Credo

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Verlorener_Sohn
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Credo

Beitrag von Verlorener_Sohn » Sa 10. Nov 2018, 13:01

Wir glauben an den einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat,
Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt.

Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott,
Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott
gezeugt nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.

Für uns Menschen und zu unserem Heil
Ist er vom Himmel gekommen,
hat Fleisch angenommen
durch den Heiligen Geist
von der Jungfrau Maria
und ist Mensch geworden.

Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus
Hat gelitten und ist begraben worden,
ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.

Er sitzt zur Rechten des Vaters
Und wird wiederkommen in Herrlichkeit,
zu richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht
der mit dem Vater und dem Sohn
angebetet und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten
und die eine, heilige katholische und apostolische Kirche.

Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.
Wir erwarten die Auferstehung der Toten
und das Leben der kommenden Welt.
Amen.

Nova
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Re: Credo

Beitrag von Nova » Sa 10. Nov 2018, 17:20

Die Einfachheit des christlichen Credo hat eine besondere Schönheit. So etwas wie Theo-Poesie. Das ist mein bevorzugter Zugang zur Theologie.
Theopoesie ist Theologie, die sich als Poesie begreift, weil in ihr das, was nicht Sprache ist, Sprache wird. (Giovanni Pico della Mirandola, 1463-1494)
Allerdings kann man sich endlos über einzelne dogmatische Aussagen streiten. Darin erkenne ich keinen wirklichen Sinn. Mein Herzenswunsch ist es den einen unendlichen Schöpfer anzubeten, sein Mysterium zu ehren, welches alle Sprache übersteigt - und mich auch eher sprachlos lässt - als mich in den babylonischen Turmbauten der Theologen zu verlieren. Gott ist unendlich einfach (einfältig :) ) und keine Abstraktion.
Verlorener_Sohn hat geschrieben:Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott,
Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott
gezeugt nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.
Als Poesie, welche ein mystisches Ereignis beschreibt, vollkommen akzeptabel für mich. Problematisch wird es, wenn Christen daraus ein dogmatisches Gefängnis machen wollen. Der Wahlspruch der antitrinitarischen Unitarier lautet: Gott ist einer - womit die unteilbare Einheit Gottes verkündigt wird, nicht die trinitarische Vorstellung. Die christlichen Unitariern bekennen sich zu dem Wahlspruch Gott ist einer, der aus Dtn 6,4 LUT abgeleitet ist:
Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einer.
Das Einzige, was Juden, Christen und Muslime trennt ist die Trinitätslehre. Im Grunde tanzen die Christen damit aus der Reihe. Zwischen einem gläubigen Muslim und einem unitarischen Christen gibt es kaum relevante Unterschiede.
Zuletzt geändert von Nova am Sa 10. Nov 2018, 17:38, insgesamt 1-mal geändert.

Munro
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Re: Credo

Beitrag von Munro » Sa 10. Nov 2018, 18:24

Das Credo mag ich gerne in gesungener Form - nach der Art und Weise des Gregorianischen Chorals. :idea:
Jean Paul Getty:
Die Sanftmütigen werden die Erde besitzen, aber nicht die Schürfrechte.

Nova
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Re: Credo

Beitrag von Nova » Sa 10. Nov 2018, 18:37

Munro hat geschrieben:Das Credo mag ich gerne in gesungener Form - nach der Art und Weise des Gregorianischen Chorals. :idea:
Kannst Du mal ein Beispiel einstellen?

Munro
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Re: Credo

Beitrag von Munro » Sa 10. Nov 2018, 21:58

Hier ein Beispiel:

https://www.youtube.com/watch?v=ikHM5-UzqGU

Das CREDO in der Weise des Gregorianischen Chorals. :idea:
Jean Paul Getty:
Die Sanftmütigen werden die Erde besitzen, aber nicht die Schürfrechte.

