz des autonomen Ich-Bewusstseins gemeint. - Mit dem irdischen Tod (im Reich des Fürsten!) endet die Sünde - richtig. - Und danach wird "gerichtet" - aus meiner Sicht im Sinne einer "Bewahrheitung".

Die Menschen werden mit ihrem Tod gerichtet - warum sollten sie noch mal sterben und auf welche Weise? Ich stelle mir das Szenario mal vor, wie dann die wieder auferstandenen Sünder geschockt vor Gott stehen und betteln, und Gott teilt ihnen ihr Todesurteil mit, dass er dann umgehend umsetzt. So einen brutalen Gott magst du?

Ska'ara hat geschrieben:Jesus als Beispiel musste sich auch nicht zur Vollkommenheit entwickeln, also vorher mal ne Weile böse sein ausprobieren, damit er anerkannt wird und gehorchen kann.
Aber doch nur, weil er göttlich ist - ein Nur-Mensch kann das nicht. - Jesus hat die Versuchungen des Teufels in der Wüste erlitten, hätte ihnen als göttliches Wesen aber nicht erliegen können. - Ein Nur-Mensch wäre erlegen.

Das stimmt doch nicht. Denke an Hiob. Auch Jesus konnte trotz seiner Vollkommenheit genauso wie Adam "erliegen". Seine Göttlichkeit schützte ihn nicht, denn dann erkläre mir mal, warum Satan in der Lage war, Fehler zu machen? Jetzt sag nicht, Gott hätte ihn programmiert...

thomas4
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Re: Er möchte, dass jeder gerettet wird

Beitragvon thomas4 » Do 26. Apr 2018, 00:44

Ska'ara hat geschrieben:Ich stelle mir das Szenario mal vor, wie dann die wieder auferstandenen Sünder geschockt vor Gott stehen und betteln, und Gott teilt ihnen ihr Todesurteil mit, dass er dann umgehend umsetzt. So einen brutalen Gott magst du?
Hmmm - nein, so einen würde ich nicht mögen, ich würde mir lieber einen anderen Gott suchen. :roll:

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closs
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Re: Er möchte, dass jeder gerettet wird

Beitragvon closs » Do 26. Apr 2018, 01:03

Ska'ara hat geschrieben:Vorgesehen? Gott wollte demnach das Leid?
Er "WILL" nicht das Leid, sondern weiß, dass es unvermeidbar ist, wenn er die Schöpfung sich selbst überlässt. - Richtig ist, dass Gott dieses Leid jederzeit vermeiden könnte, es aber nicht tut. - Warum also Leid? Theologisch wird es so begründet, dass das Leid als Ausdruck der Differenz zwischen Ist und Soll von Jesus übernommen wird und jeder Mensch, der leidet, daran teilhat. - "Leid" ist Folge von Nicht-Heil.

Gott will das Heil, muss aber den Menschen sich selbst seinen Weg finden lassen, der ohne Leid nicht möglich ist. - Ob das alles Sinn macht, wissen wir nicht - man weiß es erst dann, wenn man selbst durch das Leid hindurch ist. - Deshalb ist die Theodizee-Frage nicht akademisch lösbar, sondern kann nur auf Erlebensebene gelöst werden.

Liest man "Hiob", ist dort das Leid die Reibungsfläche zu Gott hin - kulminierend in 19,25ff: "Ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und zuletzt wird er sich über den Staub erheben. Und nachdem diese meine Hülle zerbrochen ist, dann werde ich, von meinem Fleisch los, Gott schauen; ja, ich selbst werde ihn schauen, und meine Augen werden ihn sehen, ohne [ihm] fremd zu sein. Danach sehnt sich mein Herz in mir!"

Das kann man als "körperfeindlich" interpretieren - aber letztlich steht hier, dass der Körper, der heute in Syrien zerschossen wird und in den Weltkriegen in den Stacheldrähten verdurstet ist oder im Holocaust vergast wurde, letztlich nichts bedeutet. - Am Ende steht für alle "dann werde ich, von meinem Fleisch los, Gott schauen; ja, ich selbst werde ihn schauen, und meine Augen werden ihn sehen, ohne [ihm] fremd zu sein. Danach sehnt sich mein Herz in mir!"

