Erbsünde und moralische Verantwortung

Philosophisches zum Nachdenken
closs
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#21 Re: Erbsünde und moralische Verantwortung

Beitrag von closs » Mi 16. Okt 2013, 09:28

Vitella hat geschrieben:Ich glaube die Botschaft Jesu war eher sich am Leben zu freuen.
Aber immer unter dem Schirm: "Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen" (Hiob).

Lebensfreude im Christentum bedeutet: Wie kann man sich trotzdem freuen, wenn man weiß, was es an Leid in der Welt gibt. - Die eine Antwort ist Wurstigkeit (geht mich nichts an) - die andere Antwort ist "Abgeben" ("ich schaue nicht weg, kann es aber nicht schultern (oder nur im gottgebenen Ausmaß).

Man soll sich am Leben freuen - ganz gewiss - aber es darf nicht verwechselt werden mit einer Attitüde, die die sogenannte "Selbstverwirklichung" im säkularen Sinne zum Ziel hat. - Ein enger Grat.

barbara
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#22 Re: toritäre Gesellschaft im Namen der Freiheit

Beitrag von barbara » Mi 16. Okt 2013, 11:05

closs hat geschrieben: Da frage ich mich immer noch, ob sich ein Mensch "entscheiden" muss, wenn etwas eh klar ist. - Wenn jemand das Licht erkannt hat: KANN er dann nein sagen? - Wenn ja, wäre es masochistisch. - Und wäre es masochistisch, hätte man nicht genug erkannt.

ich glaube, es gibt durchaus so etwas wie eine Phase des Schwankens, wo es möglich ist, eine Entscheidung zu treffen.

Das Licht zu erkennen ist ja auch eine fürchterliche, angst erregende Sache - nichts, was dem fleischlichen Menschen leicht zu akzeptieren wäre. Das Licht ist radikal und unbeugsam und, wie Jesus sagte, ein sehr schmaler Weg. Wie das Balancieren auf der Schneide eines Messers.

Es gibt sicher viele, die ein bisschen vom Licht sehen - und davor zurück weichen. Aus Angst.

grüsse, barbara

barbara
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#23 Re: im Namen der Freiheit

Beitrag von barbara » Mi 16. Okt 2013, 11:07

closs hat geschrieben: Ok - und jetzt gehe ich in mich und überlege: "Habe ich jemals etwas absichtlich und bewusst falsch getan und nicht aus Schwäche falsch getan". - Und komme eigentlich zum Ergebnis, dass es immer Schwäche war. - Belüge ich mich oder sind die Menschen da unterschiedlich?

Kennst Du Menschen die sagen würden: "Ich weiß, dass das wahr ist, aber ich verstoße absichtlich und rebellierend gegen eigenes (!!) besseres Wissen".

Wenn es solche Menschen gäbe, wäre die nächste Frage: Was ist eigentlich Besessenheit?

Normalerweise versteht man klischeehaft unter Besessenheit, dass sich da einer wälzt und Schaum vor dem Mund hat - Das meine ich nicht. - Ich meine die Alltags-Besessenheit. - Man gibt bösen Kräften nach oder ist ihnen gar ausgeliefert. - Was meinst Du?

Sucht wär sowas - davon kann sicher jeder Raucher ein Lied singen.

aber ja, am Schluss ist es Schwäche, die uns zu falschem Verhalten bringt.

Ist Schwäche dasselbe wie Besessenheit? Da die Auswirkungen dieselben sind?

gruss, barbara

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Tree of life
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#24 Re: im Namen der Freiheit

Beitrag von Tree of life » Do 18. Apr 2019, 21:12

barbara hat geschrieben:
Mi 16. Okt 2013, 11:07

Ist Schwäche dasselbe wie Besessenheit? Da die Auswirkungen dieselben sind?
Das würde mich auch interessieren, hat mittlerweile jemand ne Antwort darauf?

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erbreich
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#25 Re: im Namen der Freiheit

Beitrag von erbreich » Sa 10. Aug 2019, 23:08

Tree of life hat geschrieben:
Do 18. Apr 2019, 21:12
barbara hat geschrieben:
Mi 16. Okt 2013, 11:07
Ist Schwäche dasselbe wie Besessenheit? Da die Auswirkungen dieselben sind?
Das würde mich auch interessieren, hat mittlerweile jemand ne Antwort darauf?
Ob ich eine Antwort darauf für jemanden habe, weiss ich nicht.
Aber Gedanken dazu, die mache ich mir schon:

Schwachheit... Unzulänglichkeit...
Ich bin ein Mensch, also der Unzulänglichkeit, der Schwachheit unterworfen...
Bin ich deswegen besessen?
Besessen wovon?
Besessen von der natur- (oder gott-) gegebenen Unzulänglichkeit und Schwachheit?

Nein, meine Schwachheit liegt der Existenz inne, ist eines ihrer Attribute.
Wie sollte ich also nicht schwach sein?

