Geo-Leitartikel im Heft 1.2018

Evolution vs. Schöpfung Debatte, Alter der Erde
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ThomasM
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Re: Geo-Leitartikel im Heft 1.2018

Beitragvon ThomasM » Mi 3. Jan 2018, 09:13

Flavius hat geschrieben:
Schon bei Kain u. Abel ging es um ungleichen Besitztum (um dessen ungleich empfundenen, also ungerechten
Verteilung, mit daraus sozialen entstehenden Spannung. Und endete da sogar auch in Totschlag des eigenen Bruders.)
(Neben auch einem "wer ist nun der Bessere" (= Religion) .

Die These, dass das Anhäufen von Besitztum die -so erst möglichen - Unrechts u. Ungleich-Macht-Stellungen fördert, ist nicht fern von der Realität, und so nicht einfach von der Hand zu weisen.

Auch wenn du verhinderst (z.B. durch Gesetze), dass Besitz angehäuft wird, wirst du das Problem nicht lösen.

Die tiefere Ursache des Konflikts von Kain und Abel ist Neid, aber nicht der Neid eines Besitzenden, sondern Neid im persönlichen Verhältnis zu Gott. Kain dachte, Gott würde Abel mehr lieben als ihn, und deswegen beneidete er ihn. So sehr, dass er ihn ermordete.

Die tiefere Ursache des Konfliktes zwischen Besitzenden und nicht-Besitzenden ist auf der Seite der nicht-Besitzenden ebenfalls Neid und auf Seite der Besitzenden Egozentrik. Immer geht es allein um mich, um die eigene Person, niemals um den anderen.

Diese Grundprobleme werden sich auch in einer kommunistischen Gesellschaft, in der jeder dasselbe Nichts hat, ihre Bahn brechen. Daher ist das Teilen von Besitz (z.B. im Urchristentum) nicht Basis des Gerettet Seins, sondern Folge.
Gott würfelt nicht, meinte Einstein. Aber er irrte. Gott nutzt den Zufall - jeden Tag.

Andreas
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Re: Geo-Leitartikel im Heft 1.2018

Beitragvon Andreas » Mi 3. Jan 2018, 10:03

Ich verstehe die Erzählung von Kain und Abel als mythische Ouvertüre zu dem Bruderzwist der Söhne Jakobs bzw. der Stämme Israels, die später zu der Teilung ins Nordreich Israel und Südreich Juda führt. Nicht zwei Opferstätten und Kulte sondern nur der eine Tempel in Juda ist das Ziel. Die Sintflut, als Symbol für den Untergang beider Reiche und der Arche als Symbol für des Exil. Das "nachexilische" Opfer des Noah symbolisiert den zweiten Tempel als einzigen legitimen Kultplatz in Jerusalem also in Juda. Das halte ich im Ganzen gesehen, für den Gründungsmythos und die Gründungslegende des Judentums. In der Ur"geschichte" ist der ganze Plot schon kurz und bündig enthalten.

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Re: Geo-Leitartikel im Heft 1.2018

Beitragvon Lena » Mi 3. Jan 2018, 10:42

Jeder versteht die Bibel anderes. Das ist Tatsache! Wer es nun fertig bringt, die Bibel mit Gewinn für sich selbst zu lesen, hat mit diesem Buch, einen wahren Schatz in Händen. Mir hat er recht gut gefallen, der Geo Beitrag. Mir war er wolle Hilfe leisten in diesem ganzen Wirrwarr von Meinungen...

Auch der Papst hat manchmal recht, lieber Flavius ;). Und,

anstelle eines Tores, sich als Weiser zu erweisen, ist wahrlich nicht von der Hand zu weisen.

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Re: Geo-Leitartikel im Heft 1.2018

Beitragvon Flavius » Mi 3. Jan 2018, 10:58

Thomas = Die tiefere Ursache des Konfliktes zwischen Besitzenden und nicht-Besitzenden ist auf der Seite der nicht-Besitzenden ebenfalls Neid und auf Seite der Besitzenden Egozentrik. Immer geht es allein um mich, um die eigene Person, niemals um den anderen.

