Die wahre Natur der Religion

Philosophisches zum Nachdenken
Novas
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Die wahre Natur der Religion

Beitrag von Novas » Di 27. Feb 2018, 17:42

Das Urantia Buch

Schrift 101

Die wahre Natur der Religion


101:0.1 (1104.1) RELIGION als menschliche Erfahrung reicht von der primitiven Furcht-Versklavung des sich entwickelnden Wilden bis zur sublimen und wunderbaren Freiheit im Glauben der zivilisierten Sterblichen, die sich auf wunderbare Weise bewusst sind, Söhne des ewigen Gottes zu sein.

101:0.2 (1104.2) Die Religion ist die Ahnherrin der fortgeschrittenen Ethik und Sittlichkeit der progressiven gesellschaftlichen Entwicklung. Aber Religion als solche ist nicht nur eine sittliche Bewegung, obwohl ihre äußeren, gesellschaftlichen Erschei­nungs­formen durch die ethische und sittliche Triebkraft der menschlichen Gesellschaft mächtig beeinflusst werden. Immer ist Religion die Inspi­ration der sich entwickelnden Natur des Menschen, aber sie ist nicht das Geheimnis dieser Entwicklung.

101:0.3 (1104.3) Die Religion, der überzeugte Glaube der Persönlichkeit, vermag immer über die im ungläubigen materiellen Verstand geborene, oberflächlich widerspr­üchliche Logik der Verzweiflung zu siegen. Es gibt tatsächlich eine wahre, echte innere Stimme, jenes „wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, der in die Welt kommt“. Und diese geistige Führung ist verschieden von der ethischen Eingebung des menschlichen Bewusstseins. Das Gefühl religiöser Gewissheit ist mehr als ein emotionales Gefühl. Die Gewissheit der Religion übersteigt die Vernunftgründe des Verstandes und sogar die Logik der Philosophie. Religion ist Glaube, Vertrauen und Gewissheit.

1. Wahre Religion

101:1.1 (1104.4) Wahre Religion ist nicht ein System philosophischer Anschauungen, die man durchdenken und durch natürliche Beweise erhärten kann, noch ist sie eine phantastische, mystische Erfahrung unbeschreiblicher ekstatischer Gefühle, die nur von den romantischen Anhängern des Mystizismus genossen werden kann. Religion ist nicht das Produkt der Vernunft, aber von innen her betrachtet, ist sie ganz und gar vernünftig. Religion leitet sich nicht von der Logik menschlicher Philosophie ab, aber als eine menschliche Erfahrung ist sie ganz und gar logisch. Religion ist das Erfahren der Göttlichkeit im Bewusstsein eines sittlichen Wesens evolutionären Ursprungs; sie stellt eine wahre Erfahrung mit ewigen Realitäten im Zeitlichen dar, die Verwirklichung geistiger Befriedigungen schon in Menschengestalt.

[...]

Ein religiöser Mensch, der Gott in der Natur findet, hat denselben persönlichen Gott schon zuvor in seiner eigenen Seele gefunden.

101:2.10 (1106.9) Der Glaube offenbart Gott in der Seele. Die Offenbarung, die auf einer evolutionären Welt die morontielle Schau ersetzt, befähigt den Menschen, in der Natur denselben Gott zu erkennen, den der Glaube ihm in seiner Seele enthüllt. In dieser Art schlägt Offenbarung mit Erfolg eine Brücke über den Abgrund zwischen dem Materiellen und dem Geistigen, ja zwischen Geschöpf und Schöpfer, zwischen Mensch und Gott.

101:2.11 (1107.1) Die Betrachtung der Natur weist logischerweise in Richtung einer intelligenten Lenkung, sogar einer lebendigen Überwachung, aber sie offenbart in keiner irgendwie befriedigenden Weise einen persönlichen Gott. Andererseits findet sich in der Natur nichts, was einen daran hindern könnte, das Universum als das Werk des Gottes der Religion anzusehen. Gott kann durch die Natur allein nicht gefunden werden, aber wenn der Mensch ihn auf anderem Weg gefunden hat, wird das Studium der Natur ganz und gar mit einer höheren und geistigeren Interpretation des Universums vereinbar.

