Erbsünde und moralische Verantwortung

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closs
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Re: Erbsünde und moralische Verantwortung

Beitrag von closs » Mi 16. Okt 2013, 09:28

Vitella hat geschrieben:Ich glaube die Botschaft Jesu war eher sich am Leben zu freuen.
Aber immer unter dem Schirm: "Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen" (Hiob).

Lebensfreude im Christentum bedeutet: Wie kann man sich trotzdem freuen, wenn man weiß, was es an Leid in der Welt gibt. - Die eine Antwort ist Wurstigkeit (geht mich nichts an) - die andere Antwort ist "Abgeben" ("ich schaue nicht weg, kann es aber nicht schultern (oder nur im gottgebenen Ausmaß).

Man soll sich am Leben freuen - ganz gewiss - aber es darf nicht verwechselt werden mit einer Attitüde, die die sogenannte "Selbstverwirklichung" im säkularen Sinne zum Ziel hat. - Ein enger Grat.

barbara
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Re: toritäre Gesellschaft im Namen der Freiheit

Beitrag von barbara » Mi 16. Okt 2013, 11:05

closs hat geschrieben: Da frage ich mich immer noch, ob sich ein Mensch "entscheiden" muss, wenn etwas eh klar ist. - Wenn jemand das Licht erkannt hat: KANN er dann nein sagen? - Wenn ja, wäre es masochistisch. - Und wäre es masochistisch, hätte man nicht genug erkannt.
ich glaube, es gibt durchaus so etwas wie eine Phase des Schwankens, wo es möglich ist, eine Entscheidung zu treffen.

Das Licht zu erkennen ist ja auch eine fürchterliche, angst erregende Sache - nichts, was dem fleischlichen Menschen leicht zu akzeptieren wäre. Das Licht ist radikal und unbeugsam und, wie Jesus sagte, ein sehr schmaler Weg. Wie das Balancieren auf der Schneide eines Messers.

Es gibt sicher viele, die ein bisschen vom Licht sehen - und davor zurück weichen. Aus Angst.

grüsse, barbara

barbara
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Re: im Namen der Freiheit

Beitrag von barbara » Mi 16. Okt 2013, 11:07

closs hat geschrieben: Ok - und jetzt gehe ich in mich und überlege: "Habe ich jemals etwas absichtlich und bewusst falsch getan und nicht aus Schwäche falsch getan". - Und komme eigentlich zum Ergebnis, dass es immer Schwäche war. - Belüge ich mich oder sind die Menschen da unterschiedlich?

Kennst Du Menschen die sagen würden: "Ich weiß, dass das wahr ist, aber ich verstoße absichtlich und rebellierend gegen eigenes (!!) besseres Wissen".

Wenn es solche Menschen gäbe, wäre die nächste Frage: Was ist eigentlich Besessenheit?

Normalerweise versteht man klischeehaft unter Besessenheit, dass sich da einer wälzt und Schaum vor dem Mund hat - Das meine ich nicht. - Ich meine die Alltags-Besessenheit. - Man gibt bösen Kräften nach oder ist ihnen gar ausgeliefert. - Was meinst Du?
Sucht wär sowas - davon kann sicher jeder Raucher ein Lied singen.

aber ja, am Schluss ist es Schwäche, die uns zu falschem Verhalten bringt.

Ist Schwäche dasselbe wie Besessenheit? Da die Auswirkungen dieselben sind?

gruss, barbara

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Tree of life
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Re: im Namen der Freiheit

Beitrag von Tree of life » Do 18. Apr 2019, 21:12

barbara hat geschrieben:
Mi 16. Okt 2013, 11:07

Ist Schwäche dasselbe wie Besessenheit? Da die Auswirkungen dieselben sind?
Das würde mich auch interessieren, hat mittlerweile jemand ne Antwort darauf?

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