...
Ja, sicher: Neid ist meistens ein trennender Faktor. Und unsoziale Ego-Zentrik stört jede Gruppe/Gesellschaft.

In der Bibel steht nicht: "Geld (Besitz) ist das (Grund)-Übel von allem" Nein, es steht da: Die (übergroße) Liebe zum Geld (Besitztum) ist das Übel von allem !! . Das fängt EVENTUELL schon bei einem übergroßen, protzigen SUV oder "kleinen Besitztümern" an..
Ich erweitere noch: Macht ist ein weiteres Grund-Übel.(auch die alltägliche Macht über Andere im Kleinen)
- Vielmals wurde/wird Macht dazu genutzt, andere zu knebeln, zu drangsalieren, die Stellung aus zu nützen.. (sie hart u. mit wenig Gefühl auszuüben.)
--
Aber sowohl Geld od. Besitz wie auch Macht können alle auch sehr GUT u. sinnvoll FÜR die Gemeinschaft eingesetzt werden. -- Es ist also doch mehr das "Wie gehe ich damit um", das den Unterschied macht.. oder ? -
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Re: Geo-Leitartikel im Heft 1.2018

Beitragvon Flavius » Mi 3. Jan 2018, 11:23

Andreas= Ich verstehe die Erzählung von Kain und Abel als mythische Ouvertüre...


Ich denke schon, dass die Bibel ein gutes Lehr-Buch für alle möglichen Lebens-Situationen ist bzw. sein kann.. Wenn die Lektionen richtig verstanden u. umgesetzt werden, sie auch "hilfreich" und sinngebend sein kann. Oder für Einzelne ein großer Trost u. Unterstützung.

Altes Testament : Meistens vermischen sich da zwei Elemente. Man sollte m.E. unterscheiden zwischen den historisch-faktisch Abschnitten mitsamt denen , die im KERN von tatsächlichen Ereignissen berichten, denen aber auch noch Lehrstücke angeheftet wurden. (Große Flut(en) gab es, einen Auszug aus Ägypten wohl auch etc. etc.), und dann SOLCHEN, die hauptsächlich zur reinen Verdeutlichung! von etwas niedergeschrieben wurden ..

== Im Kern sind die Geschichten zwar meistens "wahr, aber sie wurden ausgeschmückt, ergänzt u. erweitert, um jeweils etwas zu verdeutlichen.. Dieser Teil ist dabei fast immer der Wichtige ! (nicht so die wörtliche Rahmen-Erzählung) .
Zuletzt geändert von Flavius am Mi 3. Jan 2018, 11:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Geo-Leitartikel im Heft 1.2018

Beitragvon Andreas » Mi 3. Jan 2018, 11:39

"Die wahre Bedeutung der Bibel" darauf zu verkürzen, dass es wohl für die Menschen besser gewesen wäre, als Jäger und Sammler weiter zu existieren, statt Ackerbau und Viehzucht zu betreiben ist ja wohl das Dümmste, was ich über die Bibel je gehört habe. Als Johannes der Täufer und Jesus sprachen "Kehrt um!" meinten sie damit sicher: "Zurück auf die Bäume, ihr Affen!"

Das ist also die wahre Bedeutung der Bibel. Oh, mein Gott!
Zuletzt geändert von Andreas am Mi 3. Jan 2018, 12:15, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Geo-Leitartikel im Heft 1.2018

Beitragvon Flavius » Mi 3. Jan 2018, 11:51

Lieber Andreas, noch gilt : "Jedem das Seine" bzw. "das Recht auf seinen eigene Meinung"! (Das wurde so nach sehr langen Relig.-Kämpfen vereinbart. Seit Jahrhunderten ist Toleranz grundsätzlich wichtig u. anerkannter anzustrebender Baustein einer guten Gesellschaft.. ... Religions- u. Meinungsfreiheit sind sogar im Grundgesetz verankert. Müssn also wichtig sein.. Diese und die Toleranz sind wichtige Bestandteile/echte Bausteine für eine friedfertige Gesellschaft !

