Was ist eine zeitgemäße Leitkultur?

Philosophisches zum Nachdenken
Pluto
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#1 Was ist eine zeitgemäße Leitkultur?

Beitrag von Pluto » Di 13. Dez 2016, 17:45

Thema abgetrennt aus: Die Seele eines Tintenfisches


closs hat geschrieben:
Novalis hat geschrieben:Ich bin schon der Ansicht, dass es eine Schöpfung unabhängig von der menschlichen Wahrnehmung gibt, aber nicht unabhängig von BEWUSSTSEIN/GEIST.
Wobei "Bewusstsein/Geist" offensichtlich nicht menschlicher Natur sein muss - sonst gäbe es ja kein Universums vor Gott.
Hä? :roll:
Woher wollt ihr "Pappenheimer" wissen, ob das alles stimmt? Wie könnt ihr euch anmaßen, das zu wissen?
Und vor allem, wie wollt ihr das anhand von Beobachtungen, überprüfen?

Oder ist es alles nur Vermutung, also nix, was man mit Gewissheit sagen darf?
Warum tut ihr dann so als ob dies unmstößliche Wahrheiten wären? — Ist der Wunsch vllt. der Vater des Gedanken?
Glaubst du noch, oder denkst du schon?

Wenn ein Mensch etwas „glaubt", so heißt dies möglicherweise nur, dass er etwas „vermutet", dass er sich seines "Wissens" nicht ganz sicher ist. Diese rationale Form des Glaubens ist für evolutionäre Humanisten völlig unproblematisch, schließlich sollte jedem, der sich auch nur halbwegs mit Erkenntnis- oder Wissenschaftstheorie beschäftigt hat, klar sein, dass alles Wissen „durchwebt (ist) von Vermutung", wie Xenophanes schon vor Jahrtausenden formuliert hat.

Schwierigkeiten bereitet hingegen die zweite Bedeutung von „Glaube", die exakt das Gegenteil meint: Wenn jemand von sich sagt, er „glaube", so kann das auch heißen, dass er etwas für unbedingt wahr hält, dass er sich des Geglaubten über alle Maßen sicher ist. Diese irrationale Form des Glaubens, die für echte (ungezähmte) Religionen konstitutiv ist, widerspricht nicht nur unserem Wissen um die notwendige Begrenztheit unseres Wissens, sie ist zudem aus zwei weiteren Gründen für evolutionäre Humanisten inakzeptabel:

  • • Erstens: Durch die Unbedingtheit des Glaubens werden historisch bedingte Irrtümer sowie unzulängliche Moralvorstellungen für die Zukunft festgeschrieben, also künftige Erkenntnis- und Hurnanitätsfortschritte zugunsten dogmatischer Borniertheit verhindert.

    • Zweitens: Unbedingter religiöser Glaube beschwört fast unweigerlich schwerwiegende Konflikte herauf. Nicht umsonst hieß es in der „Kriminalgeschichte" der Religionen und Konfessionen immer wieder: Du wirst dran glauben (was wir dir als absolute Wahrheit verkünden) oder du wirst dran glauben müssen (eines gewaltsamen Todes sterben)!
[Quelle: Manifest des evolutionären Humanismus. Plädoyer für eine zeitgemäße Leitkultur - Michael Schmidt-Salomon - 2005]

Vermutung und Glaube werden toleriert, sind entschuldbar und sogar verfassungsmäßig garantierte Grundrechte jedes Bürgers.
Aber warum weigern sich so viele Leute, die von der Wissenschaft aufgedeckten Fakten anzuerkennen, und halten statt dessen lieber die 2-3000 Jahre alte Mythen eines Volks von Ziegenhirten am östlichen Rand des Mittelmeers, für die Wahrheit? — Das verstehe ich nicht.

Oder werden hier die Weisheiten vergangener Jahrtausenden mit unumstößlicher Wahrheit verwechselt?
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

Novas
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#2 Re: Was ist eine zeitgemäße Leitkultur?