[...]

101:2.13 (1107.3) Wahre Religion ist ein Einblick in die Realität, sie ist das Glaubenskind des sittlichen Bewusstseins und nicht nur eine intellektuelle Zustimmung zu einer Sammlung dogmatischer Lehrsätze. Wahre Religion besteht in der Erfahrung, dass „der Geist selber mit unserem Geist bezeugt, dass wir Kinder Gottes sind“. Religion besteht nicht aus theologischen Lehrsätzen, sondern in geistiger Erkennt­nis und in der Sublimität des Vertrauens der Seele.

[...]

101:3.4 (1108.3) In ihrem religiösen Glauben offenbart sich die Seele des Menschen und beweist die potentielle Göttlichkeit ihrer erwachenden Natur durch die charakteristische Art und Weise, in der sie die sterbliche Persönlichkeit veranlasst, auf gewisse belastende intellektuelle und kritische soziale Situationen zu reagieren. Echter geistiger Glaube (wahres sittliches Bewusstsein) offenbart sich folgendermaßen:

101:3.5 (1108.4) 1. Er veranlasst Ethik und Sittlichkeit, trotz angeborener und gegenläufiger tierischer Tendenzen zu wachsen.

101:3.6 (1108.5) 2. Er erzeugt selbst angesichts bitterer Enttäuschungen und vernichtender Niederlagen ein sublimes Vertrauen in die Güte Gottes.

101:3.7 (1108.6) 3. Er bewirkt natürlichen Notlagen und physischen Katastrophen zum Trotz großen Mut und tiefes Vertrauen.

101:3.8 (1108.7) 4. Er legt trotz rätselhafter Krankheiten und selbst heftiger physischer Leiden unerklärlichen Gleichmut und Kraft verströmende Ruhe an den Tag.

101:3.9 (1108.8) 5. Er bewahrt auf geheimnisvolle Weise Gleichgewicht und Fassung der Persönlichkeit angesichts von Misshandlung und schreiendster Unge­rechtigkeit.

101:3.10 (1108.9) 6. Er hält fest an seinem göttlichen Vertrauen in den Endsieg trotz der Grausamkeit eines scheinbar blinden Schicksals und der offenbaren völligen Teilnahmslosigkeit der Naturkräfte am menschlichen Wohlergehen.

101:3.11 (1108.10) 7. Er verharrt trotz aller gegenteiligen Beweise der Logik unbeirrbar im Glauben an Gott und widersteht erfolgreich allen anderen intellektuellen Sophistereien.

101:3.12 (1108.11) 8. Er fährt fort, einen unbezähmbaren Glauben an das Fortleben der Seele zu zeigen, ohne sich um die täuschenden Lehren einer falschen Wissenschaft und die trügerischen Überredungskünste ungesunder Philosophien zu kümmern.

101:3.13 (1108.12) 9. Er lebt und triumphiert ungeachtet der zermalmenden Überbelastung durch die komplexen und partiellen Zivilisationen der modernen Zeiten.

101:3.14 (1108.13) 10. Er trägt dazu bei, dass der Altruismus trotz menschlicher Eigensucht, sozialer Gegensätze, industrieller Habgier und politischer Fehlanpassungen weiterlebt.

101:3.15 (1108.14) 11. Er bekennt sich standhaft zu einem sublimen Glauben an die Einheit des Universums und die göttliche Führung ungeachtet der verwirrenden Gegenwart von Übel und Sünde.

101:3.16 (1108.15) 12. Er fährt mit der Anbetung Gottes gegen allen und jeden Widerstand fort. Er wagt zu erklären: „Und sollte er mich auch umbringen, ich werde ihm trotzdem dienen.“

101:3.17 (1108.16) Wir wissen also durch drei Phänomene, dass der Mensch einen göttlichen Geist oder göttliche Geiste besitzt, die in ihm wohnen: erstens aufgrund von persönlicher Erfahrung – religiösem Glauben; zweitens durch Offenbarung – persönliche und rassische; und drittens durch das erstaunliche Auftreten so außerordentlicher und unnatürlicher Reaktionen auf sein materielles Umfeld, wie sie die obige Aufzählung von zwölf geistigen Leistungen in konkreten kritischen Situationen der realen menschlichen Existenz schildert. Und es gibt ihrer noch andere.