Ska'ara hat geschrieben:Waren die Engel auf Sinnsuche?
Nein - sie waren so gefügt worden, dass sie es seien würden, die ihr eigenes Ich als eigenständige Alternative zu Gottes Ich ("Jahwe") erkannten. - Damit waren plötzlich zwei Orientierungs-Möglichkeiten da, was gleichzusetzen ist mit "Sündenfall". - Die bewusste Entdeckung des Ich IST der Sündenfall.

Ska'ara hat geschrieben:Ich stelle mir das Szenario mal vor, wie dann die wieder auferstandenen Sünder geschockt vor Gott stehen und betteln, und Gott teilt ihnen ihr Todesurteil mit, dass er dann umgehend umsetzt. So einen brutalen Gott magst du?
Nein - weil ich Allversöhner bin, gibt's das bei mir nicht. - Aber ich habe die herkömmliche Interpretation immer so verstanden, dass die Betroffenen was davon mitkriegen.

Ska'ara hat geschrieben:Auch Jesus konnte trotz seiner Vollkommenheit genauso wie Adam "erliegen".
Es ist einer der stärksten Argumente für die Trinität, dass Jesus als göttliche Person NICHT erliegen konnte. - Aber das war nicht bequemer für ihn, sondern schwerer, weil er ohne Möglichkeit des Ausweichens über das Erliegen ausweglos leiden musste.

Ska'ara hat geschrieben:dann erkläre mir mal, warum Satan in der Lage war, Fehler zu machen?
Weil er nicht göttlich ist.

Opa Klaus hat geschrieben:Ich melde mich Do. nach 9°° wieder.
Dir eine gute Zeit bis dahin. :wave:

Andreas
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Re: Er möchte, dass jeder gerettet wird

Beitragvon Andreas » Do 26. Apr 2018, 11:08

Vers-Vergleich Hiob 19, 26

Biblia Hebraica Stuttgartensia
וְאַחַ֣ר עֹ֖ורִֽי נִקְּפוּ־זֹ֑את וּ֝מִבְּשָׂרִ֗י אֶֽחֱזֶ֥ה אֱלֹֽוהַּ׃
Septuaginta (Abweichende Verszählung 19,26-27)
ἀναστήσαι τὸ δέρμα μου τὸ ἀνατλῶν ταῦτα· παρὰ γὰρ κυρίου ταῦτά μοι συνετελέσθη, ἃ ἐγὼ ἐμαυτῷ συνεπίσταμαι, ἃ ὁ ὀφθαλμός μου ἑόρακεν καὶ οὐκ ἄλλος· πάντα δέ μοι συντετέλεσται ἐν κόλπῳ.
Septuaginta Deutsch (Abweichende Verszählung 19,26-27)
Meine Haut, die solches geduldig ertrug, möge er auf(er)stehen lassen. Denn vom Herrn ist dies für mich vollbracht, Denn vom Herrn ist dies für mich vollbracht, dessen ich (mir) bei mir selbst bewusst bin, das mein Auge gesehen hat und kein anderes (Auge). Und alles ist für mich vollendet in (meiner) Brust.
Vulgata
et rursum circumdabor pelle mea et in carne mea videbo Deum
Einheitsübersetzung 1980
Ohne meine Haut, die so zerfetzte, / und ohne mein Fleisch werde ich Gott schauen.
Grünewalder
Dann ändert sich mein Körper hier; ich schaue Gott in meinem Leibe.
Pattloch Bibel
Und zieht man mir die Haut vom Fleische ab, selbst dann noch werde ich Gott schauen,
Luther 1545
Vnd werde darnach mit dieser meiner haut vmbgeben werden, vnd werde in meinem fleisch Gott sehen.
Luther 1912
Und nachdem diese meine Haut zerschlagen ist, werde ich ohne mein Fleisch Gott sehen.
Luther 1984
Und ist meine Haut noch so zerschlagen und mein Fleisch dahingeschwunden, so werde ich doch Gott sehen.
Luther 2017
Nachdem meine Haut noch so zerschlagen ist, werde ich doch ohne mein Fleisch Gott sehen.
Menge-Bibel
und danach werde ich, mag jetzt auch meine Haut so ganz zerfetzt und ich meines Fleisches ledig (oder: beraubt) sein, Gott schauen,
Zürcher 2007
Und nachdem meine Haut so zerschunden wurde, werde ich Gott schauen ohne mein Fleisch.
Elberfelder 1905
und ist nach meiner Haut dieses da zerstört, so werde ich aus meinem Fleische Gott anschauen,
Elberfelder 2006
Und nachdem man meine Haut so zerschunden hat, werde ich doch aus meinem Fleisch Gott schauen.
Elberfelder Übersetzung 2003 Edition CSV
und ist nach meiner Haut dies da zerstört, so werde ich aus meinem Fleisch Gott anschauen,
Schlachter Bibel 1951
Und nachdem diese meine Hülle zerbrochen ist, alsdann werde ich, von meinem Fleische los, Gott schauen.
Schlachter 2000
Und nachdem diese meine Hülle zerbrochen ist, dann werde ich, von meinem Fleisch los, Gott schauen;
FreeBible 2004
und ist nach meiner Haut dieses da zerstört, so werde {O. und nach meiner Haut, die also zerstört ist, werde usw.} ich aus meinem Fleische Gott anschauen,
Leander van Ess
und wenn auch diese meine Haut zerstört ist; so werde ich ohne Fleisch Gott schauen.
Neue evangelistische Übersetzung
Nachdem man meine Haut so sehr zerschunden hat, / werde ich auch ohne mein Fleisch Gott schauen.
Textbibel
Und nachdem meine Haut also zerschlagen ist, und ledig meines Fleisches werde ich Gott schauen!
Neue Welt Übersetzung
Und nach meiner Haut,[die] sie abgeschunden haben -- dieses! Doch abgezehrt in meinem Fleisch, werde ich Gott erblicken,
King James 1769
And though after my skin worms destroy this body, yet in my flesh shall I see God:
New Revised Standard Version 1989
and after my skin has been thus destroyed, then in my flesh I shall see God,
Buber/Rosenzweig
und noch nachdem meine Haut, dies da, zerfetzt ist, noch von meinem Fleisch aus werde ich Gott schauen.


