Judenmission-Heidenmission-messianische Juden

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Rembremerding
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Judenmission-Heidenmission-messianische Juden

Beitrag von Rembremerding » Mo 12. Feb 2018, 11:05

Hejdo alle beisammen.
Aus gegebenen Anlass wäre es notwendig über den Unterschied zwischen Heiden- und Judenmission zu sprechen.

Die Texte der Hl. Schrift unterscheiden beide.
1. Der Missionsbefehl in "Matthäus am letzten" bezieht sich auf die Heidenvölker, in Mt 10 sendet Jesus die Apostel zum Haus Israel.
2. Die Vorgehensweise in der Mission ist eine andere: Die Juden sollen durch Zeichen und Wunder zum Glauben kommen, die Heiden durch Lehre.
3. Die Texte besagen, dass Heidenchristen aufgrund fehlender Legitimation nicht für die Judenmission vorgesehen sind, sehr wohl aber Judenchristen.

Somit wird auf heute bezogen deutlich, dass die messianischen Juden und zum Christentum bekehrte Juden eine bedeutende Rolle in der Heilsgeschichte Gottes einnehmen. Folgt man dem Beispiel von Paulus, ist es deshalb in heidenchristlichen Gemeinden auch möglich, für messianische Juden im Hl. Land Kollekten zur Unterstützung zu sammeln. Messianische Juden und Judenchristen sind als Mittelglied von Gott eingesetzt, ebenso erfüllen sie Jesu Verheißung. Für Heidenchristen wird dadurch deutlicher, dass das Heil wegen Abraham von den Juden kommt.

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janosch
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Re: Judenmission-Heidenmission-messianische Juden

Beitrag von janosch » Mo 12. Feb 2018, 11:19

Das ist reine Schwachsinn!!!

Dan sollte auch zwei unterschiedlichen Erlöser und auch Erlösung geben! Ist das so?? :o

Eine für die sog. Juden und eine für die Sog. Heiden! :thumbdown:

Träum weiter! :wave:

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Ziska
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Re: Judenmission-Heidenmission-messianische Juden

Beitrag von Ziska » Mo 12. Feb 2018, 11:21

Hallo!
Die Rettung kommt aus den Juden, weil Jesus Jude war. Ein Nachkomme Abrahams...
Liebe Grüße von der Ziska! :wave:

“Wo findet man Hilfe, wenn man aufgeben will?“

https://www.jw.org/de/publikationen/zei ... eben-will/

Hemul
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Re: Judenmission-Heidenmission-messianische Juden

Beitrag von Hemul » Mo 12. Feb 2018, 12:42

Rembremerding hat geschrieben:Hejdo alle beisammen.
Somit wird auf heute bezogen deutlich, dass die messianischen Juden und zum Christentum bekehrte Juden eine bedeutende Rolle in der Heilsgeschichte Gottes einnehmen. Folgt man dem Beispiel von Paulus, ist es deshalb in heidenchristlichen Gemeinden auch möglich, für messianische Juden im Hl. Land Kollekten zur Unterstützung zu sammeln. Messianische Juden und Judenchristen sind als Mittelglied von Gott eingesetzt, ebenso erfüllen sie Jesu Verheißung. Für Heidenchristen wird dadurch deutlicher, dass das Heil wegen Abraham von den Juden kommt.
Servus :wave:
Hejdo Rem!
Na, dann möchten wir einmal schaun was das Wort Gottes zu Deinen o. Vermutungen schreibt. In Matthäus 21:43 und Galater 3:28+29 hebeln Jesus u. Paulus Deine eigenartige "VERMUTUNG" nämlich wie folgt aus.
43 Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volk gegeben werden, das seine Früchte bringt.
und:
28 Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Frau. Denn ihr seid alle eins in Christus Jesus. 29 Wenn ihr aber Christus gehört, dann seid ihr Nachkommen Abrahams und gemäss der Verheissung seine Erben.
Die besondere Rolle der Juden endete u. erfüllte sich nämlich schon damals gem. Pauli Worte in Römer 11:1-6 an einem kleinen Rest der Juden die sich zu Jesus bekehrten:
1 Ich frage nun: "Hat Gott sein Volk etwa verstoßen?" Auf keinen Fall! Ich bin ja selbst ein Israelit, ein Nachkomme Abrahams aus dem Stamm Benjamin. 2 Nein, Gott hat sein Volk nicht verstoßen. Er hat es doch von Anfang an erwählt. Oder wisst ihr nicht, was die Schrift von Elija sagt, als er sich bei Gott über Israel beklagt? 3 "Herr, sie haben deine Propheten getötet und deine Altäre niedergerissen. Ich allein bin übrig geblieben und nun wollen sie auch mich noch töten." 4 Und was gab Gott ihm zur Antwort? "Ich habe 7000 Männer für mich übrig gelassen, die sich nicht vor dem Götzen Baal auf die Knie geworfen haben." 5 So ist es auch jetzt: Gott hat einen Rest von seinem Volk übrig gelassen, einen Rest, den er aus Gnade ausgewählt hat – 6 aus Gnade, also nicht aufgrund von Werken, sonst wäre die Gnade ja nicht mehr Gnade.
Wie aus den folgenden Worten Pauli in den Versen 21-23 hervorgeht, blieb aber buchstäblichen Juden auch weiterhin der Weg der Rettung offen:
21 Denn wenn Gott die natürlichen Zweige nicht verschont hat, warum sollte er dann dich verschonen? 22 Du siehst hier also die Güte und die Strenge Gottes: Seine Strenge gilt denen, die sich von ihm abgewandt haben, aber seine Güte gilt dir, sofern du dich auf seine Güte verlässt; sonst wirst auch du herausgeschnitten werden. 23 Doch auch die anderen Zweige können wieder eingepfropft werden, vorausgesetzt, sie halten nicht an ihrem Unglauben fest. Gott hat sehr wohl die Macht dazu.
Dass jene bisher störrischen Juden nach ihrer Bekehrung wie von Dir o. behauptet aber eine bedeutende Rolle im Vorhaben Gottes einnehmen sollen-davon lese ich hier nichts.
Servus :wave:
denn die Waffen, mit denen wir kämpfen, sind nicht fleischlicher Art, sondern starke Gotteswaffen zur Zerstörung von Bollwerken: wir zerstören mit ihnen klug ausgedachte Anschläge (2.Korinther 10:4)