Verlorener_Sohn
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Re: Credo

Beitrag von Verlorener_Sohn » So 18. Nov 2018, 00:46

Nova hat geschrieben:
Sa 10. Nov 2018, 17:20
Die Einfachheit des christlichen Credo hat eine besondere Schönheit. So etwas wie Theo-Poesie. Das ist mein bevorzugter Zugang zur Theologie.
Theopoesie ist Theologie, die sich als Poesie begreift, weil in ihr das, was nicht Sprache ist, Sprache wird. (Giovanni Pico della Mirandola, 1463-1494)
Allerdings kann man sich endlos über einzelne dogmatische Aussagen streiten. Darin erkenne ich keinen wirklichen Sinn. Mein Herzenswunsch ist es den einen unendlichen Schöpfer anzubeten, sein Mysterium zu ehren, welches alle Sprache übersteigt - und mich auch eher sprachlos lässt - als mich in den babylonischen Turmbauten der Theologen zu verlieren. Gott ist unendlich einfach (einfältig :) ) und keine Abstraktion.
Verlorener_Sohn hat geschrieben:Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott,
Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott
gezeugt nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.
Als Poesie, welche ein mystisches Ereignis beschreibt, vollkommen akzeptabel für mich. Problematisch wird es, wenn Christen daraus ein dogmatisches Gefängnis machen wollen. Der Wahlspruch der antitrinitarischen Unitarier lautet: Gott ist einer - womit die unteilbare Einheit Gottes verkündigt wird, nicht die trinitarische Vorstellung. Die christlichen Unitariern bekennen sich zu dem Wahlspruch Gott ist einer, der aus Dtn 6,4 LUT abgeleitet ist:
Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einer.
Das Einzige, was Juden, Christen und Muslime trennt ist die Trinitätslehre. Im Grunde tanzen die Christen damit aus der Reihe. Zwischen einem gläubigen Muslim und einem unitarischen Christen gibt es kaum relevante Unterschiede.
Denn da die Welt angesichts der Weisheit Gottes auf dem Weg ihrer Weisheit Gott nicht erkannte, beschloss Gott, alle, die glauben, durch die Torheit der Verkündigung zu retten. Die Juden fordern Zeichen, die Griechen suchen Weisheit. Wir dagegen verkünden Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen.

Munro
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Re: Credo

Beitrag von Munro » Do 1. Aug 2019, 21:36

Verlorener_Sohn hat geschrieben:
So 18. Nov 2018, 00:46
Nova hat geschrieben:
Sa 10. Nov 2018, 17:20
Die Einfachheit des christlichen Credo hat eine besondere Schönheit. So etwas wie Theo-Poesie. Das ist mein bevorzugter Zugang zur Theologie.
Theopoesie ist Theologie, die sich als Poesie begreift, weil in ihr das, was nicht Sprache ist, Sprache wird. (Giovanni Pico della Mirandola, 1463-1494)
Allerdings kann man sich endlos über einzelne dogmatische Aussagen streiten. Darin erkenne ich keinen wirklichen Sinn. Mein Herzenswunsch ist es den einen unendlichen Schöpfer anzubeten, sein Mysterium zu ehren, welches alle Sprache übersteigt - und mich auch eher sprachlos lässt - als mich in den babylonischen Turmbauten der Theologen zu verlieren. Gott ist unendlich einfach (einfältig :) ) und keine Abstraktion.
Verlorener_Sohn hat geschrieben:Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott,
Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott
gezeugt nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn ist alles geschaffen.

Als Poesie, welche ein mystisches Ereignis beschreibt, vollkommen akzeptabel für mich. Problematisch wird es, wenn Christen daraus ein dogmatisches Gefängnis machen wollen. Der Wahlspruch der antitrinitarischen Unitarier lautet: Gott ist einer - womit die unteilbare Einheit Gottes verkündigt wird, nicht die trinitarische Vorstellung. Die christlichen Unitariern bekennen sich zu dem Wahlspruch Gott ist einer, der aus Dtn 6,4 LUT abgeleitet ist:
Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr ist einer.
Das Einzige, was Juden, Christen und Muslime trennt ist die Trinitätslehre. Im Grunde tanzen die Christen damit aus der Reihe. Zwischen einem gläubigen Muslim und einem unitarischen Christen gibt es kaum relevante Unterschiede.
Denn da die Welt angesichts der Weisheit Gottes auf dem Weg ihrer Weisheit Gott nicht erkannte, beschloss Gott, alle, die glauben, durch die Torheit der Verkündigung zu retten. Die Juden fordern Zeichen, die Griechen suchen Weisheit. Wir dagegen verkünden Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen.
Dieses Credo lese und höre und singe ich immer gerne.
Und ja, es ist wahrhaft poetisch.

Schade, dass der Verlorene Sohn nicht mehr hier ist.
Jean Paul Getty:
Die Sanftmütigen werden die Erde besitzen, aber nicht die Schürfrechte.

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