Biblische Zeiten-- falsch datiert?

Alle Themen aus Naturwissenschaft & Technik die nicht in die Hauptthemen passen.
ThomasM
Beiträge: 5866
Registriert: Mo 20. Mai 2013, 19:43

#11 Re: Biblische Zeiten-- falsch datiert?

Beitrag von ThomasM » Mo 6. Apr 2015, 16:00

Magdalena61 hat geschrieben: Die meisten der sogenannten "Widersprüche in der Bibel" lassen sich mit etwas Hintergrundwissen erklären-- entkräften- widerlegen.
Das ist ja der Punkt.

Um dieses "Widerlegen" durchzuführen, muss man sich von der Wörtlichkeit des Textes lösen, muss man eine übertragene oder sinngemäße Interpretation des Textes lesen. Egal, worauf man das beruht, egal, welche Technik man anwendet, IMMER muss man von der Wörtlichkeit des Bibeltextes weggehen.
Sogar die sogenannten "bibeltreuen" machen das. Sie bestehen nur darauf, ganz bestimmte Textteile der Bibel so zu verstehen, wie sie es tun - nicht wörtlich, aber angeblich wörtlich.

Wer wirklich "wörtlich" lesen will, muss den Text im absoluten Orginal nehmen, also so, wie er nicht-schriftlich über Jahrhunderte erzählt worden ist. Das kann niemand, weil dieser Text nicht überliefert worden ist.
Bereits die erste schriftliche Niederlegung war eine nicht-wörtliche Interpretation.

Gruß
Thomas
Gott würfelt nicht, meinte Einstein. Aber er irrte. Gott nutzt den Zufall - jeden Tag.

2Lena
Beiträge: 4723
Registriert: Mi 30. Okt 2013, 09:46

#12 Re: Biblische Zeiten-- falsch datiert?

Beitrag von 2Lena » Mo 6. Apr 2015, 16:15

Du magst es viel zu kompliziert, lieber Thomas!
Wer einen Text erschlossen vorliegen hat, der zweifelt nicht mehr.
Es sind alle Teile vorhanden.

Anders ist es mit dem "wörtlichen Übersetzungstext".
Bei dem ist der Schalter der flexiblen Lesart auf "aus".
Somit hast du Bruchteile, die dann oft vergeblich oder falsch gekittet werden.

ThomasM
Beiträge: 5866
Registriert: Mo 20. Mai 2013, 19:43

#13 Re: Biblische Zeiten-- falsch datiert?

Beitrag von ThomasM » Mo 6. Apr 2015, 20:46

2Lena hat geschrieben:Du magst es viel zu kompliziert, lieber Thomas!
Na klar. Ich bin doch auch ein Akadämlicher. Wo ist denn der Spaß, wenn es nicht kompliziert ist?

2Lena hat geschrieben: Wer einen Text erschlossen vorliegen hat, der zweifelt nicht mehr.
Es sind alle Teile vorhanden.
Ich ergänze: Wer einen Text für sich erschlossen vorliegen hat, der zweifelt nicht mehr.
Die Anzahl der Möglichkeiten, einen Schlüssel an einen Text anzulegen, ist vermutlich größer als die Anzahl der möglichen Leser.

Das gilt gerade und vor allem auch für die Bibel.
Und ich halte dies auch durchaus für die Absicht Gottes. Denn Gott begegnet auch jedem Menschen persönlich und allen Menschen verschieden.

Gruß
Thomas
Gott würfelt nicht, meinte Einstein. Aber er irrte. Gott nutzt den Zufall - jeden Tag.

2Lena
Beiträge: 4723
Registriert: Mi 30. Okt 2013, 09:46

#14 Re: Biblische Zeiten-- falsch datiert?

Beitrag von 2Lena » Di 7. Apr 2015, 06:50

ThomasM hat geschrieben:Denn Gott begegnet auch jedem Menschen persönlich und allen Menschen verschieden.
Das mag sein.
Bei einer deutschen Gebrauchsanweisung liegt es auf der Hand, dass du den Text verstehen musst, willst du das Gerät richtig bedienen können. Es gibt Konstrukteur, die Ähnliches bereits in der Hand hatten und ohne die Beschreibung auskommen. Es gibt auch intuitiv begabte Leute, die ohne Gebrauchsanweisung den Schaltknopf finden ... und das Ding rattert dann irgendwie.

