Naturalismus vs Esoterik

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sven23
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Naturalismus vs Esoterik

Beitrag von sven23 » Sa 5. Dez 2015, 07:29

Hier scheinen zwei unüberbrückbare Weltanschauungen aufeinander zu prallen.
Um es mit Douglas Adams auszudrücken:
Den einen genügt ein schöner Garten, für die anderen müssen noch Elfen und Feen darin wohnen.

Zum Naturalismus:
"Der Naturalismus ist die Auffassung, dass die Welt als rein naturhaftes Geschehen zu begreifen ist. Diese Annahme, die oft auch durch den Spruch Alles ist Natur pointiert wird, lässt für sich genommen offen, wie der Begriff der Natur zu umgrenzen ist. Versteht man unter „Natur“ allein die physische Natur, so ergibt sich aus dem Spruch Alles ist Natur eine materialistische oder physikalistische Position. Derartige Theorien vertreten, dass auch der Geist oder das Bewusstsein Teil der physischen Natur sei oder, alternativ, gar nicht oder höchstens als Illusion existiere."
Quelle: Wikipedia

Zur Esoterik:
Hier verwenden wir den Begriff als Sammelbegriff für alles "übernatürliche", transzendente, metaphysische, religiöse, "nicht erklärbare".

Nun kann man dem Naturalismus vorwerfen, er sei eine Weltanschauung. Dem will ich gar nicht widersprechen, denn schaut man sich die Welt an, findet man die Definition des Naturalismus bestätigt.
Trotz unzähliger Versuche konnte bisher kein einziger Beleg für "übernatürliche" Phänomene gefunden werden.
Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

SilverBullet
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Re: Naturalismus vs Esoterik

Beitrag von SilverBullet » Sa 5. Dez 2015, 13:23

sven23 hat geschrieben:Nun kann man dem Naturalismus vorwerfen, er sei eine Weltanschauung. Dem will ich gar nicht widersprechen, denn schaut man sich die Welt an, findet man die Definition des Naturalismus bestätigt.

Keine Ahnung, ob ich aktuell ein „Anhänger des Naturalismus“ bin – bei mir ist es eigentlich keine Weltanschauung sondern so etwas wie Gewohnheit, „Normalität“.

Wenn ich etwas aufbaue oder irgendwo einen Fehler suche, dann hat es noch nie etwas gebracht, wenn ich mich auf das „Zusammenreimen von phantasievollen Lösungsvorstellungen“ verlasse. Obwohl ich nicht mit „Feenstaub“ und „roten Schühchen, samt Wünschen“ arbeite, liege ich regelmässig komplett daneben, sodass es zu dieser „Gewohnheit“ gehört, dass die letztliche Funktion, nicht alleine durch mein Denken hergestellt wird, sondern durch das Ausprobieren.
D.h. das Ausprobieren korrigiert meine Ideen.

Aus diesem Grund ist meine Haltung vermutlich keine Weltanschauung, denn ich verlasse mich nicht nur auf das Denken und mein Entwurf wird ständig verändert.

Sobald ich den „Kontakt zu etwas Unsichtbarem“ ausprobieren, mich funktionell vortasten und meine Wahrnehmung verbessern könnte, müsste ich „das Ding“ als „vorhanden“ akzeptieren – so gehe ich ja bei materiellen Zusammenhängen auch vor.
(Wenn man es genau betrachtet, gehören die physikalischen Grundkräfte, die man nicht weiter erklären kann, in diesen Bereich – allerdings ist das Ausprobieren sehr gut möglich, und die Reaktionen deuten auf ein konstant einheitliches Vorhandensein hin, also nicht auf ein „Eigenleben“)

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sven23
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Re: Naturalismus vs Esoterik

Beitrag von sven23 » Sa 5. Dez 2015, 14:02

SilverBullet hat geschrieben:Keine Ahnung, ob ich aktuell ein „Anhänger des Naturalismus“ bin – bei mir ist es eigentlich keine Weltanschauung sondern so etwas wie Gewohnheit, „Normalität“.

Für mich auch, wobei der Begriff "Weltanschauung" für mich o.k. ist, denn er ergibt sich automatisch, wenn man die Welt anschaut.


