Lineares Denken in der Naturwissenschaft

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closs
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#11 Re: Lineares Denken in der Naturwissenschaft

Beitrag von closs » Sa 7. Mär 2015, 16:48

Anton B. hat geschrieben:Kann ja alles sein. In der Wissenschaft gibt es ebenfalls diese Konkurrenz nicht, weil in den Spielregeln der Wissenschaft ganz andere Dinge gefordert werden.
Einverstanden - dann sollte man aber auch so auftreten und jeweils sprechen von "heutigem Stand der Forschung" (passiert ja auch oft).

Anton hat geschrieben:Oh weia! Meines Erachtens nach hast Du "Wissenschaft" noch immer ganz grundsätzlich genausowenig verstanden wie z.B. den Unterschied von Wissenschaftler und Arzt.
Vielleicht doch - die Wissenschaft an sich (streng reduktiv/methodischer Atheismus/etc.) ist ja gar nicht das Problem. - Das Problem ist, dass die öffentliche Meinung gelenkt wird von wissenschaftlichen Moment-Aufnahmen - dies ist kein Vorwurf an die Wissenschaft, sondern an die Gesellschaft.

Anton hat geschrieben:"Zutreffende Messungen" soll wohl heißen "Bewährung durch gemachte Beobachtung dessen, was aus dem Modell als Vorhersage abgeleitet wurde".
Ja - man erhält Antworten auf Fragen, die man gestellt hat.


Anton hat geschrieben:Wer am Ende recht hat, mag eine Frage sein, die den ontologisch aufgestellten closs betrifft. In der Wissenschaft geht es um Modelle und davon abgeleiteten Beobachtungsvorhersagen, um Falsifikationen und Bewährungen. Das alles im intersubjektiven Begründungskontext! Das, was da gerade Stand ist, das nennt sich dann "wissenschaftliches" Wissen.
Genau - und dies ist abzugleichen mit dem Leben.

Anton hat geschrieben:Muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.
8-) - Allerdings eine nachgereichte Einschrämkung: Es ist nicht die Wissenschaft, die das tut, sondern die Meinungs-Führer tun es mit Verweis auf die Wissenschaft.

Anton hat geschrieben:Nu, ja: Als Wissenschaftler habe ich zu kapieren, ob etwas wissenschaftlich ist oder nicht. Ist es wissenschaftlich, bekommt es das Prädikat "wissenschaftlich".
Ist ja in Ordnung so. - Für Menschen, die sich als Ganzes verstehen, ist der wissenschaftliche Status Quo (der gestern ein anderer war als der morgige sein wird) zwar ein wichtiger Ratgeber, aber nicht in allen Fällen die einzige Instanz.

Um den geschilderten Fall mit der Mutter nochmals heranzuziehen: Wenn eine Mutter in ihrer holistischen Beziehung zum Kind etwas Wissenschaftliches hört und es beim besten Willen nicht mit ihrem Erfahrungs-Wissen in Übereinstimmung bringen kann, sollte man sie sehr, sehr ernst nehmen und nicht als "esoterisch" abkanzeln.

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Scrypt0n
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#12 Re: Lineares Denken in der Naturwissenschaft

Beitrag von Scrypt0n » Sa 7. Mär 2015, 17:18

closs hat geschrieben:Wäre das Ergebnis zugunsten oder gleich der Pharma-Medizin, hätte es keinen kommerziellen Zweck, weil dies eh die offizielle Meinung ist.
Die offizielle Meinung ist also, dass Globuli - also Placebo-Gleichwertige Kügelchen - gleichwertig wie schulmedizinische Arzneimittel sind?
lol... :D

closs hat geschrieben:Wäre das Ergebnis zulasten der Pharma-Medizin, wäre es sogar kontra-produktiv.
Dass sind Placebos nicht; weder auf Kurz noch auf Lang. :0)

closs hat geschrieben:Deine Aussagen sind vollumfänglich verwirrt - es geht um etwas ganz anderes.
Um was denn? ^_-

Pluto
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#13 Re: Lineares Denken in der Naturwissenschaft

Beitrag von Pluto » Sa 7. Mär 2015, 18:12

barbara hat geschrieben:
Pluto hat geschrieben: Das ist nicht zuletzt ein Folge des dritten Clarke'schen Gesetzes. Wenn man es nicht versteht, sieht es wie Magie aus.
Wie Esoterik, meinst du wohl?
Ich sagte Magie, aber wen DU Esoterik da einordnen willst, warum nicht?

barbara hat geschrieben:
Jedes Lebewesen ist im Grunde nichts anderes als ein "Sack" oller chemischer Vorgänge.
na, in dem Fall können wir ja die Menschenrechte alle abschaffen. Chemische Vorgänge brauchen keine Menschenrechte. :?
Allein so zu denken, wäre in der Tat äußerst naiv.

barbara hat geschrieben:
Das ist zwar richtig, aber das ist noch lange kein Grund um zu kapitulieren und zu sagen etwas sei nicht erklärebar weil es kompliziert ist.
Aber noch viel weniger ein Grund, unbedingt was Lineares herzustellen, das auf keinen Fall passt. Was aber immer wieder getan wird.
Tja... Jedem Topf seinen Deckel. Die Probleme der Wissenschaft sind nun mal i.d.R. linear, auch wenn sie für den bei laienhafter Betrachtung nicht so aussehen mögen.
Es ist nun mal so, dass bei der Suche nach Kausalität, lineares Denken oft zielführend ist.
Du verwechselst fokussiertes Denken mit Linearität.

