Rosenkranz

Hemul
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Re: Rosenkranz

Beitragvon Hemul » Mo 13. Nov 2017, 14:56

Novalis hat geschrieben:Daran sehen wir: Wahrheit und heilige spirituelle Praxis, hilfreiche Gebets- und Meditationsformen gibt es auch in anderen Religionen. Die Unterschiede sind tatsächlich nicht besonders groß, wenn man einfach mal die vergleichende Religionswissenschaft betrachtet.

Mir ist aber nicht bekannt, dass Juden damals wie heute, oder die ersten Christen eine Perlenkette bei ihrer Anbetung benutzten.
Für sachdienstliche Hinweise die das Gegenteil beweisen bedanke ich mich im Voraus mit einem sehr schönen :blumenstrauss: bei Dir. Sollte doch ein Anreiz für Dich sein Deine geschmeidigen Finger hier fliegen zu lassen-gelle? :wave:

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Novalis
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Re: Rosenkranz

Beitragvon Novalis » Mo 13. Nov 2017, 15:16

Jeder Vater und jede Mutter freut sich, wenn ihr Kind an sie denkt und dadurch die Liebe zeigt. So freut sich ebenso der Große Schöpfer, wenn wir in Liebe an ihn denken, denn er ist unser Abba (aramäisch: „Vater“) und er ist selbstverständlich nicht nur der Abba der Christen, sondern aller Menschen und nicht nur aller Menschen, sondern aller Lebewesen auf Erden und nicht nur auf Erden, sondern im ganzen Universum. Jedes von Herzen kommende Gebet strahlt als spirituelles Licht in das ganze Weltall aus und darum lohnt sich selbst das scheinbar kleinste und unbedeutendste Gebet. Im Osten wird das Bhakti Yoga genannt - der Weg der liebenden Hingabe an Gott. Die Schönheit dieses Weges besteht darin, dass der Mensch eine liebende Kenntnis von Gott erlangt, sodass sein ganzes Sein davon durchdrungen ist (der katholische Rosenkranz gehört zu dieser Kategorie). Darüber hinaus gibt es Jnana Yoga, der Weg des Wissens oder der Erkenntnis, wie ihn die Philosophen und Wissenschaftler beschreiten, sowie Karma Yoga, der Weg des selbstlosen, altruistischen Handelns zum Wohle aller Wesen.

Alle diese Wege dienen der Erleuchtung des Menschen und werden darum in Freude vom höchsten Herrn angenommen und vollkommen akzeptiert: lokāḥ samastāḥ sukhino bhavantu, so lautet ein jahrtausendealter Segensspruch aus dem Sanskrit. Er bedeutet übersetzt:

Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein und Harmonie erfahren.


Bild

Soetwas ist selbstverständlich auch vollkommen im Einklang mit dem Christentum, denn das Thema der christlichen Religion ist die Erlösung der ganzen Schöpfung. :thumbup: Wenn ich bete, dann bete ich nicht nur für mich, sondern für das Wohl aller Wesen. Wie dieses Gebet verrichtet wird, ist nicht so wichtig, denn es kommt auf die Einstellung des Herzens an. Es hat jedoch etwas Edles und Erhabenes an sich, wenn man das Gebet im Einklang mit der heiligen Tradition betet. Außerdem nimmt der einzelne Christ dadurch Anteil am Energiefeld des größeren kollektiven Bewusstseins der Kirche. Wenn zusammen auf eine bestimmte Weise gebetet wird, so erhöht sich die Kraftschwingung des Gebets, weil sich die vielen Gebete zu einem machtvollen gemeinsamen Gebet verbinden.
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Re: Rosenkranz

Beitragvon Catholic » Mo 13. Nov 2017, 15:43

Hemul hat geschrieben:Mir ist aber nicht bekannt, dass Juden damals wie heute, oder die ersten Christen eine Perlenkette bei ihrer Anbetung benutzten.
...


Mir ist nicht bekannt dass die ersten Christen Autos fuhren,aber...!
Nein,im Ernstt,weisst Du was der Rosenkranz ist?
Der Rosenkranz ist eine Betrachtung des Lebens Jesu...und das ist doch wohl immer noch christlich,oder?

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Re: Rosenkranz

Beitragvon Verlorener_Sohn » Mo 13. Nov 2017, 15:47

Würde bitte ein Moderator die Diskussionen um den Rosenkranz abtrennen und verschieben, bitte?

Hier soll es um die Gebetspraxis gehen, nicht um die kritische Diskussionen derselben.

Wäre nett.
Ich bin römisch-katholisch.
Verloren ist nur noch mein Nick-Name.

In principio erat Verbum, et Verbum erat apud Deum, et Deus erat Verbum.

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Re: Rosenkranz

Beitragvon Hemul » Mo 13. Nov 2017, 16:12

Novalis hat geschrieben:Jeder Vater und jede Mutter freut sich,.........

