GroKo und kein Ende

Politik und Weltgeschehen
R.F.
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Re: GroKo und kein Ende

Beitragvon R.F. » Sa 10. Feb 2018, 12:45

Kingdom hat geschrieben:- - -
Darum fürchten die Mächtigen in Europa nichts mehr als eine direkte Demokratie. Diese will man unbedingt vermeiden, darum drangsaliert man jetzt UK und die Schweiz so stark, damit ein Exempel der statuiert werden kann.
- - -

Die Furcht vieler Mitbürger ist, dass sich ein maßgebender Politiker für die angesprochene direkte Demokratie stark macht. Bei den dann zu erwartenden Unruhen könnte es durchaus zu mit Waffengewalt geführten Auseinandersetzungen kommen.

Man kann Schulz unterstellen, dass er wusste, warum er in das Wahlprogramm bestimmte von der Basis geforderte Punkte nicht aufnahm.

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piscator
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Re: GroKo und kein Ende

Beitragvon piscator » Sa 10. Feb 2018, 16:19

R.F. hat geschrieben:Die Furcht vieler Mitbürger ist, dass sich ein maßgebender Politiker für die angesprochene direkte Demokratie stark macht.
Wer hat da konkret Angst und wo kann man das sehen?
Bei den dann zu erwartenden Unruhen könnte es durchaus zu mit Waffengewalt geführten Auseinandersetzungen kommen.
Ehrlich? Man diskutiert über Instrumente der direkten Demokratie und dann kommt es bei uns zu Unruhen? Mit Waffen?
Man kann Schulz unterstellen, dass er wusste, warum er in das Wahlprogramm bestimmte von der Basis geforderte Punkte nicht aufnahm.
"Man kann Schulz unterstellen" und "bestimmte, von der Basis geforderte Punkte". Ein wunderbares Beispiel für zwei schwammige Aussagen in einem Satz. Das bekommt selbst Eichelburg bei http://www.hartgeld.com nicht hin. :clap:
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Novalis
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Re: GroKo und kein Ende

Beitragvon Novalis » Sa 10. Feb 2018, 16:23

piscator hat geschrieben:Mir tut die SPD fast leid, aber nur fast


Wenn sie wirklich eine Erneuerung wollen, dann könnten sie ihn leicht durch einen Personalwechsel erreichen. Es gibt so viele passende Kandidaten, aber sie schicken Schulz... ich habe irgendwie den Eindruck, dass es Kräfte gibt, welche diese alte Arbeiterpartei systematisch vernichten wollen... ich überlasse es eurer Phantasie, wer ein Interesse daran haben könnte, diese „linke Volkspartei“ mit ihrer reichen Geschichte zu zerschlagen und in Verruf zu bringen. Das ist eine Methode, um die deutsche/europäische Arbeiterbewegung zu demoralisieren und zu schwächen. Die Weltpolitik ist bekanntlich ein Schachbrett und hinter jedem Zug steht ein strategischer Gedanke. Die Frage ist nur: cui bono? „Wem zum Vorteil?“

AlTheKingBundy hat geschrieben:Tja, der Wähler hat entschieden. Es wird ein neoliberales weiter so geben. Keine Reformen und schon gar keine Rückverteilung von oben nach unten. Man wird es damit rechtfertigen, dass man "Kompromisse" eingehen muss. Die beiden "Volksparteien" werden zu den Wegbereitern der Extremen.


Gut erkannt.
Zuletzt geändert von Novalis am Sa 10. Feb 2018, 17:10, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: GroKo und kein Ende

Beitragvon R.F. » Sa 10. Feb 2018, 17:08

piscator hat geschrieben:
R.F. hat geschrieben:Die Furcht vieler Mitbürger ist, dass sich ein maßgebender Politiker für die angesprochene direkte Demokratie stark macht.
Wer hat da konkret Angst und wo kann man das sehen?

Hättest Du Verwandte, Nachbarn oder Bekannte mit beachtlichen Guthaben, wüsstest Du die Antwort.
piscator hat geschrieben:
Bei den dann zu erwartenden Unruhen könnte es durchaus zu mit Waffengewalt geführten Auseinandersetzungen kommen.
Ehrlich? Man diskutiert über Instrumente der direkten Demokratie und dann kommt es bei uns zu Unruhen? Mit Waffen?

