Homöopathie V

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Janina
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Re: Homöopathie IV

Beitrag von Janina » Mo 14. Mai 2018, 10:30

closs hat geschrieben:
sven23 hat geschrieben:Man kann Studien machen bis zum St. Nimmerleinstag: es bleiben Placebos.
In diesen Glaubenskampf mische ich mich gar nicht ein - Du hast gehört, warum andere zu anderen ERgebnissen kommen.
Ja. Seite 115, IV. Durchlauf, und nichts gelernt. So kommt man natürlich zu einer Abweichung von bekanntem Wissen. :roll:

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Re: Homöopathie IV

Beitrag von closs » Mo 14. Mai 2018, 13:33

Janina hat geschrieben:Ja. Seite 115, IV. Durchlauf, und nichts gelernt.
Das ist wahrscheinlich ein gegenseitiger Vorwurf. - Es geht hier im Grunde NICHT um HP, sondern um die Frage, was wissenschaftliche Modelle können und was nicht.

Ich habe hier bisher kein einziges Modell vorgestellt bekommen, das im Entferntesten dem gerecht wird, was mir damals von HP-Ärzten erklärt wurde. - Anders gesagt: Wenn ein Modell-Ansatz falsch ist, nützen alle Falsifizierungen nichts.

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Re: Homöopathie IV

Beitrag von Janina » Mo 14. Mai 2018, 13:56

closs hat geschrieben:Ich habe hier bisher kein einziges Modell vorgestellt bekommen, das im Entferntesten dem gerecht wird, was mir damals von HP-Ärzten erklärt wurde.
Was daran liegt, dass es keines gibt. Seite 116, IV. Anlauf.

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Re: Homöopathie IV

Beitrag von closs » Mo 14. Mai 2018, 14:25

Janina hat geschrieben:Was daran liegt, dass es keines gibt. Seite 116, IV. Anlauf.
Guckst Du Thread "Versagt die Evolutionstheorie?", wo Dein Naturwissenschafts-Kollege Anton einige für mich sehr zustimmungsfähige Dinge zu dem sagt, was Wissenschaft eigentlich ist.

Davon abgesehen: Zu HP hat Anton gelegentlich gesagt, dass nach seiner Übersicht zur HP (noch) kein Modell da sei - vielleicht meint Ihr hier dasselbe (jedenfalls ist es auch meine Meinung). - Jetzt die entscheidende Frage: "Kein Modell da = kein Wirkung möglich?" :)

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Re: Homöopathie IV

Beitrag von Janina » Mo 14. Mai 2018, 22:04

closs hat geschrieben:Jetzt die entscheidende Frage: "Kein Modell da = kein Wirkung möglich?" :)
Nein, andersrum.
Keine Wirkung beobachtet -> Kein Bedarf an Modellen.

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Re: Homöopathie V

Beitrag von closs » Mo 14. Mai 2018, 22:52

Janina hat geschrieben:Nein, andersrum.
Keine Wirkung beobachtet -> Kein Bedarf an Modellen.
Das sehe ich wirklich anders - denn die Beobachtung erfolgt doch nach einem Modell.

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Re: Homöopathie V

Beitrag von Janina » Di 15. Mai 2018, 06:42

closs hat geschrieben:
Janina hat geschrieben:Keine Wirkung beobachtet -> Kein Bedarf an Modellen.
Das sehe ich wirklich anders
Wie denn? :roll:
closs hat geschrieben:die Beobachtung erfolgt doch nach einem Modell.
Ist das in der Theologie etwa so? Wäre Grund genug, Theologie als Fach ganz abzuschaffen.

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Re: Homöopathie V

Beitrag von closs » Di 15. Mai 2018, 09:20

Janina hat geschrieben:Ist das in der Theologie etwa so? Wäre Grund genug, Theologie als Fach ganz abzuschaffen.
:lol: - Nee - da solltest DU mal nachdenken.

Denn "Beobachten" tut man viel. - Der Theologie "beobachtet", dass Jesus sein Gottesreich nicht säkular, sondern geistig versteht - der historisch-kritische Exeget "beobachtet", dass Jesus sein Gottesreich als irdische Macht etabliert. --- Der HP-Arzt "beobachtet", dass seine Patienten bei den Krankheiten x und y besser mit HP als mit Pharmazeutika genesen - der Pharmakologe "beobachtet" diesbezüglich "nichts".