barbara hat geschrieben:
Es wäre traurig, wenn wir alles schon wüssten. Dennoch weiß man auf gewissen Gebieten schon sehr viel, und täglich kommt neues Wissen hinzu. Das ist das "täglich Brot" der Wissenschaft.
na, das wär doch mal ein Anlass für dich, dich in die komplexen Systeme einzuarbeiten, wo es nicht nur um neue Inhalte geht (zB neue Arten von Molekülen), sondern um eine neue Art des Denkens.
Wenn es angebracht ist, sicherlich, aber das ist sekundär. Die Art des Denkens muss sich immer dem gestellten Problem anpassen.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

Anton B.
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#14 Re: Lineares Denken in der Naturwissenschaft

Beitrag von Anton B. » Sa 7. Mär 2015, 19:34

barbara hat geschrieben:
Anton B. hat geschrieben:Wer macht denn wo sowas? Gibt es da ein Beispiel?
Lies einen beliebigen Beitrag von Pluto, er ist der absolute König linearen Denkens und weicht keinen Millimeter davon ab. nie. auf keinen Fall.
Werden denn die möglichen Schwächen von Pluto alle direkt der ganzen Wissenschaft angerechnet?
Die Eiche "ist" - sie steht da - mit oder ohne Wildschweine.

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#15 Re: Lineares Denken in der Naturwissenschaft

Beitrag von Pluto » Sa 7. Mär 2015, 20:07

Anton B. hat geschrieben:Werden denn die möglichen Schwächen von Pluto alle direkt der ganzen Wissenschaft angerechnet?
Hä? :o
Welche Schwächen, denn?

Die Linearität ist bereits in der klassischen Physik vorhanden und wird durch die Kausalität und die prinzipielle Rückverfolgung von Ereignissen gegeben. Das beruht auf dem Prinzip, dass sich jedes (klassische) physikalische System durch eine Reihe von Ja/Nein Antworten (Informations-Bits) erklären lässt.

Nichtlinearitäten gibt es "erst" in der Quantenmechanik, z. Bsp. im EPR-Paradoxon der Verschränkung oder in den Beobachtungen am Doppelspalt-Experiment.
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barbara
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#16 Re: Lineares Denken in der Naturwissenschaft

Beitrag von barbara » Sa 7. Mär 2015, 21:10

Anton B. hat geschrieben: Werden denn die möglichen Schwächen von Pluto alle direkt der ganzen Wissenschaft angerechnet?


das grassiert schon. Leute, die vernetzt denken können und, oh Schreck, womöglich noch über Disziplinen hinaus, sind in der Wissenschaft sehr rar.

Medikamente versuchen, EINE Stelle zu beeinflussen (einen bestimmten Blutwert, einen Vorgang an einer Synapse, ein Molekül einzufangen...), und nicht, das System als Ganzes zu stärken.

In der Umweltdiskussion wird in der Regel EIN Bösewicht gesucht - aktuell ist's grad das CO2, und dann kommen teils absurde Ideen in die Diskussion, zum Besipiel, dass Atomkraftwerke umweltfreundlich seien, da sie im laufenden Betrieb kein CO2 produzieren. Aber sonst geht's noch gut? :?

Das Denken in Ganzheiten und in Hierarchiestufen von ineinander verschachtelten Ganzheiten (ein Atom in einem Molekül in einer Zelle n einem Gewebe in einem Organ in einem Lebewesen in einem Ökosystem...) wird höchst selten beachtet und diskutiert.

Die archetypische Reinheit von Plutos Linearität hat zugegebenermassen selten einer, aber es ist schliesslich auch nicht jeder der Gott der Unterwelt.

gruss, barbara

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#17 Re: Lineares Denken in der Naturwissenschaft

Beitrag von barbara » Sa 7. Mär 2015, 21:11

Pluto hat geschrieben: Nichtlinearitäten gibt es "erst" in der Quantenmechanik, z. Bsp. im EPR-Paradoxon der Verschränkung oder in den Beobachtungen am Doppelspalt-Experiment.

Sobald du mit Menschen zu tun hast, wird's immer gleich nicht linear. Linearität ist da die grosse Ausnahme, aber nicht die Regel.

gruss, barbara

Pluto
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#18 Re: Lineares Denken in der Naturwissenschaft

Beitrag von Pluto » Sa 7. Mär 2015, 21:20

barbara hat geschrieben:Sobald du mit Menschen zu tun hast, wird's immer gleich nicht linear. Linearität ist da die grosse Ausnahme, aber nicht die Regel.
Natürlich ist der Mensch komplex. Das schließt aber nicht aus, dass diese Komplexität durch die Gleichzeitigkeit einer Vielzahl linearer Prozesse entsteht.
Selbst wenn der Laie etwas anderes vermutet, bestätigt sich bei genauerer Betrachtung, die Linearität und Kausalität der einzelnen Prozesse.
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barbara
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#19 Re: Lineares Denken in der Naturwissenschaft

Beitrag von barbara » Sa 7. Mär 2015, 21:41

Pluto hat geschrieben: Selbst wenn der Laie etwas anderes vermutet, bestätigt sich bei genauerer Betrachtung, die Linearität und Kausalität der einzelnen Prozesse.

An welche Prozesse denkst da zum Beispiel?

gruss, barbara

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#20 Re: Lineares Denken in der Naturwissenschaft

Beitrag von Pluto » Sa 7. Mär 2015, 21:54

barbara hat geschrieben:An welche Prozesse denkst da zum Beispiel?
Das ist völlig wurscht. Z. Bsp. jede chemische Reaktion in der Zelle eines Organismus, oder die Bewegung der Planeten im Sonnensystem.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

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