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#81 Re: Der Dritte Weg — Gott und Naturwissenschaft

Verfasst: So 17. Nov 2013, 11:45
von Lamarck
Hi Catholic!

Catholic hat geschrieben: Es gibt das schöne Beispiel des Kindes,dass auf einer - nicht nu hohen Mauer,fürs Kind aber hoch genug - balanciert und der Vater hält es an der Hand.
Nach einiger Zeit - das Ende der Mauer ist erreicht - lässt der Vater das Kind los und sagt ihm:
Spring,ich fange Dich auf,vertraue mir!"
wird das Kind vertrauensvoll springen oder erst einen Beweis verlangen,dass es dem Vater vertrauen kann?
Es wird (!) springen.

Ja. Und? Was meinst Du wohl, warum ich vom Vertrauen als Vertrauen des Kleinkindes in seine vertrauten Eltern gesprochen habe?! Soll ich Dir noch ergänzend erzählen, warum erwachsene heterosexuelle Männer auf weibliche Brüste stehen? Hint: Es steht nicht die (direkte) Nahrungsaufnahme im Vordergrund ... .




Cheers,

Lamarck

#82 Re: Der Dritte Weg — Gott und Naturwissenschaft

Verfasst: So 17. Nov 2013, 11:56
von sven23
Lamarck hat geschrieben:
Das stimmt nicht - schaue Dir mal die Details bei dem Vorgang der Heiligsprechung in der RKK an. Vgl. bsw. http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_P ... gsprechung



Apropos Selig- und Heiligsprechung: Papst Johannes Paul II war ja ein begnadeter Selig- und Heiligsprecher vor dem Herrn, der das in geradezu inflationärer Form praktiziert hat.
Wie sich jetzt herausstellte, konnte man mit entsprechenden Spenden an die Kirche die Seligsprechungen deutlich beschleunigen.
Willst du selig sein, wirf hier ein Scheinchen rein.

#83 Re: Der Dritte Weg — Gott und Naturwissenschaft

Verfasst: So 17. Nov 2013, 11:57
von dagegen
Wunder ... kein Durchbrechen der Naturgesetze usw.

Lamarck hat geschrieben:schaue Dir mal die Details bei dem Vorgang der Heiligsprechung in der RKK an. Vgl. bsw. http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_P ... gsprechung

habe ich. Ich habe nicht gefunden, dass Johannes Paul 2 deshalb selig gesprochen worden wäre, weil er die Naturgesetze durchbrochen habe. Dass es in der katholischen Kirche (vor allem in der Volksfrömmigkeit) die unselige Tradition gibt, Reliquien nicht als Merkmale oder Zeichen zu verstehen, sondern in ihnen Wirkliches (im Sinne von Wirkendes) erblickt, finde ich selbst sehr bedenklich.

#84 Re: Der Dritte Weg — Gott und Naturwissenschaft

Verfasst: So 17. Nov 2013, 12:03
von closs
Lamarck hat geschrieben:Deine beständige Rede von "nicht-nachweisbarer Realität" bildet ein Oxymoron
Damit beschreibst Du Deinen Grunddefekt geradezu vorbildlich. - Dein Kategoriefehler besteht darin, dass Du Realität und Wahrnehmung bunt zusammenwirfst. - Du scheinst zu verkennen, dass Realität und Wahrnehmung verschiedene Kategorien sind.

#85 Re: Der Dritte Weg — Gott und Naturwissenschaft

Verfasst: So 17. Nov 2013, 12:04
von Lamarck
Hi closs!

closs hat geschrieben:
Lamarck hat geschrieben: Wenn Vertrauen nicht mit "irdischen Mitteln erklärbar" ist, dann gibt es kein Vertrauen.
"Wenn Ihr's nicht fühlt, Ihr werdet's nicht erjagen", meint Goethe dazu. - Entweder man hat die Wahrnehmungs-Befähigung oder nicht. - Und es ist NICHT eigener Verdienst, ob man sie hat oder nicht. - Das gilt für Religion genauso wie für Kunst.

