Abendmahl: Täglich, wöchentlich oder ein Mal im Jahr?

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zuspruch
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Abendmahl: Täglich, wöchentlich oder ein Mal im Jahr?

Beitrag von zuspruch » Do 1. Mai 2014, 07:11

abgtrennt aus: Persönliche Gedanken zu den Tageslosungen

Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige HERR. Psalm 111,4

Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. 1.Korinther 11,25

Ich bin Jesus Christus von Herzen Dankbar dankbar für die Erlösung die auch mir gilt. http://www.youtube.com/watch?v=MDEMmrpGIR0

R.F.
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Re: Persönliche Gedanken zu den Tageslosungen- Diskussionsth

Beitrag von R.F. » Do 1. Mai 2014, 16:01

zuspruch hat geschrieben: - - -
Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. 1.Korinther 11,25
- - -
Nun kommt geradezu zwangsläufig die Frage, ob wir das so oft wie möglich tun sollen, oder nur einmal jährlich...

2Lena
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Re: Persönliche Gedanken zu den Tageslosungen- Diskussionsth

Beitrag von 2Lena » Do 1. Mai 2014, 21:51

Der Kelch ist nicht einfach nur ein Becher, sondern ein Kultgefäß, das mit seiner besonderen Ausstattung die ganze Lehre "verkörpert". Bei jeder entsprechenden Zeremonie, wie sie während der Hl. Messe zelebriert wird, wiederholt sich in der Erinnerung der Schatz des Wissens. Doch das ist nur für jemand, der den Inhalt kennt, der den vollständigen "Glauben" hat. Anderern erscheint - da stünde ein Becher mit Inhalt zum Trinken gedacht.

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Magdalena61
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Re: Persönliche Gedanken zu den Tageslosungen- Diskussionsth

Beitrag von Magdalena61 » Fr 25. Jul 2014, 13:21

R.F. hat geschrieben:Nun kommt geradezu zwangsläufig die Frage, ob wir das so oft wie möglich tun sollen, oder nur einmal jährlich...
:) Gute Frage.
Apg. 2 hilft nicht unbedingt weiter:
Apg. 2,46 (LUT): Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen
Nach Apg. 2 muß man nicht zwangsläufig "im Tempel" (in der Kirche, in der Gemeinde) sein, um mit anderen Gläubigen das Abendmahl zu feiern. Das kann man auch privat machen... wo zwei oder drei versammelt sind.
(Nächste Frage: Kann ein Christ das Abendmahl eigentlich auch alleine halten?)

Nach Apg. 2 waren die ersten Christen also täglich im Tempel (was haben sie dort eigentlich gemacht?)-
Ob sie auch täglich "das Brot brachen in den Häusern" geht aus diesem Vers nicht eindeutig hervor, meine ich.

Gelegenheitstäter.
LG
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Abischai
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Re: Abendmahl: Täglich, wöchentlich oder ein Mal im Jahr?

Beitrag von Abischai » Fr 25. Jul 2014, 15:15

Doch, man muß unbedingt "im Tempel" sein, das heißt der Tempel muß vollständig sein. Die katholische Kirchensicht von "Haus Gottes" und das was 2Lena dazu sagt, geht völlig am wesen der Bibel vorbei.

Die Gläubigen sind der Tempel Gottes.
Als Gläubige zählen hier nicht diejenigen, die von anderen als solche bezeichnet werden, also "Scheingläubige", sondern es sind die von neuem geborenen, mit Jesus zu neuem Leben auferstandenen Kinder Gottes, Freunde Jesu, Eigentum Jesu, Braut Jesu.

Das "Abendmahl" ist zunächst einmal nicht das, was die Traditionen bisher dazu sagen. Es ist ein unspäktakulärer Akt, wo man den Wald vor lauter Bäumen einfach nicht sieht.

Wenn man alles verwirft, was man jemals über das Abendmahl gelernt hat und nur das betrachtet, was die Bibel darüber aussagt (also nicht was der oder die anderen darüber mal gesagt haben), erst dann sind wir frei und fähig wirklich endlich mal wieder zu verstehen, was das "Abendmahl" (da geht es schon los, dieser Begriff steht nicht in der Bibel!) eigentlich damals war, immer sein soll und heute ist.

"Wenn zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind bin ich..." (wie geht der Satz weiter?)
und ich sage mal: wenn diese zwei oder drei dann gemeinsam essen...