101:3.18 (1109.1) Es sind gerade solch lebensvolle und kräftige Leistungen des Glaubens im Bereich der Religion, die den sterblichen Menschen dazu berechtigen, den persönlichen Besitz und die geistige Realität der religiösen Erfahrung, jener Krone aller Gaben der menschlichen Natur, zu bejahen.

[...]

Letztlich muss die Religion nach ihren Früchten beurteilt werden, danach, auf welche Art und wie stark sie die ihr innewohnende göttliche Vorzüglichkeit zum Ausdruck bringt.

[...]

Der große Unterschied zwischen einer religiösen und einer nichtreligiösen Lebensphilosophie besteht in der Natur und im Niveau der anerkannten werte und im Gegenstand, auf den sich die Treue richtet. Es gibt vier Phasen in der Entwicklung religiöser Philosophie: Solch eine Erfahrung mag bloß in Konformität enden, indem sie sich resigniert der Tradition und Autorität beugt. Oder sie kann sich mit kleinen Anstrengungen zufrieden geben, die gerade ausreichen, um das tägliche Leben zu stabilisieren, und sie kommt deshalb auf einer so nebensächlichen Stufe schon früh zum Stillstand. Solche Sterbliche glauben, es sei besser, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Eine dritte Gruppe stößt bis zur Ebene logischer Intellektualität vor, aber stagniert dort wegen kultureller Versklavung. Der Anblick von Gedankenriesen, die sich so sicher in den grausamen Krallen kultureller Hörigkeit befinden, ist wirklich jammervoll. Und ebenso mitleiderregend ist es zu beobachten, wie andere ihr kulturelles Sklaventum gegen die materialistischen Fesseln einer fälschlich so genannten Wissenschaft eintauschen. Auf der vierten philosophischen Stufe erreicht man Freiheit von allen konventionellen und traditionellen Hemmnissen und wagt, ehrlich, loyal, furchtlos und wahrheitsliebend zu denken, zu handeln und zu leben.


101:7.5 (1114.3) Die entscheidende Prüfung jeder religiösen Philosophie besteht darin, ob sie zwischen den Realitäten der materiellen und der geistigen Welt unterscheidet oder nicht und zugleich die Einigung der beiden im intellektuellen Streben und sozialen Dienen anerkennt. Eine gesunde religiöse Philosophie verwechselt die Dinge Gottes nicht mit jenen des Kaisers, noch anerkennt sie einen ästhetischen reinen Wunderglauben als Religionsersatz.

101:7.6 (1114.4) Die Philosophie verwandelt jene primitive Religion, die weitgehend ein Kindermärchen des Bewusstseins war, in eine lebendige Erfahrung der aufsteigenden werte kosmischer Realität.

Urantia.org: Die Wahre Natur der Religion

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Munro
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Re: Die wahre Natur der Religion

Beitrag von Munro » So 30. Dez 2018, 12:21

Der Titel klingt vielversprechend.

Aber der ewig lange Text ist ermüdend.
Denn wir kämpfen nicht für Ruhm, nicht für Reichtümer oder Ehren, sondern wir kämpfen einzig für die Freiheit, die kein ehrenhafter Mann aufgibt, wenn nicht zugleich mit seinem Leben.

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Tree of life
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Re: Die wahre Natur der Religion

Beitrag von Tree of life » So 30. Dez 2018, 12:31

Munro hat geschrieben:
So 30. Dez 2018, 12:21
Der Titel klingt vielversprechend.

