Verliert die Menschheit ihre Glauben?

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Pluto
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Verliert die Menschheit ihre Glauben?

Beitrag von Pluto » Sa 3. Sep 2016, 18:14

Die abrahmitischen Religionen, vor allem das Christentum, breiten sich vor allem in Lateinamerika und Fernost immer weiter aus, während in Europa und den USA der Trend des Glaubens eher rückläufig ist.
Das wirft zwei Fragen auf:

Was sind das für Leute, die die Dreifaltigkeit Gottes annehmen?
Was sind das für Leute, die dieses 1700 Jahre alte Konstrukt (Beschluss des Konzils von Nicäa) verlassen, bzw. ablehnen?
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

SilverBullet
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Re: Verliert die Menschheit ihre Glauben?

Beitrag von SilverBullet » Sa 3. Sep 2016, 18:24

Pluto hat geschrieben:Was sind das für Leute, die die Dreifaltigkeit Gottes annehmen?

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Pluto hat geschrieben:Was sind das für Leute, die dieses 1700 Jahre alte Konstrukt (Beschluss des Konzils von Nicäa) verlassen, bzw. ablehnen?

Enttäuschte Fragesteller

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Ska'ara
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Re: Verliert die Menschheit ihre Glauben?

Beitrag von Ska'ara » Sa 3. Sep 2016, 20:41

Die Menschen lernen, dass Geld mehr Möglichkeiten bietet als Religion. Sie wird überflüssig.

2Lena
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Re: Verliert die Menschheit ihre Glauben?

Beitrag von 2Lena » Sa 3. Sep 2016, 20:59

Pluto hat geschrieben:Was sind das für Leute, ...

Die Erschließung der Bibel in Afrika knüpft an alte Traditionen an.
Zwar wurde das Evangelium von Europäern dorthin gebracht, aber im Glauben wird es von den Völkern verstanden, die einen "sprachlichen" Zugang haben, der in Europa fehlt.

In Südamerika mag es ähnlich laufen. Auch dort gibt es vermutlich Grundstrukturen (siehe frühere Reiche aus alter Zeit) während in Europa "Berühmtheiten" völlig andere Lehren verkünden. Das ist analog den Computer-Kinderspielen, mit denen sich die Jungen kaum mehr in der Gegend auskennen, sondern nur "Bälle" jagen gehen, was nicht recht sinnvoll ist.

Im Grunde fallen die Meisten auf nicht verstandene "Werbung" herein, die Atheisten, Agnostiker, "Gelehrte" und dergleichen mehr von sich geben, während Gutsein und echter Glaube nicht zu den "verehrten Vorkommnissen" gehören. Auch von dem "Klerus" selbst wird meist Kritisches geäußert und bloß ein "Dienst nach Vorschrift" gezeigt.

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Pluto
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Re: Verliert die Menschheit ihre Glauben?

Beitrag von Pluto » Sa 3. Sep 2016, 23:25

2Lena hat geschrieben:
Pluto hat geschrieben:Was sind das für Leute, ...
Die Erschließung der Bibel in Afrika knüpft an alte Traditionen an.
An welche denn? Etwa an den Schamanismus der Eingeborenen?

2Lena hat geschrieben:Zwar wurde das Evangelium von Europäern dorthin gebracht, aber im Glauben wird es von den Völkern verstanden, die einen "sprachlichen" Zugang haben, der in Europa fehlt.
Erst kamen die Soldaten, dann kamen die Missionare, und tauschten die Bibel gegen das Land. Bischof Tutu hat es auf den Punkt gebracht, als er sagte,
    Als die ersten Missionare nach Afrika kamen, besaßen sie die Bibel und wir das Land. Sie forderten uns auf, zu beten. Und wir schlossen die Augen. Als wir sie wieder öffneten, war die Lage genau umgekehrt: Wir hatten die Bibel und sie das Land.

