Harry Potter revisited

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Tyrion
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Re: Harry Potter revisited

Beitrag von Tyrion » Sa 17. Dez 2016, 16:15

lovetrail hat geschrieben:
Tyrion hat geschrieben: Ich denke eben: gar nichts - es evoziert nichts. Ich kenne auch keine Beleg, keinen Hinweis, dass irgendwann mal auch nur irgendwas evoziert wurde.
Weil deine Augen dafür noch geschlossen sind.
Sorry, das ist zu simpel. Deine Augen sind ja "offen", nehme ich an. Heißt das, du hast selbst gesehen, wie jemand Dämonen anruft und sich diese dann hier materialisiert haben? Du bist Zeuge von gelungener Evokation?
Zugegeben, an diese Geheimbünde, Logen etc. glaube ich auch nicht. Ich sehe da eher Scientology und andere Sekten als real und potentiell gefährlich an.
Da geht es nicht um Glauben sondern um Informiertheit. Dir fehlen die Infos, bzw die Ohren für diese Infos.
Es gibt so viele Verschwörungstheorien - über alles findet man Unmengen an Seite im Netz - von ernst gemeint bis hin zu "die Erde ist hohl und darinnen leben Aliens". Und Geheimbünde klingen immer spannend und man kann ihnen immer vieles mit ihnen verbinden. Ist ja nicht überprüfbar. Wenn einem etwas (politisch) nicht passt, dann sind geheime Mächte im Spiel. Für mich erstmal Verschwörungstheorie, bis aus geheim nicht geheim wird und die Vorwürfe überprüfbar sind.
Goethe wusste überraschend viel über die schwarze Kunst.
Kann ich nicht beurteilen. Ich finde den Aspekt "Die Kraft, die Böses will, doch Gutes schafft" eigentlich sehr biblisch. Gott hat Satan ja geschaffen - also ist er Werkzeug Gottes - und wenn Gott Gutes im Sinn hat, dann hilft Satan dabei. Goethes Faust ist aber ein - nun - recht komplexes Thema.
Was Slayer betrifft, kann ich nicht urteilen, da ich solche Musik nicht höre.
Oh, ich liebe die Musik von Slayer. Würdest du dich mit den Texten auseinandersetzen (was dir schwerfallen dürfte, da du vermutlich extrem abgestoßen würdest), so erkennt man, dass Slayer nur beschreben, umschreiben, nicht verherrlichen. Nirgends wird Satan verherrlicht. Es wird aber beschriebenm, was passiert, wenn er in Blut regiert (Reign in Blood bzw. Raining Blood). Die Texte sind extrem Doppeldeutig, bewusst provokant, regen aber zum Nachdenken an.
Die Unterscheidung zwischen Darstellung und Verherrlichung ist aber offenbar schwierig.
Selbst das ungedrehte Pentagramm, dass im Bandlogo durch Schwerter dargestellt wird, ist unvollständig - und die Band besingt bewusst "Who lives with the Sword, dies by the Sword".
In den 80ern wurde die Band aber als "extrem satanistisch" abgewertet, was den Erfolg nur ankurbelte (Skandale machen berühmt). Ich habe Slayer schon gehört, als ich noch Christ war (und in der Kirche/Gemeinde aktiv). Und ich war nicht der einzige. Wir haben damals auch über die Texte diskutiert. War sehr spannend. Dass Tom Araya bekennender Katholik ist, hat mich gar nicht überrascht, als ich das später erfuhr.
Was ist Kunst?
Wüsste ich das, würde ich es für mich behalten (frei nach Picasso). Marcel Duchamps hat diese Frage mit seiner "ready made"-Kunst in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts stark beansprucht (und bewusst beansprucht). Demnach ist alles Kunst, was als solche ausgestellt wird.
Der Kunstbegriff ist mehr als spannend. Für mich ist Kunst (wie auch Musik) etwas einzigartig menschliches. Es ist Ausdruck unserer Intellignez und Transzendenz. Wer die Kunst einschränkt (z.B. das Definieren von entarteter Kunst als Versuch, das zu tun), der wirkt gegen das, was uns Menschen als Menschen definiert.
Menschen die sich an das apostolische Glaubensbekenntnis halten und die Bibel als Wort Gottes lesen, verstehen und befolgen.
Die gesamte Bibel als Gottes Wort? Oder mit dem Wissen, dass sie Menschenwerk ist und sich das Gottesbild aus historischen Gründen auch in der Bibel entwickelt und verändert hat. Kurzum: buchstabengetreu (was ich pharisäerhaft nennen würde) oder sinngemäß (was ich menschlich interpretieren nennen würde) - die Suggestion durch meine Umschreibung ist mit bewusst und soll nicht unfair sein, sondern bezieht sich auf meine anderen Aussagen hier im Forum und soll nur verdeutlichen, welchen Ansatz es in meinen Augen wäre.

