Quatschstudie entlarvt Unwissenschaftlichkeit in sozialwissenschaftlichen Publikationen

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ThomasM
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Quatschstudie entlarvt Unwissenschaftlichkeit in sozialwissenschaftlichen Publikationen

Beitrag von ThomasM » Di 23. Mai 2017, 11:25

Dass die Sozialwissenschaft Probleme mit Wissenschaftlichkeit haben, ist bereits seit der Unsinns-Studie von Alan Sokal bekannt.
Jetzt wurde dies durch eine nochmalige Quatsch-Studie bestätigt, die als "hervorragend" in einer sozialwissenschaftlichen Fachzeitschrift publiziert wurde.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... 48845.html

Wie der Artikel am Ende zusammenfasst, sind die Probleme zweifach
Zum einen seien Veröffentlichungen gegen Bezahlung offenbar anfällig dafür, problemlos durchgewunken zu werden. Folglich könnten Schwindler in den Rang ernstzunehmender Wissenschaftler aufsteigen, indem sie nach einer Bezahlung auf begutachtete Studien verweisen könnten.

Zum anderen würden politisch gewünschte Ergebnisse und moderner Fachjargon dazu verleiten, Blödsinn nicht zu erkennen
Gott würfelt nicht, meinte Einstein. Aber er irrte. Gott nutzt den Zufall - jeden Tag.

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Pluto
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Re: Quatschstudie entlarvt Unwissenschaftlichkeit in sozialwissenschaftlichen Publikationen

Beitrag von Pluto » Di 23. Mai 2017, 12:53

Was für ein Thema! :lol:
Wenn man genau liest, fällt die Studie sehr schnell als Parodie auf.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

Anton B.
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Re: Quatschstudie entlarvt Unwissenschaftlichkeit in sozialwissenschaftlichen Publikationen

Beitrag von Anton B. » Mi 24. Mai 2017, 00:16

Pluto hat geschrieben:Was für ein Thema! :lol:
Wenn man genau liest, fällt die Studie sehr schnell als Parodie auf.
Übrigens ein netter Streich unter anderem von Peter Boghossian. So wird Firlefanz wirklich enttarnt. Da könnte sich unsere als oberste Aufklärungsinstanz selber nominierte Silberkugel noch ein paar dicke Scheiben abschneiden.
Das Problem: Es gibt auch eine Wirklichkeit, wie es historisch wirklich war.

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Janina
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Re: Quatschstudie entlarvt Unwissenschaftlichkeit in sozialwissenschaftlichen Publikationen

Beitrag von Janina » Fr 11. Aug 2017, 10:16

Pluto hat geschrieben:Was für ein Thema! :lol:
Wenn man genau liest, fällt die Studie sehr schnell als Parodie auf.
Leider nicht. Denn zur Parodie wird die Studie erst durch die Absicht der Autoren, die Leser zu verarschen. Hätte ein Sozialwissenschaftler sie in vollem Ernst verfasst und auch noch überzeugt vertreten, wäre es keine Parodie. Genauso ist ja auch nicht deutlich, ob Kreationismus eine Parodie ist. Es ist völliger Unsinn, wird aber ernsthaft scheinend vertreten. Die Tatsache dass es Unsinn ist, reicht nicht aus, um eine Satire zu sein. Zur Satire wird es erst, wenn der Autor hinterher alle auslacht.

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closs
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Re: Quatschstudie entlarvt Unwissenschaftlichkeit in sozialwissenschaftlichen Publikationen

Beitrag von closs » Fr 11. Aug 2017, 11:45

Pluto hat geschrieben:Wenn man genau liest, fällt die Studie sehr schnell als Parodie auf.
Vielleicht im Nachhinein. - Die ZEIT berichtete vor ca. 1 Jahr in einem Dossier, dass bei Überprüfung von wissenschaftlichen Veröffentlichungen aus ALLEN Fachgebieten (von Sozialwissenschaft bis Naturwissenschaft) gut ein Drittel nach wissenschaftlichen Kriterien brutal durchgefallen sind. - Die Empfehlung: Publiziert ein Zehntel davon und das dafür gut.

Die Begründung: Da die Karriere eines Akademikers heute von der Anzahl der A-Journal-Publikationen bestimmt sei, müsse immer mehr produziert werden - quasi eine De-Qualifizierung durch Quantifizierung.

Ein Bekannter von mir, der selber Ordinarius ist, veröffentlicht kaum noch was, weil er jetzt einen lebenslangen Job hat - und sagt gleichzeitig, dass er noch nie so viel geforscht hat. - Ihm seien die nicht-wissenschaftlichen Vorläufe einer Veröffentlichung zu anstrengen, da man dann schon all die möglichen Kritiker anrufen müsse und denen die Texte vorab vorlegen müsse - und dann Deals machen müsse, was der Eine durchgehen lässt und dafür der Andere etwas anderes - Geben und Nehmen.

Das geht ihm auf den Sack - und deshalb beschränkt er sich (erst) jetzt auf wenige Veröffentlichungen, die allein vom Forschungsstand entschieden werden - und ruft dann auch nicht mehr vor Lobbyisten und Kritiker an, sondern veröffentlich einfach - weil er es sich leisten kann. - Er meint, seine wenigen Veröffentlichungen seien heute besser als die vielen früher.

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