Glaubst Du tatsächlich, dass die Verlierer einer von breiten Kreisen unterstützten Wende nicht mit allen in Betracht kommenden Mitteln auf wirtschaftliche Nachteile reagieren werden?
piscator hat geschrieben:
Man kann Schulz unterstellen, dass er wusste, warum er in das Wahlprogramm bestimmte von der Basis geforderte Punkte nicht aufnahm.
"Man kann Schulz unterstellen" und "bestimmte, von der Basis geforderte Punkte". Ein wunderbares Beispiel für zwei schwammige Aussagen in einem Satz. Das bekommt selbst Eichelburg bei http://www.hartgeld.com nicht hin. :clap:

Zu deutlich wollte ich nicht werden, weil ich davon ausgehe, dass Du nicht wirklich so heftig auf dem Schlauch stehst, wie das Deine Worte nahe legen. :mrgreen:

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Re: GroKo und kein Ende

Beitragvon piscator » Sa 10. Feb 2018, 18:18

R.F. hat geschrieben:Hättest Du Verwandte, Nachbarn oder Bekannte mit beachtlichen Guthaben, wüsstest Du die Antwort.
Die habe ich tatsächlich, das bringt schon mein Beruf mit sich. Von irgendwelcher Furcht ist da nichts zusehen, das spielt sich nur in deiner Phantasie ab.
Glaubst Du tatsächlich, dass die Verlierer einer von breiten Kreisen unterstützten Wende nicht mit allen in Betracht kommenden Mitteln auf wirtschaftliche Nachteile reagieren werden?
Du meine Güte, was faselst du denn da? Was für eine Wende soll das bitte sein?
Zu deutlich wollte ich nicht werden, weil ich davon ausgehe, dass Du nicht wirklich so heftig auf dem Schlauch stehst, wie das Deine Worte nahe legen.
Nun, du kannst doch gar nicht deutlich werden, sonst würde man sofort erkennen, das du sehr wenig Wissen und noch weniger Ahnung hast. :mrgreen:
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Re: GroKo und kein Ende

Beitragvon piscator » Sa 10. Feb 2018, 18:24

Novalis hat geschrieben:Wenn sie wirklich eine Erneuerung wollen, dann könnten sie ihn leicht durch einen Personalwechsel erreichen. Es gibt so viele passende Kandidaten, aber sie schicken Schulz... ich habe irgendwie den Eindruck, dass es Kräfte gibt, welche diese alte Arbeiterpartei systematisch vernichten wollen... ich überlasse es eurer Phantasie, wer ein Interesse daran haben könnte, diese „linke Volkspartei“ mit ihrer reichen Geschichte zu zerschlagen und in Verruf zu bringen. Das ist eine Methode, um die deutsche/europäische Arbeiterbewegung zu demoralisieren und zu schwächen. Die Weltpolitik ist bekanntlich ein Schachbrett und hinter jedem Zug steht ein strategischer Gedanke. Die Frage ist nur: cui bono? „Wem zum Vorteil?“
Ich denke, das Problem liegt eher darin, dass die SPD noch nicht erkannt hat, dass es die alte Arbeiterschaft aus der Nachkriegszeit schon lange nicht mehr gibt. Ich weiß nicht, ob man da den alten Cicero zitieren muss, um zu erkennen, wem dies nützt. Aus meiner Sicht hat sich die SPD überlebt, da die CDU schon vor Jahren in vielen Bereichen sozialdemokratisch geworden ist.
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Re: GroKo und kein Ende

Beitragvon Novalis » Sa 10. Feb 2018, 18:31

piscator hat geschrieben: Ich weiß nicht, ob man da den alten Cicero zitieren muss, um zu erkennen, wem dies nützt


Ja, muss man.

Ich denke, das Problem liegt eher darin, dass die SPD noch nicht erkannt hat, dass es die alte Arbeiterschaft aus der Nachkriegszeit schon lange nicht mehr gibt.


Das wird gerne erzählt. Es heißt, dass es keinen Klassenkampf mehr gibt, aber de facto gibt es ihn immer noch. Nicht nur von unten, sondern auch von oben. Allerdings verbietet es die politisch korrekte Sprache diesen Begriff zu verwenden und das Kind beim Namen zu nennen :)

Der Kampf um die Kontrolle des Cyberspace ist im Grunde eine Klassenfrage, was beweist, dass der Klassenkampf lebendig und wohlauf ist. Als Präsident Obama beschuldigt wurde, den »Klassenkampf« in die Politik zu tragen, protzte Warren Buffet: »Es gibt vielleicht Klassenkampf, aber es ist meine Klasse, die Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.« Wenn Klassenkampf noch immer ein Anathema im öffentlichen amerikanischen Diskurs ist, so kehrt dieses Thema mit voller Kraft in Hollywood zurück. Man muss nicht lange nach Klassenkampf suchen - ob es uns gefällt oder nicht, wir finden ihn schnell und unverhofft. Denken wir an postapokalyptische Blockbuster (oder sogar Videospiele) wie Neill Blomkamps Elysium (2013), im Jahr 2154 angesiedelt, in dem die Reichen in einer gigantischen Raumstation leben, während der Rest der Bevölkerung auf einer zerstörten Erde lebt, die wie ein riesiges lateinamerikanisches Armenviertel aussieht. Dieser Film ist der bislang letzte in einer Serie, die mit John Boormans Zardoz (1974) beginnt, der eine postapokalyptische Erde im Jahr 2293 zeigt, mehrheitlich bewohnt von den "Brutalen", normalen Menschen, die unter elenden, gewalttätigen Bedingungen leben. Sie werden von den "Ewigen" beherrscht, die eine privilegierte Gruppe von Brutalen, genannt "Kämpfer Zardoz" (im Original: Exterminators) als ihre Kriegerklasse benutzen, um die normalen Brutalen unter Kontrolle zu halten.