LG
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Re: Harry Potter revisited

Beitrag von Novas » Sa 17. Dez 2016, 17:21

lovetrail hat geschrieben:Goethe wusste überraschend viel über die schwarze Kunst. Was Slayer betrifft, kann ich nicht urteilen, da ich solche Musik nicht höre
Ja, was... Goethe auch? Jetzt langt es aber mal mit diesem Gerede :? "Überraschend viel"... da frage ich mich natürlich, wie Du das beurteilen kannst... warst Du damals dabei, wie er gezaubert hat? Allmählich glaube ich, dass Du einen köstlichen Humor hast und uns auf den Arm nehmen willst... :lol:

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Re: Harry Potter revisited

Beitrag von Novas » Sa 17. Dez 2016, 17:57

Tyrion hat geschrieben:von ernst gemeint bis hin zu "die Erde ist hohl und darinnen leben Aliens"

Nicht so schnell! Es gibt tatsächlich Experten (Fachgebiet Ufologie) die davon ernsthaft überzeugt sind :P außerdem gibt es mit Sicherheit zahllose "Beweisvideos" auf YouTube
Kann ich nicht beurteilen. Ich finde den Aspekt "Die Kraft, die Böses will, doch Gutes schafft" eigentlich sehr biblisch. Gott hat Satan ja geschaffen - also ist er Werkzeug Gottes - und wenn Gott Gutes im Sinn hat, dann hilft Satan dabei. Goethes Faust ist aber ein - nun - recht komplexes Thema.
Das sehe ich auch so. Jeder denkende Mensch kommt zu solch einer Schlussfolgerung, wenn er einen simplen schwarz-weiß Dualismus hinter sich lässt. Wenn Satan existiert, dann weil er erschaffen wurde und eine bestimmte Funktion in der Schöpfungsordnung übernimmt. Wenn Christen schon an die Existenz des Satans glauben, fordere ich sie zur Logik auf: Gott ist allwissend nach christlicher Lehrmeinung. Wenn Gott wusste, dass der Teufel rebellieren würde, warum hat Er ihn dann geschaffen? Meine Meinung: das „Böse“ erfüllt einen evolutionären Zweck. Das hören die Menschen nicht gerne, aber es ist so. Der Kontrast ermöglicht den Fortschritt des menschlichen Bewusstseins. Menschen erfahren Schlechtigkeit und dann ersehnen sie umso mehr das Gute und Schöne.