2Lena hat geschrieben:Im Grunde fallen die Meisten auf nicht verstandene "Werbung" herein, die Atheisten, Agnostiker, "Gelehrte" und dergleichen mehr von sich geben, während Gutsein und echter Glaube nicht zu den "verehrten Vorkommnissen" gehören. Auch von dem "Klerus" selbst wird meist Kritisches geäußert und bloß ein "Dienst nach Vorschrift" gezeigt.
Hinzu kommen die vielen Skandale vor allem um die rkK.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

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Lena
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Re: Verliert die Menschheit ihre Glauben?

Beitrag von Lena » So 4. Sep 2016, 14:37

Du hast ein n verloren, lieber Pluto ;).

Menschen denken vielleicht - das Neue wäre das Bessere. So wollen sie das ihnen nicht Bekannte kennenlernen...

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Halman
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Re: Verliert die Menschheit ihre Glauben?

Beitrag von Halman » So 4. Sep 2016, 15:03

Pluto hat geschrieben:Die abrahmitischen Religionen, vor allem das Christentum, breiten sich vor allem in Lateinamerika und Fernost immer weiter aus, während in Europa und den USA der Trend des Glaubens eher rückläufig ist.
Das wirft zwei Fragen auf:

Was sind das für Leute, die die Dreifaltigkeit Gottes annehmen?

Hm - ich denke, dass Du nach sehr komplexen Phänomenen fragst, über die ein Soziologie vermutlich ein ganzes Buch als Antwort schreiben könnte.

Das menschliche Handeln wird von wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst, aber auch von seiner kulturellen und religiösen Sozialisation, wobei Letztere so eng miteinander verpflochten sind, dass sie meiner Meinung nach teilweise gar nicht voneinander abgrenzbar sind.
Die Antwort für Lateinamerika dürfte wohl anders ausfallen als für Fernost, es sei denn, man kann die parallele Entwicklung an Gemeinsamkeiten festmachen.
In Europa und Teilen der USA nimmt die Sekularisierung zu, der Mensch fühlt sich immer weniger an die Tradition gebunden. Mann ist modern und Religion erscheint immer mehr Menschen wir ein Anachronismus.
Ich vermute, dass Laiteinamerika und Fernost (präziser ist wohl zu sagen, in großen Teilen davon) gemeinsam haben, dass man noch einen anderen Bezug zur Tratition hat und auch Religion nicht als überaltetes Relikt begreift. Dies mag der Grund seinn, warum das christliche Evangelium in diesen Regionen der Welt eine größere Anziehungskraft entfaltet als in liberaleren Gesellschaften.

Pluto hat geschrieben:Was sind das für Leute, die dieses 1700 Jahre alte Konstrukt (Beschluss des Konzils von Nicäa) verlassen, bzw. ablehnen?

Sekularisierte Menschen und zum Teil sicher auch kritische Leute. Die Trinität kann eigentlich nur geglaubt, aber nicht wirklich logisch erfasst und begriffen werden. Zwar gibt es auch theologisch-philosophische Erklärungen zur Trinität, doch sie bleibt rätselhaft und der moderne, kritische und sekularisierte Mensch kann mit so einem Glaubenskontrukt immer weniger anfangen. Es befremdet ihn zunehmend und daher verliert es für diese Leute immer mehr an Glaubhaftigkeit. Der Glauben schwindet.
Tja, ein Proton müsste man sein: Dann würde man die Quantenphysik verstehen, wäre immer positiv drauf und hätte eine nahezu unendliche Lebenszeit:-) - Silvia Arroyo Camejo

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Pluto
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Re: Verliert die Menschheit ihre Glauben?