WARUM beobachten diese Vier so unterschiedlich? - Weil ihr Beobachten nolens volens Folge einer Hermeneutik ist, der sie bewusst oder unbewusst folgen. - DIese Hermeneutik ist die Basis für Modelle, die man darauf aufbaut.

Konkret:
Der pharmakologisch formatierte Wissenschaftler baut ein Modell, das unter pharmakologischen Gesichtspunkten sinnvoll ist und sieht keinen Grund, warum es nicht auch unter HP-Gesichtspunkten sinnvoll sein sollte. - Nach diesem Modell entwickelt er Testverfahren, die zu einem erwarteten Ergebnis kommen ("Habe nichts beobachtet - würde mich wundern, wenn da was rauskäme"). - Dann gibt man halt 1000 Leuten mit der Krankheit A das Mittel xD12 und wundert sich nicht, wenn die Kontrollgruppe dieselben Ergebnisse bringt.
Ich drücke mich hier bewusst sub-wissenschaftlich aus, um den psychologischen Aspekt zu betonen, der bei diesem Thema extrem bedeutend ist.

Nach dem, was mir damals die HP-Ärzte sagten, machen solche Tests keinen Sinn, da bei "High-D-HP" die Anamnese derart komplex ist, dass "Janina hat Krankheit A" und "Closs hat Krankheit A" vollkommen unterschiedlich therapiert wird. - Da gibt es keine "Gruppen", geschweige denn "Kontrollgruppen".

Mit anderen WOrten: Die Qualifizierung von Beobachtungen ist Folge eines speziellen hermeneutischen Ansatzes - das meinte ich mit: "Modell steht vor (qualifizierter) Beobachtung".

Was die Theologie angeht:
Bibel-Texte haben nicht DIESE eine Bedeutung, sondern unterschiedliche Bedeutungen je nach Hermeneutik/Modell, mit denen man sie untersucht. - Die historisch-kritische Exegese kommt deshalb mit ihren Modellen zum Ergebnis 1, meinetwegen die kanonische Exegese kommt zum Ergebnis 2. - Entweder beides ist Wissenschaft oder keines davon. - "Beobachten" tut man nur, dass da bspw. "Ich bin die Wahrheit" steht - es könnte genauso "öjdfjh sdfi tt" dastehen - ohne hermeneutische Interpretation ist es NICHTS. - Verstehst Du?

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Re: Homöopathie V

Beitrag von Janina » Di 15. Mai 2018, 09:40

closs hat geschrieben:Der Theologie "beobachtet", dass Jesus sein Gottesreich nicht säkular, sondern geistig versteht...
Wenn du das Wort "beobachten" SO abwertest, kannst du es gleich weglassen. Ganz mein Text.
closs hat geschrieben:Nach dem, was mir damals die HP-Ärzte sagten, machen solche Tests keinen Sinn...
Selbstimmunisierung sind das sicherste Zeichen für Blödsinn.

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Re: Homöopathie V

Beitrag von closs » Di 15. Mai 2018, 12:50

Janina hat geschrieben:Wenn du das Wort "beobachten" SO abwertest, kannst du es gleich weglassen.
Deshalb mein Hinweis, dass es sub-wissenschaftlich formuliert ist.

Andererseits: Um so mehr gilt mein Argument, dass dem "Beobachten" in DEINEM Sinne bereits eine Hermeneutik unterlegt hat, die richtig oder falsch ist. - Das Problem: OB sie richtig oder falsch ist, lässt sich nicht beobachten ("Münchhausen").

Was nützt es, wenn ein historisch-kritischer Exegese "wissenschaftlich beobachtet", dass Jesus ein baldiges Gottesreich säkularer Natur erwartet, wenn es schlicht falsch ist, weil es falsch verstanden ist? - Experimentell nachprüfen kann man es eh nicht.

Und was HP angeht:
Was nützt es, wenn "wissenschaftlich beobachtet" wird, dass HP keine Wirkung hat, wenn HP-Ärzte an den Krankenakten serienweise sehen, dass bei den Krankheitsbildern x mit HP bessere Ergebnisse erzeilt werden als mit wirksamkeits-geprüften Pharmazeutika?

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man die wissenschaftliche Ergebnis-Welt nicht über das stellen darf, "was wirklich der Fall ist" - auch, dass man es nicht gleichsetzen darf. - "Methodische ERgebnisse" sind kategorial etwas anderes als "so IST es". - Wie man dieses Problem löst, weiß ich natürlich NICHT (niemand kann das) - aber es ist doch schon mal was wert, dass man zwischen "methodischer Realität" und "ontischer Realität" kategorial unterscheidet.

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