Die Kraft, die Böses will, doch Gutes schafft“, wie Goethe sagt. Dazu braucht es eigentlich nur ein bisschen Lebensweisheit. Wir wüssten nicht was Freude ist, wenn wir nie Schmerz erfahren hätten. Wir wüssten nicht, was Licht ist, wenn wir nie die Nacht kennengelernt hätten. Es gibt das Böse (Mephisto-Prinzip), aber es ist in Wahrheit ein Agent des Guten, von vornherein verzeichnet im göttlichen Plan. Darum kann es auch niemals triumphieren. Denn erstens ist Gott das summum bonum, das höchste vollkommene Gute (griechisch τὸ ἀγαθόν), welches nicht das Gegenteil des Bösen ist, sondern das allumfassende Gute ohne Gegenteil, und zweitens ist er der Allmächtige. Demnach hat er immer und jederzeit alles in seinen Händen. In Wahrheit gibt es keine Macht neben dem Allmächtigen.
Lā ilāha illā ʾllāh(u) لا إله إلا الله: „Es gibt keinen Gott außer Gott“
und Jesus Christus ist sein Sohn.
Oh, ich liebe die Musik von Slayer
Du wirst erstaunt sein, aber ich habe die schon mal Live gesehen, jedoch gegen meinen Willen (ich war auf einem Musik Festival und das war die erste Band) sagen wir es so: musikalisch tendiere ich in eine GANZ andere Richtung. :D
Wüsste ich das, würde ich es für mich behalten (frei nach Picasso). Marcel Duchamps hat diese Frage mit seiner "ready made"-Kunst in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts stark beansprucht (und bewusst beansprucht). Demnach ist alles Kunst, was als solche ausgestellt wird.
Der Kunstbegriff ist mehr als spannend. Für mich ist Kunst (wie auch Musik) etwas einzigartig menschliches. Es ist Ausdruck unserer Intellignez und Transzendenz. Wer die Kunst einschränkt (z.B. das Definieren von entarteter Kunst als Versuch, das zu tun), der wirkt gegen das, was uns Menschen als Menschen definiert.
So ist es. Ich finde beispielsweise den Surrealismus sehr interessant. Einer meiner Lieblingsdichter war einer der französischen Surrealisten. Einer der wohl besten Sprüche, die ich je hörte, stammt von einem Surrealisten:

Die Welt wird immer absurder. Nur ich bin weiter Katholik und Atheist. Gott sei Dank! -Luis Buñuel
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Re: Harry Potter revisited

Beitrag von Tyrion » Sa 17. Dez 2016, 22:43

Novalis hat geschrieben:Nicht so schnell! Es gibt tatsächlich Experten (Fachgebiet Ufologie) die davon ernsthaft überzeugt sind :P außerdem gibt es mit Sicherheit zahllose "Beweisvideos" auf YouTube
Hihi, ich weiß. Der Brüller ist, dass natürlich alle Regierungen davon wissen, aber (natprlich!) alles zensiert wird. Google Earth zeigt ja auch keine Fotos von den beiden Polen - das ist der "Beweis", dass da was faul ist. :lol:
Wenn Christen schon an die Existenz des Satans glauben, fordere ich sie zur Logik auf: Gott ist allwissend nach christlicher Lehrmeinung. Wenn Gott wusste, dass der Teufel rebellieren würde, warum hat Er ihn dann geschaffen?
Exakt! Nur kann man diese Frage nicht jedem "Christen" stellen. Manche werden dann sofort ausfällig und rufen "Satanist" - m,an verharmlose schließlich Satan. Dass diese Leute keiner monotheistischen Religion angehören, erkennen sie dann nicht einmal.
Meine Meinung: das „Böse“ erfüllt einen evolutionären Zweck. Das hören die Menschen nicht gerne, aber es ist so. Der Kontrast ermöglicht den Fortschritt des menschlichen Bewusstseins. Menschen erfahren Schlechtigkeit und dann ersehnen sie umso mehr das Gute und Schöne.
Wenn wir den Zweck bei der Evolution weglassen und das "Böse" nicht personifizieren, gebe ich dir Recht.
Es gibt das Böse (Mephisto-Prinzip), aber es ist in Wahrheit ein Agent des Guten, von vornherein verzeichnet im göttlichen Plan. Darum kann es auch niemals triumphieren.
Das ist Logik. Deshalb empfinde ich die Angst, das Böse könne triumphieren, nicht auf eine monotheistischen Religion passend.
... zweitens ist er der Allmächtige. Demnach hat er immer und jederzeit alles in seinen Händen. In Wahrheit gibt es keine Macht neben dem Allmächtigen.
Tja, er hätte dann aber auch ein bisserl weniger Leid in die Welt setzen können. Wir sind wieder da angekommen, wo es darum geht, wer für das Leid verantwortlich ist. Gott oder die Menschen. Es gibt Menschen, die glauben, sie hätten alles Leid zu verantworten, da Gott dem Menschen die freie Wahl gelassen hätte, in den Apfel zu beißen. Wenn er aber allmächtig ist, dann hätte er auch die Macht gehabt, uns so zu schaffen, dass wir nicht "rebellieren". Er musste ja die Neugierde kennen, die den Menschen ausmacht. Also war klar, dass reingebissen wird. Insofenr ist Gott für das ganze Leid verantwortlich. (Irgendwie führt das wieder dazu, dass Gott doch nicht so fehlerfrei ist und damit vermutlich kein Gott, also Gott nicht existiert - aber das ist wieder ein anderes Thema).
Oh, ich liebe die Musik von Slayer
Du wirst erstaunt sein, aber ich habe die schon mal Live gesehen, jedoch gegen meinen Willen (ich war auf einem Musik Festival und das war die erste Band) sagen wir es so: musikalisch tendiere ich in eine GANZ andere Richtung. :D
Und siehe da, du warst nicht unfreiwillig Zeuge des Öffnens eines Dimensionstors in eine andere Welt. :D