Ja, was jetzt? Zu Lebzeiten mit Haut und Fleisch, oder erst nach dem Tod ohne Haut und ohne Fleisch, oder nach dem Tod mit neuer Haut und neuem Fleisch?
Um das zu klären, hilft der Kontext des Buches - und da gibt es sinngemäß keine einzige Ausnahme.
(nur drei Beispiele zur Auswahl; es kann aber jeder selbst nachprüfen, dass es so ist)

Einheitsübersetzung
Hiob 42,1-7
Da antwortete Ijob dem Herrn und sprach: Ich hab erkannt, dass du alles vermagst; / kein Vorhaben ist dir verwehrt. Wer ist es, der ohne Einsicht den Rat verdunkelt? / So habe ich denn im Unverstand geredet über Dinge, / die zu wunderbar für mich und unbegreiflich sind. Hör doch, ich will nun reden, / ich will dich fragen, du belehre mich! Vom Hörensagen nur hatte ich von dir vernommen; / jetzt aber hat mein Auge dich geschaut. Darum widerrufe ich und atme auf, / in Staub und Asche. Als der Herr diese Worte zu Ijob gesprochen hatte, sagte der Herr zu Elifas von Teman: Mein Zorn ist entbrannt gegen dich und deine beiden Gefährten; denn ihr habt nicht recht von mir geredet wie mein Knecht Ijob.

Luther 2017
Hiob 42,5
Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen.
Zürcher 2007
Hiob 42,5
Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, jetzt aber hat mein Auge dich gesehen.

Hiobs Auge hat aus seiner Haut heraus und in seinem Fleisch (nicht ohne dasselbe!) also noch zu seinen Lebzeiten - und nicht erst nach seinem Tod - Gott gesehen. Da Hiob "recht geredet" hat, ist eigentlich klar, welche Lesart von Vers 19,26 vom Kontext her "zu bevorzugen" wäre.

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Opa Klaus
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Re: Er möchte, dass jeder gerettet wird

Beitragvon Opa Klaus » Do 26. Apr 2018, 11:18

Hallo Closs, da bin ich für heute wieder.