Die Kämpfer Zardoz beten den Gott Zardoz an, einen großen, fliegenden, hohlen Steinkopf, dessen Botschaft lautet: "Waffen sind gut, der Penis ist schlecht. Der Penis verschießt Samen und bringt neues Leben hervor, um die Erde mit der Plage der Menschen zu vergiften wie früher einmal, aber die Waffen töten und reinigen die Erde von dem Schmutz der Brutalen. Macht weiter ... und tötet!" Die Zardoz-Gottheit versorgt die Kämpfer mit Waffen, während diese sie mit Getreide versorgen, um die Ewigen zu ernähren, die in Vortex leben, einer abgesonderten Gemeinschaft zivilisierter Menschen, beschützt von einem unsichtbare Kraftfeld. Die unsterblichen Ewigen führen ein angenehmes, aber bedrückendes Leben, und wie vorherzusehen endet der Film mit der Zerstörung des Schutzschilds, so dass die Ewigen Sex und Sterblichkeit wiederentdecken. ~ Slavoj Žižek, Ärger im Paradies (Vom Ende der Geschichte zum Ende des Kapitalismus)


Das klingt nicht nach einer Einladung zu einer lustigen Geburtstagsparty. Es ist kein Zufall, dass solche Filme in Hollywood laufen, denn sie sind ein Spiegel für das kollektive Bewusstsein und Ereignisse in der realen Weltpolitik.
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Re: GroKo und kein Ende

Beitragvon R.F. » Sa 10. Feb 2018, 19:10

piscator hat geschrieben:
R.F. hat geschrieben:Hättest Du Verwandte, Nachbarn oder Bekannte mit beachtlichen Guthaben, wüsstest Du die Antwort.
Die habe ich tatsächlich, das bringt schon mein Beruf mit sich. Von irgendwelcher Furcht ist da nichts zusehen, das spielt sich nur in deiner Phantasie ab.
- - -


Jawollja, Du siehst das völlig richtig. Lass’ Deinen klaren Blick von Blödmännern wie dem R.F. nicht vernebeln, Du hellwacher Zeitgenosse... Bild

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Re: GroKo und kein Ende

Beitragvon piscator » Mo 12. Feb 2018, 13:33

Novalis hat geschrieben:
piscator hat geschrieben: Ich weiß nicht, ob man da den alten Cicero zitieren muss, um zu erkennen, wem dies nützt

Ja, muss man.
Ich denke, das Problem liegt eher darin, dass die SPD noch nicht erkannt hat, dass es die alte Arbeiterschaft aus der Nachkriegszeit schon lange nicht mehr gibt.

Das wird gerne erzählt. Es heißt, dass es keinen Klassenkampf mehr gibt, aber de facto gibt es ihn immer noch. Nicht nur von unten, sondern auch von oben. Allerdings verbietet es die politisch korrekte Sprache diesen Begriff zu verwenden und das Kind beim Namen zu nennen :)
Ich mache jede Wette, dass die SPD den Begriff "Klassenkampf" genauso wenig allgemeinverständlich definieren kann, wie den Begriff "Gerechtigkeit".
Das mag auch daran liegen, das man selbst in der SPD (und auch bei den anderen Parteien)kaum noch Leute findet, die irgendwann mal tatsächlich gearbeitet haben.

Natürlich versucht man nach wie vor den Nimbus den hart arbeitenden Malochers aufrecht zu erhalten, bei Pressekonferenzen meint man im Hintergrund dekorativ eine Schubkarre und eine Schippe zu sehen, die Funktionäre geben sich, als hätten sie sich gerade nach einer Doppelschicht im Kohleschacht oder am Hochofen noch leicht schwitzend in den Anzug gezwängt und gerade das wirkt lächerlich.

Die Arbeitswelt sieht heute in weiten Teilen anders aus. Da sind die großen Gewerkschaften deutlich weiter und glaubhafter. Gerade der qualifizierte gut verdienende Arbeiter in der Industrie weiß doch ganz genau, dass er letztendlich zu den Gutverdienenden gehört, die die SPD schröpfen will. Der sieht doch ganz genau, dass er die Sozialsysteme füttern darf, aus denen er nie was erhalten wird.
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Re: GroKo und kein Ende

Beitragvon R.F. » Mo 12. Feb 2018, 14:42

Der ukrainische Präsident ahnt die kommende Zeitenwende.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/u ... 92963.html

Doch keine Sorge, Minus-Konten sind nicht in Gefahr...Bild


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