Es geht hier um etwas gänzlich anderes - aber probiere es doch einmal: was will uns der Dichter damit sagen? :devil:




Faust: Der Tragödie Erster Teil

Nacht


"Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet's nicht erjagen,
Wenn es nicht aus der Seele dringt
Und mit urkräftigem Behagen
Die Herzen aller Hörer zwingt.
Sitzt ihr nur immer! leimt zusammen,
Braut ein Ragout von andrer Schmaus
Und blast die kümmerlichen Flammen
Aus eurem Aschenhäuschen 'raus!
Bewundrung von Kindern und Affen,
Wenn euch darnach der Gaumen steht –
Doch werdet ihr nie Herz zu Herzen schaffen,
Wenn es euch nicht von Herzen geht."


Hint: Es geht hier um die Leidenschaft in der Kunst.




Cheers,

Lamarck

#86 Re: Der Dritte Weg — Gott und Naturwissenschaft

Verfasst: So 17. Nov 2013, 12:07
von closs
Lamarck hat geschrieben:Es geht hier um die Leidenschaft in der Kunst.
Goethe hat seine Sachen schon gerne grundsätzlich gemeint - ja - Leidenschaft auch - aber das wäre eher Werther-Niveau.

#87 Re: Der Dritte Weg — Gott und Naturwissenschaft

Verfasst: So 17. Nov 2013, 12:21
von Lamarck
Hi closs!

closs hat geschrieben:
Lamarck hat geschrieben: Deine beständige Rede von "nicht-nachweisbarer Realität" bildet ein Oxymoron.
Damit beschreibst Du Deinen Grunddefekt geradezu vorbildlich. - Dein Kategoriefehler besteht darin, dass Du Realität und Wahrnehmung bunt zusammenwirfst. - Du scheinst zu verkennen, dass Realität und Wahrnehmung verschiedene Kategorien sind.

'Kategorie' ist ein Begriff im Gegenstandsbereich der Philosoph. Du kannst hierbei bei Aristoteles anfangen. Und wenn Du Deine Brille mal putzt, dann siehst Du bei "Lamarck hat geschrieben" nichts von 'Wahrnehmung'. Daraus geht 'nur' eine behauptete Identität von 'Nachweisbarkeit' und 'Realität' hervor - im Übrigen hinreichend durch die Etymologie dieses Wortpaars belegt.

Dir steht es also frei, das Entsprechende zu zeigen. Zum einen als den Nachweis nichtnachweisbarer Realität (= Verehrung der Gottheit IPU :P ). Zum anderen den Nachweis der Realität des Nichtnachweisbaren ... .

Aus gewissen Gründen erwarte ich selbstverständlich nicht, dass Dir dies gelingen mag, :lol: aber wenn doch, bildet dann Dein Zeugs keine Spinnereien mehr, sondern Naturalismus ... .

Du siehst, es geht hier nicht um willkürliche Setzungen, sondern ums 'können'. Und Kunst kommt vom 'können' - aber "Wenn ihr's nicht fühlt", ... . :idea:




Cheers,

Lamarck

#88 Re: Der Dritte Weg — Gott und Naturwissenschaft

Verfasst: So 17. Nov 2013, 12:29
von Lamarck
Hi dagegen!

dagegen hat geschrieben:
Lamarck hat geschrieben: schaue Dir mal die Details bei dem Vorgang der Heiligsprechung in der RKK an. Vgl. bsw. http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_P ... gsprechung
habe ich. Ich habe nicht gefunden, dass Johannes Paul 2 deshalb selig gesprochen worden wäre, weil er die Naturgesetze durchbrochen habe. Dass es in der katholischen Kirche (vor allem in der Volksfrömmigkeit) die unselige Tradition gibt, Reliquien nicht als Merkmale oder Zeichen zu verstehen, sondern in ihnen Wirkliches (im Sinne von Wirkendes) erblickt, finde ich selbst sehr bedenklich.

Guckst Du weita:




Wikipedia hat geschrieben: Am 5. Juli 2013 teilte der Heilige Stuhl mit, dass Papst Franziskus das für eine Heiligsprechung erforderliche Wunder durch ein Dekret anerkannt habe. Dabei handelt es sich um Floribeth Mora Díaz aus Costa Rica, die am Tag der Seligsprechung Papst Johannes Pauls II. von einem Aneurysma im Gehirn geheilt wurde.

Klingt ziemlich klassisch nach Wunder('glaube'), nicht?




Cheers,

Lamarck

#89 Re: Der Dritte Weg — Gott und Naturwissenschaft

Verfasst: So 17. Nov 2013, 12:58
von closs
Lamarck hat geschrieben:'Kategorie' ist ein Begriff im Gegenstandsbereich der Philosoph.
Machen wir es praktisch: Sind demnach "Wahrnehmung" und "Realität" dieselbe Kategorie oder unterschiedliche Kategorien?