Du glaubst an die Unsterblichkeit von restlos allem was einen menschlichen Mutterleib verlassen hat? echt?
und vielleicht sogar an deren Vorexistenz mit oder ohne Körper.
Somit ergibt sich zwangsläufig auch ein Glaube an eine Allversöhnung,
damit keiner ewig in einem "Feuersee" geschmort, gequält wird,
was Dir suspekt erscheint.
- - - - - - - - -------
Ist es erlaubt, sich die Probleme bei Allversöhnung mal gründlich "durch den Kopf gehen zu lassen"?
Insbesondere sehe ich Probleme, wenn Individuen absolut niemals mit Gott 'versöhnt, gerettet' werden wollen, sich also voll dagegen sträuben.
Wie könnte Gott das Problem lösen?

Wenn ich als Antwort bekomme: "Wir wissen es nicht",

dann fällt mit eine Begebenheit aus dem Leben Jesu ein,
als er auch mit einer Frage die damaligen Geleerten in eine Zwickmühle, Verlegenheit versetzte
und diese ebenfalls "wir wissen es nicht" sagten.
.......................
Lieber Closs, Du weißt doch, wie voll die Menschheit lange schon von Hirngespinsten verseucht ist.
Gott kann uns nur retten, wenn wir zur klaren unverfälschten Voll-Wahrheit zurückkehren.
Viele halten das für unmöglich - nur Gott und Jesus halten das für möglich insbesondere für uns Erdenmenschen jetzt.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gott sich mit hartnäckigen Lügnern und ihren Lügengespinsten versöhnen würde.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass hartnäckige Lügner irgendwie vor was von Gott "gerettet werden" wollen,. eher flüchten sie vor Gott.

"Hartnäckige Lügner" sind alle weltweiten, realitätsfremden Anhänger von 'Hirngespinsten' und Wahrheitsfeinde, Surrealisten.
Closs, davon kennst auch Du viele. Es gibt sie also. Nur, wer dazu gehört, ist die Frage.
Wohl dem, der nicht dazu gehört!
Wehe dem aber, der Wahrheit und Lüge nicht unterscheiden kann oder will
und nicht weiß, wozu er gehört.

...............
Im Gleichnis vom verlorenen Sohn streckt Gott die Hand nur reuigen, umkehrenden, selbst Versöhnung suchenden die Hand zur Errettung aus.
Wenn ich Menschen einen Spiegel vor halte zur Selbsterkenntnis, dann will ich sie wieder aufrichten zur vollen Höhe der Menschenwürde,
heraus aus dem tödlichen Staub aller Hirngespinste, denn Gott will das genau so.
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Ziska
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Re: Er möchte, dass jeder gerettet wird

Beitragvon Ziska » Do 26. Apr 2018, 11:34

Hallo Andreas
Und wie bringst du diese deutlichen Aussagen unter?

1. Johannes 4:12 https://www.bibleserver.com/

2. Mose 33:20 https://www.bibleserver.com/text?translation=42

Kann Hiob wirklich Gott gesehen haben?
Oder hat Hiob erkannt, wer Gott ist? Wie er wirklich ist? Wie er wirklich handelt?

Beispiel: Du hast einen guten Bekannten, mit dem du dich gut verstehst. Jetzt passiert etwas schlimmes mit dir und dein Bekannter tut alles, was in seiner Macht steht, um dich zu unterstützen, dir zu helfen.
Du kommst aus dem Staunen nicht heraus!
Jetzt hast du erst „gesehen“ wer dein guter Bekannter wirklich ist.
Obwohl du ihn schon so lange gesehen hast...

Mit „sehen“ ist also nicht immer buchstäbliches sehen gemeint.
Liebe Grüße von Ziska :wave:

“Man lebt wesentlich ruhiger, wenn man nicht alles sagt, was man weiß,
nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach nur lächelt“

Bild

https://tv.jw.org/#de/home
https://www.jw.org/de/

Andreas
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Re: Er möchte, dass jeder gerettet wird

Beitragvon Andreas » Do 26. Apr 2018, 12:49

Ziska hat geschrieben:Kann Hiob wirklich Gott gesehen haben?
Steht so da in Hiob 42,5-6 - selbst in der Neuen Welt Übersetzung!
Vom Hörensagen habe ich von dir gehört, Nun aber hat mein eigenes Auge dich gesehen. Deshalb wiederrufe ich, und ich bereue wirklich in Staub und Asche."