Ich habe Slayer schon zigmal live erleben können. Sie sind eher "ruhig" und "normal" im Vergleich zu einigem, was ich sonst gern höre, aber sie sind ganz besonders, einmalig. Ich finde ihre Harmonien phantastisch, die Musik ist lebendig, kraftvoll, romantisch (ich empfinde sie so). Da sieht man, jeder hat einen anderen Geschmack. (Ich bin da aber vielseitig - ich höre auch gerne sog. klassische Musik, ja, selbst sakrale Klassik wie Bach (genau genommen Barock, ich meine mit Klassik jetzt nicht Wiener Klassik im engen Sinn).
So ist es. Ich finde beispielsweise den Surrealismus sehr interessant.
Oh ja, Max Ernst zum Beispiel. Oder in der Musik: Erik Satie, wenn man ihn dazu zählen kann.
Die Welt wird immer absurder. Nur ich bin weiter Katholik und Atheist. Gott sei Dank! -Luis Buñuel
Wunderbarer Spruch!

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Re: Harry Potter revisited

Beitrag von Pluto » Sa 17. Dez 2016, 22:54

Tyrion hat geschrieben:
Novalis hat geschrieben:Nicht so schnell! Es gibt tatsächlich Experten (Fachgebiet Ufologie) die davon ernsthaft überzeugt sind :P außerdem gibt es mit Sicherheit zahllose "Beweisvideos" auf YouTube
Hihi, ich weiß. Der Brüller ist, dass natürlich alle Regierungen davon wissen, aber (natprlich!) alles zensiert wird. Google Earth zeigt ja auch keine Fotos von den beiden Polen - das ist der "Beweis", dass da was faul ist. :lol:
In der Ufologie sollte man sich vergegenwärtigen, wofür das "U" in UFO steht. ;)
Na? Klingelt bei unseren Ufologen?
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

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Re: Harry Potter revisited

Beitrag von Pluto » Sa 17. Dez 2016, 22:57

Novalis hat geschrieben:Die Welt wird immer absurder. Nur ich bin weiter Katholik und Atheist. Gott sei Dank! -Luis Buñuel
Natürlich bist du das.
Der kleine Unterschied ist, dass ein richtiger Atheist noch einen Gott weiter geht.

Übrigens, Luis Buñuel sagte: "Gott sei Dank, bin ich noch Atheist!"
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

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Re: Harry Potter revisited

Beitrag von lovetrail » So 18. Dez 2016, 09:50

Tyrion hat geschrieben: Sorry, das ist zu simpel. Deine Augen sind ja "offen", nehme ich an. Heißt das, du hast selbst gesehen, wie jemand Dämonen anruft und sich diese dann hier materialisiert haben? Du bist Zeuge von gelungener Evokation?
Ja. Wobei den Ausführenden nicht klar war, an wen sie sich dabei gerichet haben.


Es gibt so viele Verschwörungstheorien - über alles findet man Unmengen an Seite im Netz - von ernst gemeint bis hin zu "die Erde ist hohl und darinnen leben Aliens". Und Geheimbünde klingen immer spannend und man kann ihnen immer vieles mit ihnen verbinden. Ist ja nicht überprüfbar. Wenn einem etwas (politisch) nicht passt, dann sind geheime Mächte im Spiel. Für mich erstmal Verschwörungstheorie, bis aus geheim nicht geheim wird und die Vorwürfe überprüfbar sind.
Mit derselben Argumentation könnte ich sagen: "Für Politik hab ich kein Verständnis, es gibt soviele politische Weltanschauungen, wie soll ich wissen, welche richtig ist?" Gott hat dir einen kritischen Verstand gegeben (übrigens ganz schön viel in deinem Fall ;-) ).

