Jeden Tag ein Gedicht

Literatur, Malerei, Bildhauerei
Pflanzenfreak
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Re: Sachliche Romanze

Beitrag von Pflanzenfreak » Do 30. Jun 2016, 19:28

Rembremerding hat geschrieben:Wahrheit, denn zu fordern, dass ein Mensch einen anderen glücklich machen soll, ist eine Täuschung, die ent-täuscht wird.
Liebe dient der Liebe des anderen und umgekehrt, denn sie ist Geschenk, die sich schenkt.
man kann auch andere Dinge fordern z.B. Unterstützung, wichtig genommen werden vom Partner oder eine andere Art der Zuwendung...

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Pluto
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Re: Sachliche Romanze

Beitrag von Pluto » Do 30. Jun 2016, 19:37

Rembremerding hat geschrieben:
Pflanzenfreak hat geschrieben:steckt in dieser Aussage Wahrheit oder Vermutung?
Wahrheit, denn zu fordern, dass ein Mensch einen anderen glücklich machen soll, ist eine Täuschung, die ent-täuscht wird.
"Fordern" ist der falsche Ansatz. Geben ist besser, dann kommt die Liebe von alleine zurück.

Erinnert ihr euch noch an die Comics, die es in den 80-er Jahren überall gab?
Liebe ist...
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

michaelit
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Re: Jeden Tag ein Gedicht

Beitrag von michaelit » So 3. Jul 2016, 08:49

haiku

die traube morgen:
erdrückt vom schweren tag
der arbeit...

Lena
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Re: Jeden Tag ein Gedicht

Beitrag von Lena » Di 26. Mär 2019, 15:45

Johann Martin Miller (1750-1814)

Die Zufriedenheit

Was frag' ich viel nach Geld und Gut,
Wenn ich zufrieden bin!
Gibt Gott mir nur gesundes Blut,
So hab' ich frohen Sinn,
Und sing' aus dankbarem Gemüt
Mein Morgen- und mein Abendlied.

So mancher schwimmt im Überfluss,
Hat Haus und Hof und Geld;
Und ist doch immer voll Verdruss,
Und freut sich nicht der Welt.
Je mehr er hat, je mehr er will;
Nie schweigen seine Klagen still.

Da heißt die Welt ein Jammertal,
Und deucht mir doch so schön;
Hat Freuden ohne Maß und Zahl,
Lässt keinen leer ausgehn.
Das Käferlein und Vögelein
Darf sich ja auch des Maien freun.

Und uns zuliebe schmücken ja
Sich Wiese, Berg und Wald;
Und Vögel singen fern und nah,
Dass alles wiederhallt. –
Bei'r Arbeit singt die Lerch' uns zu,
Die Nachtigall bei'r süßen Ruh'.

Und wenn die goldne Sonn' aufgeht,
Und golden wird die Welt,
Und alles in der Blüte steht,
Und Ähren trägt das Feld:
Dann denk' ich, alle diese Pracht
Hat Gott zu meiner Lust gemacht.

Dann preis' ich Gott, und lobe Gott,
Und schweb' in hohem Mut;
Und denk', es ist ein lieber Gott,
Und meint's mit Menschen gut;
Drum will ich immer dankbar sein,
Und mich ob seiner Güte freun!
Der ist kein Narr, der hingibt, was er nicht behalten kann,
damit er gewinnt, was er nicht verlieren kann.
Jim Elliot

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Janina
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Re: Jeden Tag ein Gedicht

Beitrag von Janina » Mo 8. Apr 2019, 15:36

Wenn im Walde ruft die Wachtel
Und den Mädchen juckt die Schachtel
Und den Burschen steht der Ständer
Dann ist Frühling im Kalender

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closs
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Re: Jeden Tag ein Gedicht

Beitrag von closs » Mo 8. Apr 2019, 18:03

Die Liebe ist ein Zeitvertreib.
Man nimmt dazu den Unterleib.

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Munro
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Re: Jeden Tag ein Gedicht

Beitrag von Munro » Di 16. Apr 2019, 23:52

Lena hat geschrieben:
Mo 7. Dez 2015, 10:42
Abseits

Es ist so still; die Heide liegt
Im warmen Mittagssonnenstrahle,
Ein rosenroter Schimmer fliegt
Um ihre alten Gräbermale;
Die Kräuter blühn; der Heideduft
Steigt in die blaue Sommerluft.

Laufkäfer hasten durchs Gesträuch
In ihren goldnen Panzerröckchen.
Die Bienen hängen Zweig um Zweig
Sich an der Edelheide Glöckchen,
Die Vögel schwirren aus dem Kraut -
Die Luft ist voller Lerchenlaut.

Ein halbverfallen, niedrig Haus
Steht einsam hier und sonnbeschienen,
Der Kätner lehnt zur Tür hinaus,
Behaglich blinzelnd nach den Bienen;
Sein Junge auf dem Stein davor
Schnitzt Pfeifen sich aus Kälberrohr.

Kaum zittert durch die Mittagsruh
Ein Schlag der Dorfuhr, der entfernten;
Dem Alten fällt die Wimper zu,
Er träumt von seinen Honigernten.
- Kein Klang der aufgeregten Zeit
Drang noch in diese Einsamkeit.

Theodor Storm

Gerne gelesen! :idea: :thumbup:
Jean Paul Getty:
Die Sanftmütigen werden die Erde besitzen, aber nicht die Schürfrechte.

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