Nur an dem "irgendwie" geht es meist irgenwie kaputt. Ähnlich ist es in der Welt.

Wenn du im Vaterunser z.B. betest: Führe uns nicht in die Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel (min ha ra... musst du ziemlich lange warten, bis jemand kommt, der dir den kaputten Wasserhahn repariert. Du kannst selbst den Schlüssel anlegen oder auch "beten" versuch's halt (min ha ra... dann heißt das Freundschaft, ra.

Für das Wort gibt es nur zwei bis drei Möglichkeiten.
Die musst du nützen!
Den Weg bist du bisher nie gegangen...

Martinus
Beiträge: 3059
Registriert: Mo 15. Apr 2013, 23:17
Wohnort: Kasane

#15 Re: Biblische Zeiten-- falsch datiert?

Beitrag von Martinus » Di 7. Apr 2015, 07:02

2Lena hat geschrieben: Wenn du im Vaterunser z.B. betest: Führe uns nicht in die Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel (min ha ra...


Guten Morgen,

nix: min ha ra ........... απο του πονηρου steht da. Griechisch !!! NT in Griechisch.
Angelas Zeugen wissen was!

2Lena
Beiträge: 4723
Registriert: Mi 30. Okt 2013, 09:46

#16 Re: Biblische Zeiten-- falsch datiert?

Beitrag von 2Lena » Di 7. Apr 2015, 07:13

Nur, in Griechisch hat man es NIE gelernt, dass hier ein Gesetz für das Zusammenleben vorliegt.
Nie gewusst, dass sich darin die Gesetze Abrahams wiederholen.
Nie gesehen, welche Andeutungen zur Schöpfungsgeschichte es gibt.
Das können die Atheisten nicht nachvollziehen.

Die Soziologen wissen nicht das Vaterunser zu zitieren, die Politiker ebensowenig.

... und die Familienväter denken, wenn sie beten:
"gib uns unser tägliches Brot..."
brauchen sie selbst nicht mehr an die Arbeit gehen .... oder so etwa, nicht wahr?

ThomasM
Beiträge: 5866
Registriert: Mo 20. Mai 2013, 19:43

#17 Re: Biblische Zeiten-- falsch datiert?

Beitrag von ThomasM » Di 7. Apr 2015, 10:12

2Lena hat geschrieben: Wenn du im Vaterunser z.B. betest: Führe uns nicht in die Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel (min ha ra... musst du ziemlich lange warten, bis jemand kommt, der dir den kaputten Wasserhahn repariert. Du kannst selbst den Schlüssel anlegen oder auch "beten" versuch's halt (min ha ra... dann heißt das Freundschaft, ra.

Für das Wort gibt es nur zwei bis drei Möglichkeiten.
Die musst du nützen!
Den Weg bist du bisher nie gegangen...
Wie du in deinem letzten posting zeigst, gibt es wesentlich mehr als zwei oder drei Möglichkeiten, dieses Wort aus dem Vaterunser zu verstehen.

Dein min ha ra verstehe ich nicht.
Das Beispiel mit dem kaputten Wasserhahn ist nicht so gut. Denn was ein heiler Wasserhahn tun sollte, weiß jeder und ist auch relativ eindeutig. Insofern ist es egal, welchen "Spezialisten" man ruft, solange nur dieser Zustand hergestellt wird.

Was aber das "richtige" verständnis eines Textes ist, ist nicht bekannt. Und ob ich den tausenden "Spezialisten" glaube, die alles etwas anderes sagen, ist auch nicht klar.
Mein Wissen von Textanalyse ist, dass es kein "richtiges" Verständnis gibt, es gibt nur "mein" Verständnis eines Textes.

Wissenschaftlich ist dies untersucht im Rahmen der Kommunikationstheorie. Texte sind nur eine Form der Kommunikation. Und bei einer Kommunikation ist der Empfänger an dem Verständnis stärker beteiligt als der Sender, mit anderen Worten:
Der Empfänger bestimmt die Aussage eines Textes.

Gruß
Thomas
Gott würfelt nicht, meinte Einstein. Aber er irrte. Gott nutzt den Zufall - jeden Tag.

R.F.
Beiträge: 6664
Registriert: Mo 15. Apr 2013, 23:20

#18 Re: Biblische Zeiten-- falsch datiert?