Kann ich nicht beurteilen. Ich finde den Aspekt "Die Kraft, die Böses will, doch Gutes schafft" eigentlich sehr biblisch. Gott hat Satan ja geschaffen - also ist er Werkzeug Gottes - und wenn Gott Gutes im Sinn hat, dann hilft Satan dabei. Goethes Faust ist aber ein - nun - recht komplexes Thema.
Das ist übrigens auch die Selbstrechtfertigung der "Bösen" (bzw der okkulten Machtelite), dass sie sich als notwendige Agenten Gottes auffassen, um letztendlich das Gute herbeizuzwingen. Übrigens hat anscheinend auch Judas so ähnlich gedacht, als er Jesus verriet. (Dazu gibt es Anhaltspunkte in apokryphen Evangelien).


Oh, ich liebe die Musik von Slayer. Würdest du dich mit den Texten auseinandersetzen (was dir schwerfallen dürfte, da du vermutlich extrem abgestoßen würdest), so erkennt man, dass Slayer nur beschreben, umschreiben, nicht verherrlichen. Nirgends wird Satan verherrlicht. Es wird aber beschriebenm, was passiert, wenn er in Blut regiert (Reign in Blood bzw. Raining Blood). Die Texte sind extrem Doppeldeutig, bewusst provokant, regen aber zum Nachdenken an.
Die Unterscheidung zwischen Darstellung und Verherrlichung ist aber offenbar schwierig.
Selbst das ungedrehte Pentagramm, dass im Bandlogo durch Schwerter dargestellt wird, ist unvollständig - und die Band besingt bewusst "Who lives with the Sword, dies by the Sword".
In den 80ern wurde die Band aber als "extrem satanistisch" abgewertet, was den Erfolg nur ankurbelte (Skandale machen berühmt). Ich habe Slayer schon gehört, als ich noch Christ war (und in der Kirche/Gemeinde aktiv). Und ich war nicht der einzige. Wir haben damals auch über die Texte diskutiert. War sehr spannend. Dass Tom Araya bekennender Katholik ist, hat mich gar nicht überrascht, als ich das später erfuhr.
Meine Erfahrung mit Metal und solchen Leuten ist keine gute. Die ganze Haltung ist auf Verherrlichung des Negativen ausgerichtet. Und das nicht mal sonderlich subtil.

Der Umstand, dass jemand Katholik ist, oder zumindest vorgibt Katholik zu sein, besagt in dieser Sache wenig. Der Katholizismus wäre ohnehin ein eigenes Thema. Würde in diesem Thread den Rahmen sprengen.


Was ist Kunst?
Wüsste ich das, würde ich es für mich behalten (frei nach Picasso). Marcel Duchamps hat diese Frage mit seiner "ready made"-Kunst in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts stark beansprucht (und bewusst beansprucht). Demnach ist alles Kunst, was als solche ausgestellt wird.
Der Kunstbegriff ist mehr als spannend. Für mich ist Kunst (wie auch Musik) etwas einzigartig menschliches. Es ist Ausdruck unserer Intellignez und Transzendenz. Wer die Kunst einschränkt (z.B. das Definieren von entarteter Kunst als Versuch, das zu tun), der wirkt gegen das, was uns Menschen als Menschen definiert.
Für mich geht es jetzt gar nicht um Einschränkung der Freiheit der Kunst, sondern eigentlich darum, was Kunst ausmacht. ME hat Kunst eine wesentliche Nähe zu Kult und Ritual. Die gefeiertsten und relevantesten Künstler sind jene, welche diesen Kultcharakter bejahen und sozusagen "magisch arbeiten".