SilverBullet hat geschrieben:Sobald ich den „Kontakt zu etwas Unsichtbarem“ ausprobieren, mich funktionell vortasten und meine Wahrnehmung verbessern könnte, müsste ich „das Ding“ als „vorhanden“ akzeptieren – so gehe ich ja bei materiellen Zusammenhängen auch vor.

Offen sollte man immer bleiben. Wenn sich denn Phänomene jenseits des Naturalismus nachweisen ließen, dann wäre es eben so. Bis jetzt fehlen dazu aber jegliche Belege.
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Re: Naturalismus vs Esoterik

Beitrag von piscator » Sa 5. Dez 2015, 14:09

Frei nach Adorno: Die Esoterik ist die Metaphysik der dummen Kerle ( ... und der dummen Weiber :lol: ).
Als Gott mich schuf wollte er angeben!

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Re: Naturalismus vs Esoterik

Beitrag von Savonlinna » Sa 5. Dez 2015, 14:09

sven23 hat geschrieben:Offen sollte man immer bleiben. Wenn sich denn Phänomene jenseits des Naturalismus nachweisen ließen, dann wäre es eben so. Bis jetzt fehlen dazu aber jegliche Belege.

Der religiöse Glaube ist belegt.

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Re: Naturalismus vs Esoterik

Beitrag von sven23 » Sa 5. Dez 2015, 14:15

piscator hat geschrieben:Frei nach Adorno: Die Esoterik ist die Metaphysik der dummen Kerle ( ... und der dummen Weiber :lol: ).

Wohl wahr, das weibliche Geschlecht scheint da besonders anfällig zu sein. :lol:
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Re: Naturalismus vs Esoterik

Beitrag von Savonlinna » Sa 5. Dez 2015, 14:25

sven23 hat geschrieben:
piscator hat geschrieben:Frei nach Adorno: Die Esoterik ist die Metaphysik der dummen Kerle ( ... und der dummen Weiber :lol: ).

Wohl wahr, das weibliche Geschlecht scheint da besonders anfällig zu sein. :lol:

Das Weib schweige in der Gemeinde, nicht wahr?
Ich sage ja: Einmal Chirst, immer Christ.

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Re: Naturalismus vs Esoterik

Beitrag von sven23 » Sa 5. Dez 2015, 14:41

Savonlinna hat geschrieben:Das Weib schweige in der Gemeinde, nicht wahr?
Ich sage ja: Einmal Chirst [sic], immer Christ.

Ich war noch nie ein Freund von Paulus und dessen frauenfeindlicher Einstellung.
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Re: Naturalismus vs Esoterik

Beitrag von sven23 » Sa 5. Dez 2015, 16:09

Auch wenn in der gegenwärtigen Naturalismusdebatte religiöse Phänomene nur eine untergeordnete Rolle spielen, seien deren historische Behandlung im Naturalismus hier kurz angerissen:

"In Bezug auf Religionen hat dies zwei Konsequenzen. Zum einen soll es keine religiösen Phänomene geben, die sich grundsätzlich einer wissenschaftlichen Beschreibung entziehen. Dies impliziert die Ablehnung eines immateriellen Gottes, aber auch aller übernatürlichen Phänomene, etwa von Wundern oder übersinnlichen Erfahrungen. Zudem enthält ein so verstandener Naturalismus auch die positive These der wissenschaftlichen Erforschbarkeit religiöser Phänomene. Eine in diesem Sinne naturalisierte Religionsphilosophie findet sich bei Ludwig Feuerbach, der religiöse Phänomene als sozialpsychologisch erklärbare Projektionen verstand."
Quelle: Wikipedia
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Re: Naturalismus vs Esoterik

Beitrag von piscator » Sa 5. Dez 2015, 16:11

sven23 hat geschrieben:Ich war noch nie ein Freund von Paulus und dessen frauenfeindlicher Einstellung.


Paulus und frauenfeindlich? Nie und nimmer :!:

Da kannst du jeden evangelikalen Ältesten fragen. :lol: :lol: :lol:
Als Gott mich schuf wollte er angeben!

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