Ich persönlich fühle mich nicht wohl, wenn's irgendwo (egal wo) zu eng o. intolerant wird..
Aber natürlich lasse ich Dir deine Meinung.. es gibt ja auch die Auslegungs-Freiheit. "Jeder prüfe und behalte das..".

Im Grunde geht es hier um Soziologie u. um Entwicklung der menschl. Gesellschaft(en), da sollte ma nvlt. nicht über schnell od. mit einseitiger Sicht aburteilen,. es sei denn man hat da auch ein solides Wissen dazu .. bzw. akzeptiert überhaupt gesichertes! Wissen... (Es verstärkt sonst nur ein gewisses m.E. ungutes Bild.).
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Re: Geo-Leitartikel im Heft 1.2018

Beitragvon Pluto » Mi 3. Jan 2018, 12:10

Flavius hat geschrieben:Lieber Andreas, noch gilt : "Jedem das Seine" bzw. "das Recht auf seinen eigene Meinung"! (Das wurde so nach sehr langen Relig.-Kämpfen vereinbart. Seit Jahrhunderten ist Toleranz grundsätzlich wichtig u. anerkannter anzustrebender Baustein einer guten Gesellschaft.. ... Religions- u. Meinungsfreiheit sind sogar im Grundgesetz verankert. Müssn also wichtig sein.. Diese und die Toleranz sind wichtige Bestandteile/echte Bausteine für eine friedfertige Gesellschaft !
Das sollte in der Tat die Norm sein. Aber ob das immer so war ist eine andere Frage.
Freie Meinungsäußerung finde ich enorm wichtig.
Allerdings entschuldigt das nicht z.b. Doppelpost oder das Ignorieren der Zitatfunktion im Forum.

Flavius hat geschrieben:Im Grunde geht es hier um Soziologie u. um Entwicklung der menschl. Gesellschaft(en), da sollte ma nvlt. nicht über schnell od. mit einseitiger Sicht aburteilen,. es sei denn man hat da auch ein solides Wissen dazu .. bzw. akzeptiert überhaupt gesichertes! Wissen... (Es verstärkt sonst nur ein gewisses m.E. ungutes Bild.).
Man kann die eigene Meinung vertreten, ohne auf Konformität zu verzichten.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

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Re: Geo-Leitartikel im Heft 1.2018

Beitragvon Flavius » Mi 3. Jan 2018, 16:21

Thomas = Die tiefere Ursache des Konfliktes zwischen Besitzenden u, Nicht-Besitzenden ist auf der Seite der Nicht-Besitzenden ebenfalls Neid; auf Seite der Besitzenden Egozentrik. Immer geht es allein um mich, um die eigene Person, niemals um den anderen.



Wenn ich nochmals darauf zurückkommen darf: . Eine Antwort/dein Standpunkt zu meiner gestrigen Antwort darauf ( bzw. zum Thema "Verdirbt Besitz denn immer, automatisch den Charakter"? ) würde mich doch noch interessieren.
(Du hast manchmal wirklich scharf- oder klar-gedachte, somit bereichernde Gedanken, über die ich öfters dann noch "etwas" oder auch länger nachdenke) .
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Re: Geo-Leitartikel im Heft 1.2018

Beitragvon piscator » Mi 3. Jan 2018, 16:34

ThomasM hat geschrieben:Diese Grundprobleme werden sich auch in einer kommunistischen Gesellschaft, in der jeder dasselbe Nichts hat, ihre Bahn brechen. Daher ist das Teilen von Besitz (z.B. im Urchristentum) nicht Basis des Gerettet Seins, sondern Folge.
In jedem kommunistischen bzw. sozialistischen System gibt es die so genannte Nomenklatura, eine Führungsschicht, die extreme Privilegien genießt. Dazu genügt eine Blick in ein Geschichtsbuch.
Als Gott mich schuf wollte er angeben!


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