Menschen die sich an das apostolische Glaubensbekenntnis halten und die Bibel als Wort Gottes lesen, verstehen und befolgen.
Die gesamte Bibel als Gottes Wort? Oder mit dem Wissen, dass sie Menschenwerk ist und sich das Gottesbild aus historischen Gründen auch in der Bibel entwickelt und verändert hat. Kurzum: buchstabengetreu (was ich pharisäerhaft nennen würde) oder sinngemäß (was ich menschlich interpretieren nennen würde) - die Suggestion durch meine Umschreibung ist mit bewusst und soll nicht unfair sein, sondern bezieht sich auf meine anderen Aussagen hier im Forum und soll nur verdeutlichen, welchen Ansatz es in meinen Augen wäre.
Ich interpretiere die Bibel von der Offenbarung des Sohnes her. Jesus gibt ja selbst das Beispiel dafür (zB in der Bergpredigt: "Ihr habt gehört... ich aber sage euch"). Es gibt eine Lesart der Bibel welche sich jenseits von Buchstabenglauben einerseits und menschlich, allegorischer Betrachtung andererseits bewegt. Es hat etwas mit dem heiligen Geist zu tun.

LG
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Re: Harry Potter revisited

Beitrag von Tyrion » So 18. Dez 2016, 22:28

lovetrail hat geschrieben:
Tyrion hat geschrieben: Sorry, das ist zu simpel. Deine Augen sind ja "offen", nehme ich an. Heißt das, du hast selbst gesehen, wie jemand Dämonen anruft und sich diese dann hier materialisiert haben? Du bist Zeuge von gelungener Evokation?
Ja. Wobei den Ausführenden nicht klar war, an wen sie sich dabei gerichet haben.
Oh, das ist interessant. Kannst/willst du das beschreiben? Du hast also tatsächlich einen Dämomen gesehen? Also nicht gefühlt, erahnt, sondern ganz real gesehen?
Mit derselben Argumentation könnte ich sagen: "Für Politik hab ich kein Verständnis, es gibt soviele politische Weltanschauungen, wie soll ich wissen, welche richtig ist?"
Ich erkenne den Zusammenhang mit Verschwörungstheorien nicht. Ich bezog mich auf belegbare Fakten vs. Gerüchten.
Kann ich nicht beurteilen. Ich finde den Aspekt "Die Kraft, die Böses will, doch Gutes schafft" eigentlich sehr biblisch. Gott hat Satan ja geschaffen - also ist er Werkzeug Gottes - und wenn Gott Gutes im Sinn hat, dann hilft Satan dabei. Goethes Faust ist aber ein - nun - recht komplexes Thema.
Das ist übrigens auch die Selbstrechtfertigung der "Bösen" (bzw der okkulten Machtelite), dass sie sich als notwendige Agenten Gottes auffassen, um letztendlich das Gute herbeizuzwingen. Übrigens hat anscheinend auch Judas so ähnlich gedacht, als er Jesus verriet. (Dazu gibt es Anhaltspunkte in apokryphen Evangelien).
Falls Judas historsich real war. Aber warum auch nicht. Letzten Endes wurde er ja für die Geschichte benötigt. Du müsstest ihm ja dankbar sein, denn ohne das Menschenopfer hätte Gott ja die Sünden nicht vergeben können (oder so ähnlich).
Meine Erfahrung mit Metal und solchen Leuten ist keine gute.
Das wundert mich. Ich war auf vielen Konzerten, Festovals (etc.). Gerade die Metaler erlebe ich als sehr freundliche, friedliche Gemeinschaft - hartes Aussehen, aber in Wirklichkeit ganz lieb. Viele Menschen schließen aber sofort von Äußerlichkeiten auf das Innenleben. Und sie verwechseln Hinterfragen mit Ablehnen und Provokation mit das ernst nehmen, was zur Provokation gesagt wird.