Na jedenfalls könnte man in dieser Weise ruhig mal forschen, was in der Bibel wirklich dazu geschrieben steht. Erste Station der Spurensuche ist der erste Korintherbrief, die sog.(!) "Einsetzungsworte", die aber in Wahrheit etwas ganz anderes sind, und keine Einsetzungsworte Pauli für das Abendmahl, was aus dem Kontext in aller Deutlichkeit hervorgeht, sodaß ich mich wundere, wie man über so lange Zeit hinweg hier dem Paulus Worte in den Mund legt, die er nie gesagt hat. Pauls wußte nämlich, was das "Abendmahl" ist. Schauen wir doch einfach mal, was genau er wußte!
Meine Hilfe kommt von Jahweh, der Himmel und Erde gemacht hat. [Ps 121;2]

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Naqual
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Re: Abendmahl: Täglich, wöchentlich oder ein Mal im Jahr?

Beitrag von Naqual » Fr 25. Jul 2014, 19:52

Der Evangelist Johannes hat das Abendmahl im Sinne von "Kelch, mein Blut, mein Leib...." überhaupt nicht erwähnt.
Ich nehme an, dass Johannes aus seiner Sicht in seinem Evangelium sicher das Wichigste zusammenstellen wollte über das Leben Jesu und die Grundlage des christlichen Glaubens.
Also entweder war Johannes das Abendmahl im beschriebenen Sinne nicht bekannt, oder er hat es als nicht SO wichtig eingeordnet. Er konnte sich ein christliches Leben also ohne Abendmahl vorstellen und für ihn war beispielsweise die Fußwaschung wichtiger.

Die synoptischen Evangelien fanden das Abendmahl sehr wichtig, sicher auch Paulus, wenn er es nicht nur einmal, sondern öfters erwähnt, bzw. darauf anspielt.

Aus meiner Sicht kann man daraus zumindest schließen, dass es in der ersten Christenheit als sinnvoller Ritus angesehen wurde, andererseits aber nicht als Pflichtübung, die unbedingt praktiziert werden muss, sonst wäre man kein Christ.

Das andere ist m.E. dass die Kirche(n) dazu neigten, viele Dinge in der Bibel okkult zu verstehen. Zur Erklärung: Unter okkult verstehe ich die Neigung Materie als Inhaber von übersinnlicher Kraft zu verstehen, also so wie beim Amulett irgendeiner Zauberei-Innung. In Bezug auf Gott sollte man es aber "geistig" verstehen.
Anders ausgedrückt: Jesus meint mit dem Kelch seine Lehre, so wie er sie in seinem gesamten Leben und Wirken dargestellt hat bis zu dem Moment des letzten Abendmahls und einschließlich des Kreuzes und der Auferstehung. Der Ritus erinnert also an seine Haltung, Einstellung, seine Art der Lebensführung, hin zu Gott, dem Vater. Dann ist das Entscheidende nicht das materielle Blut (oder der Wein), nicht das Brot (oder der Körper Jesu), sondern der Glaube (als praktizierte Lebenshaltung) an den Gott der Liebe und Vergebung.

Ich denke, dass man ein Abendmahl mit der richtigen innerlichen Haltung im Sinne der biblischen Autoren durchaus mutterseelenalleine halten kann. Eben weil die Geisteshaltung (Herz und Verstand) das Wesentliche ist. Gedacht - wenn auch nicht im Sinne einer haarklein festgelegten Vorschrift - war das Abendmahl sicher als gemeinsames Tun Gleichgesinnter, die damit auch ihre Einheit in Bezug auf Gott bzw. auf Jesus betonen.
Ob da ein Kirchengebäude drum herumsteht ist völlig nebensächlich. Kann aber sicher nicht schaden! :-)
Tempel und Kirchengebäude sind materiell. Sie helfen allerdings der (inneren und äußeren) Wahrnehmung!

Für ein Gerücht halte ich auch, dass man Priester, Pfarrer oder sonst etwas sein müsste, wie die Kirchenhierachien festlegten, um das Brot und den Wein auszuteilen (bei den Katholischen nur das Brot, was auch seltsam ist. Jesus hat ja auch gesagt "Trinket alle daraus" und nicht etwa "ich trinke alles aus"). Der Pfarrer vertritt Jesus beim Abendmahl (warum nicht?), aber dass nur der Pfarrer dies kann ist seltsam, weil auch der nichttheologisch ausgebildete Christ sich als Nachfolger Jesu versteht und damit in seine Fußstapfen treten kann.

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Magdalena61
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Re: Abendmahl: Täglich, wöchentlich oder ein Mal im Jahr?