Hier geht es um die innere Logik des Hiobbuches und die unterschiedlichen Lesarten und Übersetzungen dieses Textes.

Ich kenne die beiden von dir angesprochenen Stellen 1. Johannes 4:12 und
2. Mose 33,20 hat geschrieben:Und er sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht.
Stimmt: Hiob ist gestorben, Mose ist gestorben und noch ein paar Milliarden andere die Gott nicht gesehen haben auch. So what?
Im selben Buch steht andererseits folgendes:
2. Mose 24,9-11 - Luther 2017 hat geschrieben:Da stiegen Mose und Aaron, Nadab und Abihu und siebzig von den Ältesten Israels hinauf
und sahen den Gott Israels. Unter seinen Füßen war es wie eine Fläche von Saphir und wie der Himmel, wenn es klar ist.
Und er reckte seine Hand nicht aus wider die Edlen der Israeliten. Und als sie Gott geschaut hatten, aßen und tranken sie.
74 Augenzeugen! Puh, ein Haufen Zeug ... aber nicht genug um einen Zeugen zu überzeugen.

Ich hätte da noch so ein paar Stellen auf Lager ... ;)

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Re: Er möchte, dass jeder gerettet wird

Beitragvon Ska'ara » Do 26. Apr 2018, 13:03

closs hat geschrieben:Er "WILL" nicht das Leid, sondern weiß, dass es unvermeidbar ist, wenn er die Schöpfung sich selbst überlässt.

Nein, das macht er doch gar nicht. Die Schöpfung wird immer überwacht und nie ganz sich selbst überlassen. Gott wartet und muss beobachten, bis nichts mehr geht, weil die Menschen sonst alles verwüsten würden, und dann greift er ein - es würde sonst nichts mehr überleben.(siehe Matthäus 24:21-22)

Warum also Leid? Theologisch wird es so begründet, dass das Leid als Ausdruck der Differenz zwischen Ist und Soll von Jesus übernommen wird und jeder Mensch, der leidet, daran teilhat. - "Leid" ist Folge von Nicht-Heil.

Das meine ich mit "geschwollen". Es ist ein Drumherumreden ohne Inhalt. Tut mir leid, ist so.

Gott will das Heil, muss aber den Menschen sich selbst seinen Weg finden lassen, der ohne Leid nicht möglich ist. - Ob das alles Sinn macht, wissen wir nicht - man weiß es erst dann, wenn man selbst durch das Leid hindurch ist. - Deshalb ist die Theodizee-Frage nicht akademisch lösbar, sondern kann nur auf Erlebensebene gelöst werden.

Auch nicht richtig. Wir müssen in dieser Welt Leid ertragen, müssen aber nicht leiden, um Gott zu finden. Es sieht für uns vielleicht so aus, weil überall das Leid vorhanden ist, aber es ist nicht nötig, um seinen Weg zu finden. So viele finden aufgrund des Leids ihren Weg nicht.

Ska'ara hat geschrieben:Waren die Engel auf Sinnsuche?
Nein - sie waren so gefügt worden, dass sie es seien würden, die ihr eigenes Ich als eigenständige Alternative zu Gottes Ich ("Jahwe") erkannten. - Damit waren plötzlich zwei Orientierungs-Möglichkeiten da, was gleichzusetzen ist mit "Sündenfall". - Die bewusste Entdeckung des Ich IST der Sündenfall.

Wieder sowas Unklares ... :roll:

Ska'ara hat geschrieben:Auch Jesus konnte trotz seiner Vollkommenheit genauso wie Adam "erliegen".
Es ist einer der stärksten Argumente für die Trinität, dass Jesus als göttliche Person NICHT erliegen konnte. - Aber das war nicht bequemer für ihn, sondern schwerer, weil er ohne Möglichkeit des Ausweichens über das Erliegen ausweglos leiden musste.

Warum versuchte Satan Jesus in der Wüste in Versuchung zu führen? Einfach nur so aus Langeweile? Jesus wurde mehr geprüft als Satan, kann aber gerade als Mensch ziemlich leicht verführt werden, da ihm sein vorheriges Wissen fehlte.

