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Re: Wie modern darf Theater sein (was die Inszenierung betrifft)

Verfasst: Mi 7. Mär 2018, 10:39
von Pluto
Janina hat geschrieben:
Munro hat geschrieben:Wenn ich ein Drama von Shakespeare sehen möchte, dann möchte ich es so sehen, wie Shakespeare es geschrieben hat.
Das kann man doch an jeder Ecke.
Also, für mich sollte es schon auch authentisch sein.
Ich habe mal "Madame Butterfly" in modernem Bühnenbild gesehen. Das war ein totaler Reinfall.

Re: Wie modern darf Theater sein (was die Inszenierung betrifft)

Verfasst: Mi 7. Mär 2018, 10:45
von Munro
Pluto hat geschrieben: Ich habe mal "Madame Butterfly" in modernem Bühnenbild gesehen. Das war ein totaler Reinfall.
@ Bühnenbild

Oft gibt es doch einfach gar keines mehr.

Ich habe mal eine Inszenierung von "Nathan der Weise" gesehen, in der das Bühnenbild nur aus einer braunen Bretterwand bestand. Das war alles.
Im Programmheft wurde aber nicht versäumt, anzumerken, dass Frau Prof. Prof. Dr. Dr. XY das "Bühnenbild" entworfen habe.

Re: Wie modern darf Theater sein (was die Inszenierung betrifft)

Verfasst: Mi 7. Mär 2018, 10:46
von Pluto
Munro hat geschrieben:Im Programmheft wurde aber nicht versäumt, anzumerken, dass Frau Prof. Prof. Dr. Dr. XY das "Bühnenbild" entworfen habe.
Eben! :lol:

Re: Wie modern darf Theater sein (was die Inszenierung betrifft)

Verfasst: Mo 2. Apr 2018, 17:12
von Catholic
Nun,das Stück darf durchaus in der Gegenwart spielen,wenn es passend ist.
Bernsteins "Westside-Story" spielt in der New Yorker Westside der 1950er Jahre und denoch ist das Grundthema von Romeo und Julia klar erkennbar ... und die Anspielung darauf.
Nur ist es z.B. bei Mutter Courage so dass Brecht das Stück bewusst (!) im durch die Schweden im Dreissigjährigen Krieg belagerten Magdeburg spielen liess und das Stück dann einfach z.B. ins Syrien des Jahres 2018 zu verlagern - nach dem Motto:Dort herrscht eben heute Krieg! - wäre schlicht an der Intention Brechts vorbeiinszeniert.