So stark muss ich
erst einmal werden,
dass ich schwach
sein kann,
ohne es als Schwäche
zu empfinden

(Hans-Joachim Eckstein)


Und in meinen Worten:

unvollkommenheit
du nimmst sie nicht persönlich
sie ist was sie ist
unvollkommenheit
du nimmst sie nicht persönlich
sie ist was sie ist

Munro
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#26 Re: im Namen der Freiheit

Beitrag von Munro » So 11. Aug 2019, 10:43

Tree of life hat geschrieben:
Do 18. Apr 2019, 21:12
barbara hat geschrieben:
Mi 16. Okt 2013, 11:07

Ist Schwäche dasselbe wie Besessenheit? Da die Auswirkungen dieselben sind?
Das würde mich auch interessieren, hat mittlerweile jemand ne Antwort darauf?

Nun hat "Tree of Life" ein altes Thema wiederbelebt.
Find ich ja gut so.

Wenn aber Munro das täte, käme sofort ein gewisser T. Ravis angedappt mit s/einer Mobberbande im Schlepptau, und dann würde mal wieder gemeinsam mit Hass und Häme drauflosgemobbt! Wie es so manche "Bibelchristen" des Forums für ihr Leben gerne tun!

Sie kennen die Bibel auswendig - und haben NICHTS davon begriffen.
Jean Paul Getty:
Die Sanftmütigen werden die Erde besitzen, aber nicht die Schürfrechte.

Munro
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#27 Re: im Namen der Freiheit

Beitrag von Munro » So 11. Aug 2019, 10:43

erbreich hat geschrieben:
Sa 10. Aug 2019, 23:08


Ob ich eine Antwort darauf für jemanden habe, weiss ich nicht.
Aber Gedanken dazu, die mache ich mir schon:

Schwachheit... Unzulänglichkeit...
Ich bin ein Mensch, also der Unzulänglichkeit, der Schwachheit unterworfen...
Bin ich deswegen besessen?
Besessen wovon?
Besessen von der natur- (oder gott-) gegebenen Unzulänglichkeit und Schwachheit?

Nein, meine Schwachheit liegt der Existenz inne, ist eines ihrer Attribute.
Wie sollte ich also nicht schwach sein?

So stark muss ich
erst einmal werden,
dass ich schwach
sein kann,
ohne es als Schwäche
zu empfinden

(Hans-Joachim Eckstein)


Und in meinen Worten:

unvollkommenheit
du nimmst sie nicht persönlich
sie ist was sie ist


:thumbup: :thumbup:
Jean Paul Getty:
Die Sanftmütigen werden die Erde besitzen, aber nicht die Schürfrechte.

Munro
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#28 Re: Erbsünde

Beitrag von Munro » So 11. Aug 2019, 10:45

Hier war doch mal "Erbsünde" das Thema?
Wo ist es denn geblieben?
Jean Paul Getty:
Die Sanftmütigen werden die Erde besitzen, aber nicht die Schürfrechte.

Munro
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#29 Re: Erbsünde und moralische Verantwortung

Beitrag von Munro » So 11. Aug 2019, 10:50

Dieser Thread hier hat ja nun alle möglichen Namen ....
Man sollte sich mal auf EINEN Namen einigen
Jean Paul Getty:
Die Sanftmütigen werden die Erde besitzen, aber nicht die Schürfrechte.

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Laodizea
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#30 Re: im Namen der Freiheit

Beitrag von Laodizea » So 22. Sep 2019, 00:14

erbreich hat geschrieben:
Sa 10. Aug 2019, 23:08
Tree of life hat geschrieben:
Do 18. Apr 2019, 21:12
barbara hat geschrieben:
Mi 16. Okt 2013, 11:07
Ist Schwäche dasselbe wie Besessenheit? Da die Auswirkungen dieselben sind?
Das würde mich auch interessieren, hat mittlerweile jemand ne Antwort darauf?
Ob ich eine Antwort darauf für jemanden habe, weiss ich nicht.
Aber Gedanken dazu, die mache ich mir schon:

Schwachheit... Unzulänglichkeit...
Ich bin ein Mensch, also der Unzulänglichkeit, der Schwachheit unterworfen...
Bin ich deswegen besessen?
Besessen wovon?
Besessen von der natur- (oder gott-) gegebenen Unzulänglichkeit und Schwachheit?

Nein, meine Schwachheit liegt der Existenz inne, ist eines ihrer Attribute.
Wie sollte ich also nicht schwach sein?

So stark muss ich
erst einmal werden,
dass ich schwach
sein kann,
ohne es als Schwäche
zu empfinden

(Hans-Joachim Eckstein)


Und in meinen Worten:

unvollkommenheit
du nimmst sie nicht persönlich
sie ist was sie ist

Schwäche ist keine Besessenheit!
Schwäche ist eine Chance!

Wenn ich schwach bin, bin ich stark; sagt Paulus!

Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig; sagt Jesus!

Schwacheit ist kein Makel!
Sondern Gelegenheit das Richtige zutun!

Erbsünde, ist in diesem Sinne eine Verantwortung!
Wir Kinder haben es besser zu machen!
Warum?
Um den Fluch von uns abzuwenden!
m.M.

Gruss,Laodicea :engel:
Wirf auf Jahwe, was dir auferlegt ist, und er wird dich erhalten; er wird nimmermehr zulassen, daß der Gerechte wanke! Psalm 55:23

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