weibliche/männliche Mystik

Nichtchristen sind willkommen, wir bitten aber darum, in diesem Forum keine Bibel- und Glaubenskritik zu üben.
Rembremerding
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Re: weibliche/männliche Mystik

Beitrag von Rembremerding » Do 30. Nov 2017, 10:18

Novalis hat geschrieben: Ja, aber das ändert doch rein gar nichts daran, dass es ein männliches und weibliches Prinzip gibt :)... Allerdings muss ich Dir in dieser Hinsicht Recht geben, dass es tatsächlich nicht so einfach ist, wie es manchmal dargestellt wird....

Das Eine ist immer schon im Anderen enthalten, wie das Yin-Yang-Symbol abbildet, aber es ist immer eine Einheit in Verschiedenheit.
Eben.
Gott zeigt uns in der hl. Schrift diese Unterschiedlichkeit, Verbindung und Vermischung auf.
Gott schafft den Unterschied Mann und Frau im geistigen Sinn, wenn er den Menschen als Mann und Frau als sein Ebenbild, der Geist ist, schafft. Er schafft den Unterschied im körperlichen, fleischlichen Sinn, der aber dann zueinander geführt wird, wenn sich das Fleisch verbindet, weil der Mann Vater und Mutter verlässt. Die Einheit in Gott führt zur Zweiheit und Vielheit im Menschen, um dann wieder hier auf Erden zur noch unvollkommenen Einheit in der Ehe zwischen Mann und Frau zurück zu führen.
In der Ehe besteht also eine Möglichkeit die von Gott gewollte Halbheit des Menschen zu vervollkommnen, um Gott wieder ähnlicher zu werden (in seiner Dreifaltigkeit, ist aber anderes Thema). Mann und Frau ergänzen sich gegenseitig das Fehlende, ja führen erst die eigenen positiven Energien gemeinsam zum Ziel.
Die bedingungslose, dem Geist innenwohnende Gottesliebe, Agape, erfährt in der Spannung zwischen Mann und Frau ihre zugewandte körperliche Liebesprägung, Erotik. Die Erotik gelangt zur Vollendung, wenn sie aus der Agape schöpft. Deshalb ist Christentum weder leib- noch lustfeindlich, ja erlöst gerade den Leib, damit Lust erst zur Vollendung gelangen kann.

Diese biblische Entsprechungen sind auch der Grund, dass dieses Thema in das "Bibel-Unterforum" gehört. Denn im Glauben erst wird offenbar, dass die Beziehung zwischen Mann und Frau in die Liebe Gottes und in der Liebe zu Gott eingebettet, ihre Vollendung erfährt. Dies ständig und wieder einmal vor Gottfernen rechtfertigen zu müssen, würde das Thema aushöhlen. Denn wo kein Gott, da keine Mystik und man wird als Naturalist und Materialist doch wieder nur seine Oberflächlichkeit zum Maßstab machen wollen, womit das Thema wieder zerstört wird.

In diesem Yin-Yang Symbol sind auch die Farben wichtig, um die Vermischung erklären zu können, die unterschiedlich großen Anteile des männlichen und weiblichen Prinzips in Mann und Frau.
Nur wenn es zuerst das Prinzip Mann und Frau, hier im Symbol versinnbildlicht in weiß und schwarz, gibt, können die wunderbar vielseitigen Schattierungen und Grautöne entstehen, welche die Geschlechtlichkeit und das Leben, Zusammenleben spannend machen.

Servus :wave:
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Novas
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Re: weibliche/männliche Mystik

Beitrag von Novas » Do 30. Nov 2017, 11:56

Willkommen in der geheimen Gesellschaft der Waldgänger :thumbup:
Mia hat geschrieben:Mit Asatru habe ich mich noch nicht befasst, ich kann mir das aber gut vorstellen. Nicht das ich dadurch an irgendwelche Götter glaube und denke sie anbeten zu müssen, sondern weil es ein Teil unserer Geschichte ist, unsere Wurzeln. Mit Bäumen habe ich auch so meine Erfahrungen :D worüber ich selbst lachen muss, weil ich es so merkwürdig finde. Es gibt einen Baum an dem ich schon mein ganzes Leben vorbei kommen. Ich stelle mich gerne hinter den Baum, so kann mich niemand sehen und ich habe einen wunderbaren Ausblick über das ganze Tal bis ins Dorf. Ich stehe so an den Baum gelehnt und denk; hoffentlich wird er nicht bald gefällt, er ist so alt und an einer Seite bekommt er keine Blätter mehr, ausgerechnet da wo die Bank steht. Ich brauch Nährstoffe! Ich kann ja Dünger mitbringen, was bist du eigentlich für ein Baum? Birnbaum. Komisch ich hab noch nie Birnen darauf gesehen, gibt es überhaupt so große Birnbäume? Ich hab dann jedes mal wenn ich an dem Baum vorbei kam eine Flasche Dünger mitgebracht und im nächsten Sommer wuchsen an einem Ast tatsächlich ein paar schrumplige gelbe Birnen, so ein Zufall. Dann gibt es auf dem Berg ein Stück Wald, jedes mal wenn ich durch den Wald kam, ging es mir schlecht und ich hab nur noch verschwommen gesehen. Ich hab im Internet nachgeschaut, warum es einem schlecht geht, wenn man durch den Wald läuft aber da gibt es nur positive Berichte, wie gut und gesund ein Waldspaziergang sei.