Beitrag von Novas » Di 13. Dez 2016, 18:25

Pluto hat geschrieben:
closs hat geschrieben:
Novalis hat geschrieben:Ich bin schon der Ansicht, dass es eine Schöpfung unabhängig von der menschlichen Wahrnehmung gibt, aber nicht unabhängig von BEWUSSTSEIN/GEIST.
Wobei "Bewusstsein/Geist" offensichtlich nicht menschlicher Natur sein muss - sonst gäbe es ja kein Universums vor Gott.
Hä? :roll:
Woher wollt ihr "Pappenheimer" wissen, ob das alles stimmt? Wie könnt ihr euch anmaßen, das zu wissen?

Wie kannst Du dir immer wieder anmaßen, dass alleine deine Weltanschauung wahr und denkwürdig ist und auf andere Weltanschauungen herab schauen? Deine Weltanschauung besteht aus subjektiven Ideen, Konzepten, Überzeugungen über die Welt. Dein Geist hat sich ein bestimmtes Modell von der Welt, eben eine Weltanschauung gebildet.
Das ist vollkommen in Ordnung. Problematisch ist nur der Fundamentalismus, der sich anmaßt, er dürfe von oben herab eine Weltanschauung diktieren. Wenn ich das bei Dir nicht mache, solltest Du das bei mir auch nicht machen ;)

Warum tut ihr dann so als ob dies unmstößliche Wahrheiten wären? — Ist der Wunsch vllt. der Vater des Gedanken?

Das ist eine Lüge, denn ich habe NOCH NIE... in meinem ganzen Leben nicht... unumstößliche Wahrheiten verkündet. Ich zeige hier lediglich andere Anschauungen auf. Kaum zu glauben, aber das ist der Sinn eines Forums. :D wenn Du nur mit Menschen reden willst, die deine Anschauungen teilen, dann sollten wir das lassen.

Novas
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#3 Re: Die Seele eines Tintenfisches

Beitrag von Novas » Di 13. Dez 2016, 18:33

Pluto hat geschrieben:Vermutung und Glaube werden toleriert, sind entschuldbar und sogar verfassungsmäßig garantierte Grundrechte jedes Bürgers.
Aber warum weigern sich so viele Leute, die von der Wissenschaft aufgedeckten Fakten anzuerkennen, und halten statt dessen lieber die 2-3000 Jahre alte Mythen eines Volks von Ziegenhirten am östlichen Rand des Mittelmeers, für die Wahrheit? — Das verstehe ich nicht.

Oder werden hier die Weisheiten vergangener Jahrtausenden mit unumstößlicher Wahrheit verwechselt?

Du verkündigst (wie auch Michael Schmidt Salomon) dass alleine deine Weltanschauung wahr und denkwürdig ist. Du selbst scheinst diesem Irrtum verfallen zu sein. Du solltest Dich über religiösen Fundamentalismus nicht empören, wenn Du selbst fundamentalistisch nur Dich, nur deine Weltanschauung siehst. Dann solltest Du dich vor den Spiegel setzen und mit Dir selbst reden.... :P

closs
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#4 Re: Die Seele eines Tintenfisches

Beitrag von closs » Di 13. Dez 2016, 19:15

Pluto hat geschrieben:Woher wollt ihr "Pappenheimer" wissen, ob das alles stimmt? Wie könnt ihr euch anmaßen, das zu wissen?
Es gibt prinzipiell KEIN universales Wissen außer dem "Ich bin" - insofern ist es keine Anmaßung, zu "wissen". - Es handelt sich um ein "Wissen" für den Fall, dass geistig plausibel scheinende Annahmen richtig sind.

Pluto hat geschrieben:Manifest des evolutionären Humanismus. Plädoyer für eine zeitgemäße Leitkultur - Michael Schmidt-Salomon - 2005
Dein Zitaten-Geber ist Naturalist - das heißt, dass er etwas anderes für plausibel hält, das zu "WIssen" führt, wenn seine Annahmen richtig sind. - Er argumentiert genauso glaubens-mäßig wei Ratzinger - nur auf anderer Ebene.

Pluto hat geschrieben:Aber warum weigern sich so viele Leute, die von der Wissenschaft aufgedeckten Fakten anzuerkennen
Darum geht es nicht - das ist auch nicht der Fall. - Reine Sachergebnisse werden geteilt - wir reden hier nicht von Wissenschaft, sondern von Weltanschauungen/Ideologien, die sich daraus bedienen.