Klar freut sich der Vater den Jesus in Johannes 8:44 wie folgt demaskiert:
44 Ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun!

Von Anfang an verstand es der Vater der Lüge Menschen mit Erfolg in die Irre zu führen. Nicht umsonst warnt der Apostel Paulus uns deshalb in 2.Korinther 11:12-15 so eindringlich vor diesem hinterlistigen Spitzbuben nebst Anhang:
12 Was ich tue, das werde ich auch künftig tun, um denen keinen Anlass zur Kritik zu geben, die einen Anlass suchen. Worauf sie stolz sind, das soll sich bei ihnen finden lassen, so wie bei uns. 13 Denn Leute dieses Schlages sind falsche Apostel, hinterhältige Gesellen, die sich als Apostel Christi tarnen. 14 Doch das ist kein Wunder, tarnt sich ja der Satan selbst als Engel des Lichts. 15 Es ist also nichts Besonderes, wenn auch seine Diener sich tarnen, als wären sie Diener der Gerechtigkeit; ihr Ende wird ihren Taten entsprechen.

:wave:

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Re: Rosenkranz

Beitragvon Novalis » Mo 13. Nov 2017, 16:31

Wenn Du von dem falschen Apostel sprichst, dann meinst Du wohl Dich selbst? Du zitierst das ja immer wieder auf eine irgendwie manische Weise. Ich habe übrigens nie von mir behauptet, dass ich ein Apostel oder Prophet bin, deswegen kann ich logischer Weise auch kein falscher Apostel oder falscher Prophet sein. Ich bin ein ganz einfacher und armseliger Nachfolger des Herrn Jesus Christus und das halte ich auch im Sinne des heiligen Franz von Assisi für die größte Auszeichnung ;) was die Diskussion angeht:

Rembremerding hat geschrieben:Dieses Unterforum ist übrigens mehr Plattform für Gebetsanliegen, Gebete und Gebetsleben, weniger für Kritiksucht. Dazu gibt es genügend andere Möglichkeiten.
Zuletzt geändert von Novalis am Mo 13. Nov 2017, 16:47, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Rosenkranz

Beitragvon Rembremerding » Mo 13. Nov 2017, 16:34

Mein beeindruckendstes Rosenkranzgebet war in Betlehem.
Jeden Tag ab 18 Uhr treffen sich dort christliche Anwohner der 9 Meter hohen Mauer Richtung Staat Israel, darunter die Nonnen des Caritas Baby-Care-Krankenhauses. Etwa 20 bis 30 Gläubige nehmen daran teil und es wird auf arabisch, hebräisch und englisch gebetet. Das Gebet geht langsamen Schrittes etwa 400 Meter entlang der Mauer, auf der an einer Stelle Maria gemalt wurde, unter deren Mantel man mit freien Blick die Silhouette von Jerusalem darstellte. Das Gebet soll Gott um Hilfe bitten für den Frieden zwischen Palästinenser und Juden, für Freiheit, gegen Abgrenzung und die schreckliche Mauer, die Familien und Freunde voneinander trennt.

Besonders Freitags kann es dramatisch werden: Nach 16 Uhr strömen die muslimischen Palästinenser aus ihrer Moschee, bewerfen wie in einem Ritual israelische Soldaten mit Steinen und Molotow-Cocktails, die mit Panzerfahrzeugen, Wasserwerfer und Tränengas antworten. Ein lautes Knallen und Schüsse sind zu hören. Eine Stunde später dann zwei Straßenzüge weiter der friedliche und stille Protest der Christen, bei dem ich noch nie Soldaten gesehen habe, obwohl man direkt an einen Checkpoint herangeht und natürlich dann wieder umdreht ohne zu provozieren. Wenn der Wind schlecht steht, kann es sein, dass noch Tränengasschwaden über die Beter des schmerzhaften Rosenkranzes schweben und die Augen brennen lässt.
"Der Tag ist nicht mehr fern, an dem die Menschheit zwischen Selbstmord und Anbetung wählen kann”
(Pierre Teilhard de Chardin).
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Re: Rosenkranz

Beitragvon Travis » Mo 13. Nov 2017, 16:51

Als Teenager bin ich einmal zur Beichte gegangen und sollte danach ein oder zwei Mal den Rosenkranz beten. Wie der Mensch halt so ist, sieht er Hilfsmittel im Gebet in seiner Gedankenlosigkeit auch irgendwann mit anderen Augen. Interpretiert also MEHR in das Ding als solches, als vom Urheber vorgesehen war. Wie ich es verstanden hatte, ist der Rosenkranz genau das und auch nicht mehr... ein Hilfsmittel zum Gebet.