Aber der ewig lange Text ist ermüdend.
Niemand zwingt dich, ihn zu lesen :Smiley popcorn:

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Munro
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Re: Die wahre Natur der Religion

Beitrag von Munro » So 30. Dez 2018, 13:23

Hier hat ein Baum des Todes was geschrieben, das ich leider nicht lesen kann.
Denn wir kämpfen nicht für Ruhm, nicht für Reichtümer oder Ehren, sondern wir kämpfen einzig für die Freiheit, die kein ehrenhafter Mann aufgibt, wenn nicht zugleich mit seinem Leben.

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Re: Die wahre Natur der Religion

Beitrag von Ziska » So 30. Dez 2018, 13:57

Munro hat geschrieben:
So 30. Dez 2018, 13:23
Hier hat ein Baum des Todes was geschrieben, das ich leider nicht lesen kann.
Du hast es gelesen! Gib es zu! :lol:
Liebe Grüße von der Ziska! :wave:

“Wo findet man Hilfe, wenn man aufgeben will?“

https://www.jw.org/de/publikationen/zei ... eben-will/

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Munro
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Re: Die wahre Natur der Religion

Beitrag von Munro » Mo 31. Dez 2018, 06:36

Nein, Ziska, ich hatte ihn echt nicht gelesen. :)

Auf dein Posting hin aber habe ich den Text gelesen.
Und meine Vermutung hat sich bestätigt: das übliche Gift.
So giftig würde ein wahrer Baum des Lebens niemals schreiben.

Ein Nick wie: " a tree full of poison" würde da besser passen.
Denn wir kämpfen nicht für Ruhm, nicht für Reichtümer oder Ehren, sondern wir kämpfen einzig für die Freiheit, die kein ehrenhafter Mann aufgibt, wenn nicht zugleich mit seinem Leben.

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Travis
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Re: Die wahre Natur der Religion

Beitrag von Travis » Mo 31. Dez 2018, 08:33

@Munro, Tree of Life schreibt nicht giftiger als Du es tust. Wenn Du ein persönliches Problem mit ihr hast, kläre das mit ihr bitte außerhalb des öffentlichen Forums.
-Areopag Concierge-

1Sam 3,9b "Rede, HERR, denn dein Knecht hört."

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SamuelB
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Re: Die wahre Natur der Religion

Beitrag von SamuelB » Mo 31. Dez 2018, 08:37

Ich finde ja, der Baum des Todes ist der eig Lebensbaum. ;)
Viele Grüße
von Sam

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Munro
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Re: Die wahre Natur der Religion

Beitrag von Munro » Mo 31. Dez 2018, 09:22

Travis hat geschrieben:
Mo 31. Dez 2018, 08:33
@Munro, Tree of Life schreibt nicht giftiger als Du es tust. Wenn Du ein persönliches Problem mit ihr hast, kläre das mit ihr bitte außerhalb des öffentlichen Forums.
Dem muss ich widersprechen.
Ich habe kein Problem mit T.o.L.
Diese Person allerdings kommentiert meine Beiträge schon länger auf gehässige Weise, ohne dass ich ihr einen Grund gegeben hätte.
Drum möchte ich NICHTS mit ihr zu tun haben.
IGNO ist da das Beste.





Und Travis, es wäre besser, du würdest T-o-L sagen, sie solle ihr Problem mit mir sonstwo klären, statt ständig hier im Forum.
Auf ihre gehässigen Kommentare bist du NOCH NIEMALS eingegangen.
Denn wir kämpfen nicht für Ruhm, nicht für Reichtümer oder Ehren, sondern wir kämpfen einzig für die Freiheit, die kein ehrenhafter Mann aufgibt, wenn nicht zugleich mit seinem Leben.

Stromberg
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Re: Die wahre Natur der Religion

Beitrag von Stromberg » Di 1. Jan 2019, 11:48

Travis hat geschrieben:
Mo 31. Dez 2018, 08:33
@Munro, Tree of Life schreibt nicht giftiger als Du es tust.
SamuelB hat geschrieben:
Mo 31. Dez 2018, 08:37
Ich finde ja, der Baum des Todes ist der eig Lebensbaum. ;)
Zwei mal Zustimmung... :D

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