Novas
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#5 Re: Die Seele eines Tintenfisches

Beitrag von Novas » Di 13. Dez 2016, 19:17

Pluto hat geschrieben:
closs hat geschrieben:
Novalis hat geschrieben:Ich bin schon der Ansicht, dass es eine Schöpfung unabhängig von der menschlichen Wahrnehmung gibt, aber nicht unabhängig von BEWUSSTSEIN/GEIST.
Wobei "Bewusstsein/Geist" offensichtlich nicht menschlicher Natur sein muss - sonst gäbe es ja kein Universums vor Gott.
Hä? :roll:
Woher wollt ihr "Pappenheimer" wissen, ob das alles stimmt? Wie könnt ihr euch anmaßen, das zu wissen?
Und vor allem, wie wollt ihr das anhand von Beobachtungen, überprüfen?

Oder ist es alles nur Vermutung, also nix, was man mit Gewissheit sagen darf?
Warum tut ihr dann so als ob dies unmstößliche Wahrheiten wären? — Ist der Wunsch vllt. der Vater des Gedanken?
Glaubst du noch, oder denkst du schon?

Wenn ein Mensch etwas „glaubt", so heißt dies möglicherweise nur, dass er etwas „vermutet", dass er sich seines "Wissens" nicht ganz sicher ist. Diese rationale Form des Glaubens ist für evolutionäre Humanisten völlig unproblematisch, schließlich sollte jedem, der sich auch nur halbwegs mit Erkenntnis- oder Wissenschaftstheorie beschäftigt hat, klar sein, dass alles Wissen „durchwebt (ist) von Vermutung", wie Xenophanes schon vor Jahrtausenden formuliert hat.

Schwierigkeiten bereitet hingegen die zweite Bedeutung von „Glaube", die exakt das Gegenteil meint: Wenn jemand von sich sagt, er „glaube", so kann das auch heißen, dass er etwas für unbedingt wahr hält, dass er sich des Geglaubten über alle Maßen sicher ist. Diese irrationale Form des Glaubens, die für echte (ungezähmte) Religionen konstitutiv ist, widerspricht nicht nur unserem Wissen um die notwendige Begrenztheit unseres Wissens, sie ist zudem aus zwei weiteren Gründen für evolutionäre Humanisten inakzeptabel:

  • • Erstens: Durch die Unbedingtheit des Glaubens werden historisch bedingte Irrtümer sowie unzulängliche Moralvorstellungen für die Zukunft festgeschrieben, also künftige Erkenntnis- und Hurnanitätsfortschritte zugunsten dogmatischer Borniertheit verhindert.

    • Zweitens: Unbedingter religiöser Glaube beschwört fast unweigerlich schwerwiegende Konflikte herauf. Nicht umsonst hieß es in der „Kriminalgeschichte" der Religionen und Konfessionen immer wieder: Du wirst dran glauben (was wir dir als absolute Wahrheit verkünden) oder du wirst dran glauben müssen (eines gewaltsamen Todes sterben)!
[Quelle: Manifest des evolutionären Humanismus. Plädoyer für eine zeitgemäße Leitkultur - Michael Schmidt-Salomon - 2005]

Vermutung und Glaube werden toleriert, sind entschuldbar und sogar verfassungsmäßig garantierte Grundrechte jedes Bürgers.
Aber warum weigern sich so viele Leute, die von der Wissenschaft aufgedeckten Fakten anzuerkennen, und halten statt dessen lieber die 2-3000 Jahre alte Mythen eines Volks von Ziegenhirten am östlichen Rand des Mittelmeers, für die Wahrheit? — Das verstehe ich nicht.

Oder werden hier die Weisheiten vergangener Jahrtausenden mit unumstößlicher Wahrheit verwechselt?

Dazu sei noch gesagt, dass der "Evolutionäre Humanismus" nur ein neuer Begriff für eine alte Ideologie ist... früher nannte er sich Marxismus-Leninismus.