Beitrag von R.F. » Di 7. Apr 2015, 12:05

closs hat geschrieben:
Magdalena61 hat geschrieben:Gedanke: Niemand müsste seine Ewigkeit aufgrund von (billigen) Datierfehlern verspielen.
Wenn es überhaupt so gemeint ist. - Aus meiner Sicht ist es überhaupt nicht nötig, die Bibel an historischen Daten zu messen. Natürlich gibt es israelitische Könige und das babylonische Exil, etc. - aber das symbolische Interesse der Bibel überwiegt im NT aus meiner Sicht das historische Interesse.
Ich halte diese weit verbreitete Sicht für äußerst gefährlich ist. Denn damit wird der gesamte Ablaufplan in Frage gestellt, was gleichzeitig eine höchst notwendige Warnung vor dramatischen Entwicklungen unglaubwürdig mach.

Politiker und Journalisten indes haben derart die Hosen voll, dass sie ihre Panik nur noch durch Verschweigen von Nachrichten vor der Bevölkerung verbergen können. Die gestrigen RTL-Nachrichten um 18:45 Uhr waren übrigens eine unglaubliche Unverschämtheit.

Wer sich in Geschichte und Volkswirtschaftslehre ein wenig auskennt, dem ist klar, dass ums Eck ein furchtbarer Knall lauert...Diese Einschätzung ist beileibe keine Spinnerei und wird von kritischen Ökonomen und (meist Ex-) Politikern geteilt. Empfehle übrigens, heute mal debka-file zu lesen...

Benutzeravatar
Faransil
Beiträge: 599
Registriert: Sa 28. Mär 2015, 19:13

#19 Re: Biblische Zeiten-- falsch datiert?

Beitrag von Faransil » Di 7. Apr 2015, 12:13

R.F. hat geschrieben:
closs hat geschrieben:
Magdalena61 hat geschrieben:Gedanke: Niemand müsste seine Ewigkeit aufgrund von (billigen) Datierfehlern verspielen.
Wenn es überhaupt so gemeint ist. - Aus meiner Sicht ist es überhaupt nicht nötig, die Bibel an historischen Daten zu messen. Natürlich gibt es israelitische Könige und das babylonische Exil, etc. - aber das symbolische Interesse der Bibel überwiegt im NT aus meiner Sicht das historische Interesse.
Ich halte diese weit verbreitete Sicht für äußerst gefährlich ist.
Ich halte viel eher deinen verbissenen, ignoranten und wortwörtlich verstehenden Fundamentalismus für gefährlich.

R.F. hat geschrieben:Denn damit wird der gesamte Ablaufplan in Frage gestellt, was gleichzeitig eine höchst notwendige Warnung vor dramatischen Entwicklungen unglaubwürdig mach.
Abgesehen davon, dass in der Bibel kein exakter Ablaufplan enthalten ist liegt es im Zuge dessen durchaus nahe, etwaige "Warnungen" deinerseits, die sich auf diesem Irrtum stützen, als unglaubwürdig zu erkennen.

R.F.
Beiträge: 6664
Registriert: Mo 15. Apr 2013, 23:20

#20 Re: Biblische Zeiten-- falsch datiert?

Beitrag von R.F. » Di 7. Apr 2015, 12:21

ThomasM hat geschrieben:
Magdalena61 hat geschrieben: Diese Fragen werden für einen Gläubigen eigentlich nur dann wichtig, wenn er Skeptikern und Kritikern Rede und Antwort stehen soll. Denn in der Auseinandersetzung mit ihnen können historische Fakten hilfreich sein- als Krücke für interessierte Fremdlinge sozusagen.
Das eigentliche Problem hat man doch nur, wenn man darauf besteht, dass die biblischen Texte "wörtlich" richtig sein müssen, also auch in Sachangaben.
- - -
Das wirkliche Problem sind die vielen Gleichgültigen und Erschlafften unter den “Gläubigen”. Natürlich ist ein Studium der ägyptischen Geschichte sehr aufwändig. Zur notwendigen kritischen Einstellung kann das Buch “Vom Exodus zu König Echnaton” vom Immanuel Velikovsky verhelfen.

Falls nun jemand glaubt, Wikipedia-Links einstellen zu müssen: Velikovskys Bücher sind fraglos nicht ohne Fehler, doch gegenüber Werken wie die von Ludwig Borchardt oder Eduard Meyer gleichen sie geradezu einem Hort der Wahrheit...

Antworten