Beitrag von Magdalena61 » Mo 28. Jul 2014, 12:52

Abischai hat geschrieben:Die Gläubigen sind der Tempel Gottes.
*zustimm*.
Mit "Tempel" meinte ich in meinem letzten Post ein sakrales Gebäude.
"Wenn zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind bin ich..." (wie geht der Satz weiter?)
Mt. 18,20
und ich sage mal: wenn diese zwei oder drei dann gemeinsam essen...,
dann?
Na jedenfalls könnte man in dieser Weise ruhig mal forschen, was in der Bibel wirklich dazu geschrieben steht. Erste Station der Spurensuche ist der erste Korintherbrief, die sog.(!) "Einsetzungsworte", die aber in Wahrheit etwas ganz anderes sind, und keine Einsetzungsworte Pauli für das Abendmahl, was aus dem Kontext in aller Deutlichkeit hervorgeht, sodaß ich mich wundere, wie man über so lange Zeit hinweg hier dem Paulus Worte in den Mund legt, die er nie gesagt hat. Pauls wußte nämlich, was das "Abendmahl" ist. Schauen wir doch einfach mal, was genau er wußte!
Meinst du 1. Kor. 10, 16-18? Vers 18 (die Version der GNB versteht man besser)
Alle, die vom Fleisch der Opfertiere essen, kommen in engste Verbindung mit Gott, dem das Opfer dargebracht wurde.
Jetzt wissen wir aber immer noch nicht, wie oft die Gemeinde das Gedächtnismahl feiern sollte :) .

Passah war ein Mal im Jahr. Nicht ein Mal im Monat und auch nicht jeden Sonntag. In 1. Kor. 5,7 nimmt Paulus Bezug auf das Passahlamm.

Andererseits: "Sie (die Gläubigen) brachen das Brot in den Häusern", Apg. 2, ... das klingt, als hätten sie das öfter gemacht, möglicherweise täglich.
LG
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Abischai
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Re: Abendmahl: Täglich, wöchentlich oder ein Mal im Jahr?

Beitrag von Abischai » Mo 28. Jul 2014, 14:21

Liebe Magdalena!

Ich könnte, mag das aber nicht alles detailliert ausführen. Die sich wirklich dafür interessieren, sollen selber nachsehen. Eine 2€-Münze kann man im Straßendreck finden, habe ich neulich gerade. Für Diamanten und Gold muß man sehr tief graben.

Das "letzte" Mahl hat mit Passah nichts zu tun, es war zufällig zu der Gelegenheit. Das Mahl hat mit der Einsetzung des neuen Bundes zutun und sprengt alles bis dahin bekannte. Die Wiederholung jeglichen "Liebes"-Mahles ist eine Erinnerung an jenen Bundeschluß !!

Wer das nicht versteht kommt dann zu solch exzessiven Entgleisungen wie z.B. der "Eucharistie", die ja bekanntermaßen damit nun überhaupt nichts zu tun hat.

Liebe Grüße,
Abischai
Meine Hilfe kommt von Jahweh, der Himmel und Erde gemacht hat. [Ps 121;2]

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Re: Abendmahl: Täglich, wöchentlich oder ein Mal im Jahr?

Beitrag von 2Lena » Mo 28. Jul 2014, 14:43

Das "letzte" Mahl hat mit Passah nichts zu tun, es war zufällig zu der Gelegenheit. Das Mahl hat mit der Einsetzung des neuen Bundes zutun und sprengt alles bis dahin bekannte. Die Wiederholung jeglichen "Liebes"-Mahles ist eine Erinnerung an jenen Bundeschluß !!
Lieber Abischai, hast du geschichtliche Beweise, oder ist da von dir nur reine Rethorik?
Magdalena61 hat geschrieben:Passah war ein Mal im Jahr.
Passah [pesach] heißt hinken, darüber hinwegkommen. Es ist das Fest des Frühlingsvollmondes, signalisiert das Ende des Winters und die "Auferstehung", Ostern.

Eine Kommunion kann täglich nicht schaden, denn das ist eine Friedensformel zum Brechen von Kampf und Verteilung von Ertrag. So etwa ergeben sich die *ausgelegten Inhalte der "Gesetze". Früher waren auf dem Dorf der tägliche Messebesuch selbstverständlich. Als die Pfarrer zu alt wurde und alle Pfarreien zusammengelegt in einer Verwaltungsreforum, bedienten sie nur noch die Sonntagsmessen, und schließlich auch das nicht mehr in jedem Ort.

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Pluto
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Re: Abendmahl: Täglich, wöchentlich oder ein Mal im Jahr?

Beitrag von Pluto » Mo 28. Jul 2014, 17:01

Abischai hat geschrieben:Das "letzte" Mahl hat mit Passah nichts zu tun, es war zufällig zu der Gelegenheit.
IMO ein ominöser, fast prophetischer "Zufall".
Abischai hat geschrieben:Wer das nicht versteht kommt dann zu solch exzessiven Entgleisungen wie z.B. der "Eucharistie"... .
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Abendmahl so wie ihn die ev. Kirchen feiern und der Eucharistie, außer das es bei Letzterer zu einer symbolhaften Wandlung der Hostie und des Weins in Leib und Blut Christi kommt?
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

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