Davon merkte ich nichts, wenn ich im Wald bin sehe ich schlecht, es fühlt sich an als wird die Energie aus meinem Körper gezogen. Ich hab mich gegen einen Baum gelehnt und mich gefragt, warum sehe ich so schlecht. Du brauchst nichts sehen, höre! Ich hab gehorcht und hörte die Autobahn, Flugzeuge, weil ein Flughafen ganz in der Nähe ist und noch eine Motorsäge, durch den Wald kommen nur Jogger und Montenbiker gehetzt. Ständig dieser Lärm und wir müssen den Dreck filtern der sich in der Erde absetzt. Tut mir Leid aber was kann ich dadran ändern? Der Holunderbusch und die Brennnesseln sind da netter nur der Walnussbaum ist etwas brummig...
Ja, da kann ich Dich gut verstehen, denn ich bin ebenfalls ein “Waldgänger;) So nannte Ernst Jünger die gedanklich unabhängigen Menschen, die wahren Individualisten. Der Wald ist für ihn der Ort, wo der Mensch mit der ursprünglichen und unverfälschten Freiheit seiner Seele in Berührung kommt, die Natur wird zur metaphysischen Quelle und zum Ausweg aus der nihilistischen Wüste und Seinsvergessenheit der modernen Zeit. Der „Wald“ ist für ihn das entscheidende Sinnbild für die Möglichkeit, wieder mit dem Ewigen und Metaphysischen in Beziehung zu treten, der Inbegriff alles Mythischen.
Im Waldgang betrachten wir die Freiheit des Einzelnen in dieser Welt. Dazu ist auch die Schwierigkeit, ja das Verdienst zu schildern, das darin liegt, in dieser Welt ein Einzelner zu sein […] Waldgänger ist also jener, der ein ursprüngliches Verhältnis zur Freiheit besitzt.
Im Wald, dieser uralten Sinnquelle, erinnert sich der Mensch an seine eigene Seelengröße und tritt aus dem Schatten der Masse in das Licht seiner eigenen Individualität. Das gelingt jedoch nur, wenn der Einzelne für diese Erfahrung offen ist und bereit die mystische “Lehre des Waldes” zu empfangen, um sich von der Natur selbst initiieren und einweihen zu lassen in ihr Geheimnis:
Die Lehre vom Wald ist uralt wie die menschliche Geschichte, ja älter als sie. Sie findet sich bereits in den ehrwürdigen Urkunden, die wir zum Teil erst heute zu entziffern verstehen. Sie bildet das große Thema der Märchen, der Sagen, der heiligen Texte und Mysterien. Wenn wir das Märchen der Steinzeit, den Mythos der Bronzezeit und die Geschichte der Eisenzeit zuordnen, so werden wir überall auf diese Lehre stoßen, falls unsere Augen dafür geöffnet sind. Wir werden sie in unserer uranischen Epoche wiederfinden, die man als Strahlungszeit bezeichnen kann. Immer und überall ist hier das Wissen, daß in der wechselvollen Landschaft Ursitze der Kraft verborgen sind und unter der flüchtigen Erscheinung Quellen des Überflusses, kosmischer Macht.

~ Ernst Jünger, Der Waldgang
Diese Wiederkehr der Schöpfungsspiritualität, der Bezug zur Natur und zur Mutter Erde, scheint typisch für unsre Zeit zu sein. Selbst Menschen die sonst gar nichts mit Spiritualität zu tun haben, können dazu eine Verbindung herstellen und haben ein grundlegendes Gespür für die Heiligkeit des Lebens. Ruach, der heilige Geist, ist in der hebräischen Sprache nicht grundlos weiblich. Die schöpferische Lebenskraft, die in allem atmet, wirkt und lebt, die Weltseele (Anima Mundi) wird mit dem Weiblichen assoziiert.
Der Baum des Lebens ist ein uraltes Symbol für die Seele der Welt. Genauso wie jeder Mensch einen physischen Körper und eine Seele hat, so ist auch die Welt ein lebendiger Organismus mit einer Seele. Die Anima Mundi ist die Seele der Welt. Doch im Augenblick schläft die Seele der Welt, weil wir unsere Verbindung zu ihr über Jahrhunderte geleugnet haben. Wir betrachten die Erde nur noch als tote Materie und benutzen sie für unsere Zwecke. Die Einseitigkeit unseres Weltbildes hat das Leben farblos gemacht. Die heilige Musik, die der Schöpfung innewohnt, ist verstummt. Erinnerungen an die Wunder der Magie gibt es nur noch in den Märchen und Mythen der Menschheit. Das Licht der Weltenseele, das in die gesamte Materie eingewoben ist, ist für uns nicht mehr sichtbar. Wenn wir diesen inneren Schritt tun und über die Brücke gehen, gelangen wir in das Reich der Archetypen, das Teil der Anima Mundi ist. Dort ist es möglich, eine Verbindung zur Weltenseele herzustellen, denn jeder von uns trägt einen Funken von ihrem Licht in seinem Innern. Wenn wir uns dieses Lichtes bewusst werden und es der Anima Mundi zurückgeben, dann kann die Seele der Welt von neuem erwachen und die Magie wird in das Leben zurückkehren…
http://www.anima-mundi-seminare.org/anima_mundi.htm