Beitrag von Pluto » So 4. Sep 2016, 16:15

Halman hat geschrieben:
Pluto hat geschrieben:Was sind das für Leute, die die Dreifaltigkeit Gottes annehmen?
Hm - ich denke, dass Du nach sehr komplexen Phänomenen fragst, über die ein Soziologie vermutlich ein ganzes Buch als Antwort schreiben könnte.
Du kennst mich doch. Ich habe nie einfache Themen — zu langweilig! :yawn:

Halman hat geschrieben:Das menschliche Handeln wird von wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst, aber auch von seiner kulturellen und religiösen Sozialisation, wobei Letztere so eng miteinander verpflochten sind, dass sie meiner Meinung nach teilweise gar nicht voneinander abgrenzbar sind.
Die Antwort für Lateinamerika dürfte wohl anders ausfallen als für Fernost, es sei denn, man kann die parallele Entwicklung an Gemeinsamkeiten festmachen.
[...]
Ich vermute, dass Laiteinamerika und Fernost (präziser ist wohl zu sagen, in großen Teilen davon) gemeinsam haben, dass man noch einen anderen Bezug zur Tratition hat und auch Religion nicht als überaltetes Relikt begreift. Dies mag der Grund seinn, warum das christliche Evangelium in diesen Regionen der Welt eine größere Anziehungskraft entfaltet als in liberaleren Gesellschaften.
Im Wesentlichen scheinen das alles recht profane Gründe zu sein... Tradition, Sozialisation, Hoffnung...

Halman hat geschrieben:Sekularisierte Menschen und zum Teil sicher auch kritische Leute. Die Trinität kann eigentlich nur geglaubt, aber nicht wirklich logisch erfasst und begriffen werden. Zwar gibt es auch theologisch-philosophische Erklärungen zur Trinität, doch sie bleibt rätselhaft und der moderne, kritische und sekularisierte Mensch kann mit so einem Glaubenskontrukt immer weniger anfangen. Es befremdet ihn zunehmend und daher verliert es für diese Leute immer mehr an Glaubhaftigkeit. Der Glauben schwindet.
Auch die Skandale um die Kirche tragen ihren Teil bei: Der Respekt den man der Priesterschaft in früheren Jahrhunderten zukommen ließ, schwindet immer mehr. Auch der allgemeine Wohlstand steuert zur Säkularisierung bei.

Ob es, wenn die Wirtschaft nicht mehr "brummt", sich wieder vermehrt dem Glauben zuwenden ist aus meiner Sicht eher zweifelhaft.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

Pflanzenfreak
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Re: Verliert die Menschheit ihre Glauben?

Beitrag von Pflanzenfreak » So 4. Sep 2016, 17:03

Pluto hat geschrieben:Was sind das für Leute, die dieses 1700 Jahre alte Konstrukt (Beschluss des Konzils von Nicäa) verlassen, bzw. ablehnen?

Ein verlorengegangenes Wirgefühl. Man fühlt sich im Recht sein Ding durchzuziehen ohne Rücksicht auf Andere und sonstige Verluste. Die Rechnung bezahlt jemand Anderer. Da will man nichts mit Gott und Regeln und Verantwortung zu tun haben. Die machen doch nur ein schlechtes Gewissen, genau das was man so mühsam vermeidet.

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Pluto
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Re: Verliert die Menschheit ihre Glauben?

Beitrag von Pluto » So 4. Sep 2016, 17:31

Pflanzenfreak hat geschrieben:Ein verlorengegangenes Wirgefühl. Man fühlt sich im Recht sein Ding durchzuziehen ohne Rücksicht auf Andere und sonstige Verluste.
Ich halte dagegen. Es gibt Gesetze die gerade die Rücksichtnahme auf andere Menschen —von nächtlicher Ruhestörung bis Mord — sehr genau vorschreiben.

Pflanzenfreak hat geschrieben:Die Rechnung bezahlt jemand Anderer. Da will man nichts mit Gott und Regeln und Verantwortung zu tun haben. Die machen doch nur ein schlechtes Gewissen, genau das was man so mühsam vermeidet.
Verstehe ich nicht. Das schreibt doch Gott in Genesis 1,28 selbst so vor:
Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan;

Ich bedaure auch, dass die Menschen offenbar immer noch an diese Vorgabe glauben.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

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