Allerdings finde ich die Beichte als festen Bestandteil des Glaubenslebens gar nicht übel. Einander die Sünden zu bekennen ist auch gut bibilisch. Natürlich muss es im Vertrauen sein und nicht in Formen erstarren oder ersticken oder als lästige nutzlose Pflicht gesehen werden. Im weiteren Sinne ist Beichte vermutlich nicht nur für Christen eine tolle Sache, auch wenn es dort zumindest von der Grundlage her, fester Teil des Zusammenlebens ist.

der travis

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Re: Rosenkranz

Beitragvon Novalis » Mo 13. Nov 2017, 17:03

Rembremerding hat geschrieben:Mein beeindruckendstes Rosenkranzgebet war in Betlehem.
Jeden Tag ab 18 Uhr treffen sich dort christliche Anwohner der 9 Meter hohen Mauer Richtung Staat Israel, darunter die Nonnen des Caritas Baby-Care-Krankenhauses. Etwa 20 bis 30 Gläubige nehmen daran teil und es wird auf arabisch, hebräisch und englisch gebetet. Das Gebet geht langsamen Schrittes etwa 400 Meter entlang der Mauer, auf der an einer Stelle Maria gemalt wurde, unter deren Mantel man mit freien Blick die Silhouette von Jerusalem darstellte. Das Gebet soll Gott um Hilfe bitten für den Frieden zwischen Palästinenser und Juden, für Freiheit, gegen Abgrenzung und die schreckliche Mauer, die Familien und Freunde voneinander trennt.

Besonders Freitags kann es dramatisch werden: Nach 16 Uhr strömen die muslimischen Palästinenser aus ihrer Moschee, bewerfen wie in einem Ritual israelische Soldaten mit Steinen und Molotow-Cocktails, die mit Panzerfahrzeugen, Wasserwerfer und Tränengas antworten. Ein lautes Knallen und Schüsse sind zu hören. Eine Stunde später dann zwei Straßenzüge weiter der friedliche und stille Protest der Christen, bei dem ich noch nie Soldaten gesehen habe, obwohl man direkt an einen Checkpoint herangeht und natürlich dann wieder umdreht ohne zu provozieren. Wenn der Wind schlecht steht, kann es sein, dass noch Tränengasschwaden über die Beter des schmerzhaften Rosenkranzes schweben und die Augen brennen lässt.



Eine atmosphärisch exzellente Beschreibung :thumbup: das gibt einen schönen Einblick, wie Gebetspraxis eben nicht realitätsfremdes Herumgezuckel ist, sondern das genaue Gegenteil: eine Begegnung mit der Realität. Wir leben in einer gebrochenen Welt und darum braucht es das Licht unsrer Gebete. Es ist nicht lange her, da tobte der Kalte Krieg und die Welt war in der Kubakrise kurz vor einem atomaren Super-Gau. Meine persönliche Meinung dazu ist: das Licht unsrer gemeinsamen Gebete hat es verhindert. Sie können nicht alles verhindern, aber wenn sie das Schlimmste verhindern, dann ist damit schon viel gewonnen. Interessant finde ich auch, wie nach dem Zusammenfall der Sowjetunion das orthodoxe Christentum nach Russland zurückkehrte. Inzwischen gibt es in Amerika sehr viele orthodoxe Christen, die mit ihren Brüdern in Russland in Frieden und Freundschaft verbunden sind und auf diese Weise ebenfalls heilsam und deeskalierend auf die Politik einwirken.

Unser gemeinsames Gebet heilt, erleuchtet und verwandelt die Welt.
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Re: Rosenkranz

Beitragvon Rembremerding » Mo 13. Nov 2017, 17:29

Novalis hat geschrieben:Es ist nicht lange her, da tobte der Kalte Krieg und die Welt war in der Kubakrise kurz vor einem atomaren Super-Gau. Meine persönliche Meinung dazu ist: das Licht unsrer Gebete hat es verhindert. Sie können nicht alles verhindern, aber wenn sie das Schlimmste verhindern, dann ist damit schon viel gewonnen.

Lech Walesa und andere seiner Mitstreiter bei der Solidarnocz bestätigen, dass es einen entscheidenden Augenblick gab, der sie zum friedlichen Widerstand bewegte:
Als der hl. Papst Johannes Paul II. 1979 kurz nach seinem Amtsantritt nach Polen reiste und vor dem Rosenkranz das erste Hl. Geist Gebet sprach:

Komm, Heiliger Geist,

erfülle die Herzen deiner Gläubigen,

und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe.

Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu.


Der Papst betete aber zum Schluß: ... und das Antlitz dieser Erde wird neu.
Dabei zeigte er auf den Boden. Das elektrisierte, ermutigte und stärkte die Menschen erfüllt vom Hl. Geist derart, dass man sagen kann, dass dieses eine Gebet die Welt veränderte. Glasnost und die Wiedervereinigung wurzeln in dieser ersten siegreichen Bewegung gegen den atheistischen Kommunismus in Polen.

Servus :wave:
"Der Tag ist nicht mehr fern, an dem die Menschheit zwischen Selbstmord und Anbetung wählen kann”
(Pierre Teilhard de Chardin).
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