Bild
aber lassen wir es dabei, es liest sich bestimmt total komisch :lol:
Ich bin ein Mensch, nichts Menschliches, denk ich, ist mir fremd. Du beweist jedenfalls meine These sehr schön, dass Frauen bestimmte Geistesgaben haben. In manchen Bereichen sind sie wesentlich sensibler, begabter und wahrnehmungsfähiger.

ThomasM
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Re: weibliche/männliche Mystik

Beitrag von ThomasM » Do 30. Nov 2017, 14:44

Novalis hat geschrieben:
Ja, aber das ändert doch rein gar nichts daran, dass es ein männliches und weibliches Prinzip gibt :)
Das sind doch nur Ausflüchte.
Warum nennt man es nicht "das weiße und das schwarze Prinzip"?
Das legt doch dein Yin-Yang Logo nahe

Die Absicht derjenigen, die das unbedingt "männlich" und "weiblich" nennen wollen, ist doch nur eines.
Man will Schubladen bilden, in die man die Menschen steckt, und in die man sie mit allen Mitteln hineinstecken möchte.
Menschen, die nicht in diese Schubladen passen, werden bekämpft, ausgegrenzt und verachtet.

Das vermeidet, dass man denken und sich mit Individuen befassen muss. Es ermöglicht plakative Schlagzeilen und einfache politische Ausflüchte.
Das Problem gibt es auch mit anderen Schubladen
- Deutscher / Ausländer
- Atheist / Glaubender
- weiß / farbig
...
Gott würfelt nicht, meinte Einstein. Aber er irrte. Gott nutzt den Zufall - jeden Tag.

ThomasM
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Re: weibliche/männliche Mystik

Beitrag von ThomasM » Do 30. Nov 2017, 14:48

Pluto hat geschrieben:
Seriöse Untersuchungen die sich dem Problem versuchen zu nähern ergeben etwa folgende Verteilung:
ca. 40% genetisch
ca. 40% umweltbedingt
ca. 20% anerzogen.

Mit anderen Worten, der Einfluss der Eltern wir meist überschätzt (außer bei sehr kleinen Kindern)
Wenn die Nachbarn oder Mitschüler es machen, dann färbt das ab.
Das widerspricht aber deiner eigenen Behauptung, dass z.B. die Spielzeugvorlieben von Mädchen oder Jungen anerzogen ist.
Sollten die angegebenen Mittelwerte stimmen (und das sind nur Mittelwerte, die vermutlich nicht global gelten), dann ist das Spielverhalten zu fast der Hälfte genetisch bestimmt.

Meines Erachtens fehlen auch noch Stufen.
So glaube ich, dass Hormone solches Verhalten auch beeinflussen kann. Und wie stark die Hormonausschüttung und -Verteilung ist, ist bei jedem Menschen anders
Gott würfelt nicht, meinte Einstein. Aber er irrte. Gott nutzt den Zufall - jeden Tag.

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Re: weibliche/männliche Mystik

Beitrag von Mia » Fr 1. Dez 2017, 15:40

Novalis hat geschrieben: Ich bin ein Mensch, nichts Menschliches, denk ich, ist mir fremd. Du beweist jedenfalls meine These sehr schön, dass Frauen bestimmte Geistesgaben haben. In manchen Bereichen sind sie wesentlich sensibler, begabter und wahrnehmungsfähiger.
Sehr schön Deine Beiträge, mit allen Sinnen berührend.
Ich weiß, dass ich sehr sensibel bin und ein feines Gespür habe, bei Tieren merk ich es besonders, auch Menschen können mich nicht enttäuschen, weil ich vorher merke wie sie ticken.
Gerade deshalb fällt mir in den heiligen Büchern der Hintergedanke besonders auf, man muss nicht einmal zwischen den Zeilen lesen, es steht Wortwörtlich da und wird nur verschleiert mit wenigen schönen Worten und einem über alles stehenden, allwissenden Gott ...

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