Ska'ara hat geschrieben:dann erkläre mir mal, warum Satan in der Lage war, Fehler zu machen?
Weil er nicht göttlich ist.

Satan war genauso wie Jesus ein Engel. Jesus hatte zwar einen anderen Stand als Erster, weil er an an allem beteiligt war, aber sie waren beide von Gott erschaffen worden.

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PeB
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Re: Er möchte, dass jeder gerettet wird

Beitragvon PeB » Do 26. Apr 2018, 13:52

closs hat geschrieben:
Ska'ara hat geschrieben:Ich stelle mir das Szenario mal vor, wie dann die wieder auferstandenen Sünder geschockt vor Gott stehen und betteln, und Gott teilt ihnen ihr Todesurteil mit, dass er dann umgehend umsetzt. So einen brutalen Gott magst du?
Nein - weil ich Allversöhner bin, gibt's das bei mir nicht.

Die Interpretationsschwierigkeiten für zukünftg jenseitige oder auch diesseitige metaphysische Begebenheiten rühren unter anderem von unserer zivilisatorisch geprägten Individualvorstellung. Wir betrachten die Dinge ausgehend von uns selbst als Individuum, individualistisch und vom Standpunkt des Einzelwesens aus. Unsere Vorstellung kreist, konkret gesprochen, um die Frage, welche Rolle mein eigenes ICH im Heilsplan ausfüllt. Das ICH-Bewusstsei bzw. die ICH-Bezogenheit ist aber - etwas anderes können wir nicht nachweisen - zunächst einmal ein diesseitiges Konzept und nicht automatisch auf die jenseitige Welt zu übertragen.
Wenn ich aber in der Aussage aus 1. Timotheus 2,4: "Denn er will, dass alle Menschen gerettet werden und seine Wahrheit erkennen" die Begrifflichkeit 'alle Menschen' sinngemäß als 'Menschheit' oder schlicht 'der Mensch' verstehe, dann ist das überindividualistisch und beschreibt das Vorhaben Gottes, 'den Menschen' als solchen zu erretten.
Diese Überlegung scheint mir nicht zu weit hergeholt, wenn wir sie um Zusammenhang mit den Begriffen 'ein Leib', 'ein Fleisch' in der Verbindung mit Gott sehen.
Auch das Liebeskonzept Jesu, das eine Verbindung der Menschen untereinander und mit ihm vorsieht, ist überindividualistisch - wir sollen 'ein Leib' sein. Wenn wir die Frage der Erlösung/ Verwerfung vor diesem Hintergrund betrachten, dann kann man vielleicht zu folgender Aussage gelangen, die vielleicht den 'Allversöhner' mit den 'Elite-Erlösten' versöhnt ;) :
Aus indivueller Sicht gehen 'viele' am Ende verloren, aber im Sinne eines gemeinsamen Leibes oder eines gemeinsamen Geistes wird lediglich der 'schlechte' Teil des Ganzen - des Menschen - also das Böse, die Sünde, der Tod, der Satan verbrannt.
Closs hatte schon darauf hingewiesen, dass unser irdisches, individuelles Einzeldasein keine Bedeutung in Relation zu unserem jenseitigen Dasein hat ("Ich habe euch erwählt, aus der Welt herauszutreten; deshalb hasst sie euch." Joh. 15,19)
Der Mensch oder die Menschheit mit ihren heute 7,5 Milliarden Individuen ist letztlich die Aufteilung oder Parzellierung des einen, ersten Adam - daher sehr konkret auch ein Fleisch. Während Adam aber ein Fleisch und ein Geist war, sind wir heute ein Fleisch und 7,5 Millarden individuelle Geiste. Es erscheint mir nachvollziehbar, dass zur Erreichung eines zukünftigen 'Paradieses' die Notwendigkeit bestehen könnte, eines Geistes zu werden.
'Der Mensch' soll gerettet werden, jenseits individueller Persönlichkeitsansprüche, die in Gottes Reich keine gravierende Rolle mehr spielen.
Deine Worte sind mein Leben. Ich freue mich von Herzen, wenn du mit mir redest, denn ich gehöre ja dir, Herr, du Allmächtiger. (Jeremia 15,16)


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