Lamarck hat geschrieben: dann siehst Du bei "Lamarck hat geschrieben" nichts von 'Wahrnehmung'.
Wenn Du sagst, "NIcht-Nachweisbarkeit" und "Realität" seien ein Oxymoron, sagst Du gleichzeitig, dass "Nicht-Wahrnehmungs" und "Realität" ein Widerspruch in sich seien. - Transfer geglückt?

Lamarck hat geschrieben:Klingt ziemlich klassisch nach Wunder('glaube'), nicht?
Natürlich glaubt die RKK an Wunder. - Jetzt müsste man gelegentlich noch klären, was die RKK unter Wunder versteht.

#90 Re: Der Dritte Weg — Gott und Naturwissenschaft

Verfasst: So 17. Nov 2013, 13:09
von Lamarck
Hi dagegen!

dagegen hat geschrieben:
Lamarck hat geschrieben: Klingt halt einfach nach 'Stimmen im Kopf' ... .
Nein, sondern wir hören diesen Satz tatsächlich, von anderen Menschen nämlich.

Ja: Jetzt höre ich von Dir, dass 'wir' diesen Satz von anderen Menschen hören, die 'Stimmen im Kopf' hören ... .




dagegen hat geschrieben: Wie schon gesagt: der Atheist muss bei der Erkenntnis, dass Vertrauen flüchtig ist, stehen bleiben. Das ist auch sein gutes Recht. Nur stellt sich für mich die Frage, warum wir uns einem schlechten Vertrauensbegriff unterwerfen sollen, wenn wir "Vertrauen" besser aussagen oder formulieren können? Das ist für mich gänzlich unverständlich.

'Vertrauen' ist eine Emotion. Das Kleinkind benötigt diese Emotion; es ist für das Kleinkind auch nicht nötig, darüber zu kommunizieren. Wenn ich sage, ich vertraue darauf, dass mein Arbeitgeber am Monatsende mir mein Gehalt überweist, dann hat dies mit Gefühlsregungen nichts zu schaffen. Die Emotionen werden bei mir erst dann aufbrechen, wenn es bei dem geschilderten Vorgang zu Unregelmäßigkeiten kommt. Und was dabei kommt, ist kein 'Vertrauen' sondern gewisse Formen der Ungehaltenheit ... .

Jenes, was in Bezug zum Kleinkind mit 'Vertrauen' gleichgesetzt werden kann, ist Geborgenheitsgefühl. Dergleichen findet sich beim erwachsenen Menschen sonst im übergeleiteten Sinne in der Reproduktionsabteilung. Im religiösen Sinne ist dergleichen nichts als Infantilität - d. h., hier zeigt sich ein gewisser Entwicklungsrückstand.




dagegen hat geschrieben: Also: der Ball liegt für mich im Feld des Atheisten. Nicht ich muss erklären, warum ich an Gott glaube, sondern er muss erklären, warum er die schlechtere Wahl getroffen hat. Denn das ein rein irdisch-weltlich gefasster Vertrauensbegriff die schlechtere Wahl ist, weil ein solches Vertrauen eben flüchtig ist, liegt auf der Hand. Nicht ich muss erklären, warum ich nicht die schlechtere Wahl getroffen habe. Das wäre absurd. Warum soll man das Schlechte dem Besseren vorziehen?

Im Englischen gibt es die hübschere Formulierung für die Verbindung von 'Glaube' & 'Vertrauen': faith.

Abgesehen davon: Der Atheist benötigt keinen 'Glauben', wenn er sagt, "Ich glaube, ..." heißt dies emotional neutral nichts weiter als "Ich vermute, ...". Weiters benötigt der Atheist kein Vertrauen/Geborgenheit, wenn kein genetisches Interesse dahinter steht (Sexualpartner/Verwandtschaft). In Abschwächung gilt hier vielleicht noch der Sozialverband ('Rudelangehörige' wie Clique, Bekanntenkreis, Hund & Katze, Stammtisch ... .)

Du hast die schlechtere Wahl deshalb getroffen, weil Du auf das Credo [sic!] der Aufklärung verzichtest: Sapere aude! Geborgenheitsdefizite münden zwangsläufig in Nietzsches Sklavenmentalität ... .




Cheers,

Lamarck