Zudem ist Metal nicht gleich Metal. Primär ist es ein Überbegriff für einen Musikstil, der so wenig definiert wie beispielsweise Jazz die Musik definiert. Da gibt es auch zig Strömungen, vom Big-Band-Sound, Smooth Jazz bis hin zu Free Jazz oder Jazz-Hardcore (z. B. John Zorn).
Unabhängig von der Musik findest du im Metal natürlich anderweitige Kategorien - so gibt es rein christlichen Metal, aber auch das, was du vielleicht vor Augen hast, den Black Metal, der früher pur satanisch war (inzwischen aber auch sehr offen ist, zumal sich gezeigt hat, dass selbst sogenannte Satanisten, die diese Spielart vertreten, gar keine Satanisten sind.). Im heutigen Black Metal findet man sehr viel romantische, naturverbundene Musik.
Die ganze Haltung ist auf Verherrlichung des Negativen ausgerichtet. Und das nicht mal sonderlich subtil.
Da sind wir wieder bei dem Punkt Verherrlichung. Ich sage einfach mal: du irrst.

1.) Es gibt nicht "den Metal"
2.) Bei dem, was du vermutlich meinst, geht es wohl primär um Provokation, um Rebellion gegen die Spießigkeit in der Gesellschaft. Das heißt nicht, dass Negatives oder Böses verherrlicht wird.

Und selbst Bands, die offen satanistische Texte/Inhalte transportieren, sind im real life (bis auf wenige Ausnahmen - und Vollpfosten gibt es überall) Satanisten. Auch hier geht es mehr um Provokation. Manchmal aber auch nur um Doppeldeutigkeit bei der Beschreibung von Bösem. Und oft geht es gerade um die Darstellung des Bösen, um davor abzuschrecken.

Nicht von ungefähr haben beispielsweise Metallica mit "One" und mit "For Whom the Bell Tolls" tiefgründige Antikriegslieder geschrieben.
Vermutlich lässt du dich von dem äußeren Schein leiten und hast hier doch einige Vorurteile. Wenn du aber schon in Harry Potter nur das Negative siehst, dannwird es schwerfallen, dir beispielsweise den Unterschied zwischen Antikriegslyrikund Kriegsverherrlichung zu erklären. Auch bei Antikriegslyrik wird das Wort "Krieg" in den Mund genommen. Ziel ist aber, zu zeigen, dass Krieg immer schlecht ist. Die Aussage geht aber in der gewählten Darstellungsform unter (oh, es geht um Zauberer - Harry Potter... oder oh, die Gitarren sind aber verzerrt, das klingt ja wie eine Dampfwalze - obwohl das einen Panzer oder Granateneinschläge gut darstellen lässt - und dann heißt es womöglich: schau, die singen über Panzer, nicht über Bkumenwiesen...) :engel:
Der Umstand, dass jemand Katholik ist, oder zumindest vorgibt Katholik zu sein, besagt in dieser Sache wenig.
Meinst du? Wenn jemand, dem immer wieder Satanismusvorwürfe gemacht werden, offen ausdrückt, dass er kein Satanist ist, sondern im Gegenteiol an Jesus Christus glaubt und eine besondere Beziehung zu Gott fühlt, dann besagt das viel. Auch, dass er das offen ausspricht, obwohl die Kirche in der Metalszene meist (u.A. wegen der historischen Hintergründe) schlecht wegkommt, sagt einiges, zumal er sich als Teil einer der großen Kirchen definiert.

Zudem vermute ich, dass du ziemlich wenig über Tom Araya weißt. Und wenn du nach ihm googeln solltest, dir schon die ersten Bilder reichen (du findest ja sogar in Star Wars Illuminati am Werk).
Für mich geht es jetzt gar nicht um Einschränkung der Freiheit der Kunst, sondern eigentlich darum, was Kunst ausmacht. ME hat Kunst eine wesentliche Nähe zu Kult und Ritual. Die gefeiertsten und relevantesten Künstler sind jene, welche diesen Kultcharakter bejahen und sozusagen "magisch arbeiten".
Da du Magie per se ablehnst und dagegen kämpfst, kämpfst du damit auch gegen Kunst und Musik, oder nicht.
Ich interpretiere die Bibel von der Offenbarung des Sohnes her. Jesus gibt ja selbst das Beispiel dafür (zB in der Bergpredigt: "Ihr habt gehört... ich aber sage euch"). Es gibt eine Lesart der Bibel welche sich jenseits von Buchstabenglauben einerseits und menschlich, allegorischer Betrachtung andererseits bewegt.
Dann wundert mich, dass du beispielsweise die Apokalypse so wortwörtlich und nicht allegorisch auffasst.

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