Pluto
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#6 Re: Die Seele eines Tintenfisches

Beitrag von Pluto » Di 13. Dez 2016, 19:25

Novalis hat geschrieben:
Pluto hat geschrieben:Hä? :roll:
Woher wollt ihr "Pappenheimer" wissen, ob das alles stimmt? Wie könnt ihr euch anmaßen, das zu wissen?
Wie kannst Du dir immer wieder anmaßen, dass alleine deine Weltanschauung wahr und denkwürdig ist und auf andere Weltanschauungen herab schauen? Deine Weltanschauung besteht aus subjektiven Ideen, Konzepten, Überzeugungen über die Welt. Dein Geist hat sich ein bestimmtes Modell von der Welt, eben eine Weltanschauung gebildet.
Wieso redest du dauernd von Weltaschauung, wenn dir FAKTEN präsentiert werden?

Novalis hat geschrieben:
Warum tut ihr dann so als ob dies unmstößliche Wahrheiten wären? — Ist der Wunsch vllt. der Vater des Gedanken?
Das ist eine Lüge, denn ich habe NOCH NIE... in meinem ganzen Leben nicht... unumstößliche Wahrheiten verkündet.
Dann beweise es, in dem du Fakten anerkennst, anstatt von Bewusstsein als Ursprung der Welt zu reden!

Novalis hat geschrieben:Ich zeige hier lediglich andere Anschauungen auf.
Ja. Im Brustton der Überzeugung und mit viel Herumfuchteln der Arme, verkündest du Anschauungen die den Fakten widersprechen.

Deepak Chopra lässt grüßen. :mrgreen:
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

Novas
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#7 Re: Die Seele eines Tintenfisches

Beitrag von Novas » Di 13. Dez 2016, 19:27

closs hat geschrieben:
Pluto hat geschrieben:Manifest des evolutionären Humanismus. Plädoyer für eine zeitgemäße Leitkultur - Michael Schmidt-Salomon - 2005
Dein Zitaten-Geber ist Naturalist - das heißt, dass er etwas anderes für plausibel hält, das zu "WIssen" führt, wenn seine Annahmen richtig sind. - Er argumentiert genauso glaubens-mäßig wei Ratzinger - nur auf anderer Ebene.

Michael ist ein Marxist

Pluto
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#8 Re: Die Seele eines Tintenfisches

Beitrag von Pluto » Di 13. Dez 2016, 19:34

Novalis hat geschrieben:Michael ist ein Marxist
Wie begründest du diesen Nonsens?

Und überhaupt... Marxismus ist eine, im 20. Jahrhundert, erwiesenermaßen gescheiterte Ideologie.

Nochmals...
  • Vermutung und Glaube werden toleriert, sind entschuldbar und sogar verfassungsmäßig garantierte Grundrechte jedes Bürgers.
Aber wenn das zu ideologischen Aussagen führt, die den Fakten widersprechen, dann gebietet die Meinungsfreiheit, diesen Ideologien entgegnen zu dürfen.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

Pluto
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#9 Re: Die Seele eines Tintenfisches

Beitrag von Pluto » Di 13. Dez 2016, 19:37

closs hat geschrieben:Reine Sachergebnisse werden geteilt - wir reden hier nicht von Wissenschaft, sondern von Weltanschauungen/Ideologien, die sich daraus bedienen.
Du versuchst aus Fakten, eine Ideologie zu machen?
Verstehe ich nicht.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

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#10 Re: Die Seele eines Tintenfisches

Beitrag von Novas » Di 13. Dez 2016, 19:42

Pluto hat geschrieben:
Novalis hat geschrieben:Ich zeige hier lediglich andere Anschauungen auf.
Ja. Im Brustton der Überzeugung und mit viel Herumfuchten der Arme, verkündest du Anschauungen die den Fakten widersprechen

Weder fuchtel ich mit meinen Armen herum, noch habe ich jemals behauptet, unumstößliche Wahrheiten zu verkündigen. Das ist wieder nur leere Polemik.

Deepak Chopra lässt grüßen. :mrgreen:

Ich habe ein Buch von Chopra gelesen. Er ist ein hervorragender Schriftsteller, der Herz und Verstand erkennen lässt. Mehr solche Menschen könnte die Welt gebrauchen, denn seine Bücher haben vielen Menschen geholfen.

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