Anton B.
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Re: Judenmission-Heidenmission-messianische Juden

Beitrag von Anton B. » Mo 12. Feb 2018, 14:18

Rembremerding hat geschrieben:Aus gegebenen Anlass wäre es notwendig über den Unterschied zwischen Heiden- und Judenmission zu sprechen.

Die Texte der Hl. Schrift unterscheiden beide.
1. Der Missionsbefehl in "Matthäus am letzten" bezieht sich auf die Heidenvölker, in Mt 10 sendet Jesus die Apostel zum Haus Israel.
Als Matthäus sein Evangelium niederschrieb, hatte er sich mit dem mehr oder weniger gescheiterten Versuch der Verkündigung der Botschaft Jesu an die Juden abgefunden. Auch und obwohl er selber Judenchrist war und in einer judenchristlich dominierten Gemeinde (vermutlich Antiochia) lebte,
Rembremerding hat geschrieben:2. Die Vorgehensweise in der Mission ist eine andere: Die Juden sollen durch Zeichen und Wunder zum Glauben kommen, die Heiden durch Lehre.
Aus den Briefen des Paulus geht hervor, dass er an jedem neuen Ort zuerst die Synagogen aufsuchte und dort "redete". Mehr oder weniger fruchtlos. Erst dann wandte er sich den "Heiden" zu.
Rembremerding hat geschrieben:3. Die Texte besagen, dass Heidenchristen aufgrund fehlender Legitimation nicht für die Judenmission vorgesehen sind, sehr wohl aber Judenchristen.
Wir sprechen hier doch von einer Zeit, die außerhalb von Jerusalem vielleicht von der Steinigung des Stephanus bis zur Tempelzerstörung reichte. Danach war das Verhältnis von Juden und Christen so zerstört, dass keine gezielte Missionierung unter Juden mehr durchführbar war.
Rembremerding hat geschrieben:Für Heidenchristen wird dadurch deutlicher, dass das Heil wegen Abraham von den Juden kommt.
Die Kirchenväter haben bei der Kodifizierung des NT sehr darauf geachtet, auch judenchristliche Schriften in den Kanon aufzunehmen. In Rom wurde das Vorhaben des Markion, das NT auf eine nicht-jüdische Basis zu stellen, explizit abgewiesen.
Das Problem: Es gibt auch eine Wirklichkeit, wie es historisch wirklich war.

Rembremerding
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Re: Judenmission-Heidenmission-messianische Juden

Beitrag von Rembremerding » Mo 12. Feb 2018, 16:17

Anton B. hat geschrieben: Als Matthäus sein Evangelium niederschrieb, hatte er sich mit dem mehr oder weniger gescheiterten Versuch der Verkündigung der Botschaft Jesu an die Juden abgefunden.
Das ist richtig, und wenn du das Mt genau betrachtest, lassen sich "Schichten" ablösen. Mt 10 beginnt mit einem Text, der die besondere Judenmission anstößt. Er wurde noch vor der Steinigung des Stephanus verfasst, wie sich literarisch untersuchen lässt.
Mt 10, 5-7, 23b
Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht den Weg zu den Heiden und betretet keine Stadt der Samariter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel! Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe! Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben. Denn, amen, ich sage euch: Ihr werdet nicht zu Ende kommen mit den Städten Israels, bis der Menschensohn kommt.
Hier werden die Apostel nicht beauftragt zu lehren, sondern Wundertaten zu vollbringen.

Die nächste Textschicht bei Mt wird nach der Steinigung hinzugefügt. Hier beginnt die apologetisch-judenpolemische Phase des Evangeliums. In Mt 28 steht deshalb "geht zu den Heidenvölkern", wie die griechischen Wörter besagen. Hier ist also ausschließlich die Heidenmission gemeint. Man findet keinen Hinweis auf Wunderzeichen, sondern auf Lehrtätigkeit, denn Weisheit lehrt man.
Dann wird auch Paulus in 1Kor 1:22 verständlich:
Die Juden fordern Zeichen, die Griechen suchen Weisheit.
Das frühe Christentum unterscheidet also zwischen den Erfordernissen der Juden- und Heidenmission. Die Apostel wissen auch: zuerst die Juden, dann die Heiden und selbst Jesus weiß sich vom Vater zuerst zu den Juden gesandt (Mt 15:24)
Man findet auch keinen Hinweis im NT, dass Heidenchristen Juden missionieren sollen. Der Stolz des Gottesvolks verhindert dies von Anbeginn. Juden werden Juden lehren, so steht es im AT, bis Gott mit ihnen den neuen Bund schließt (Jer 31:33-34):
Sondern so wird der Bund sein, den ich nach diesen Tagen mit dem Haus Israel schließe - Spruch des HERRN: Ich habe meine Weisung in ihre Mitte gegeben und werde sie auf ihr Herz schreiben. Ich werde ihnen Gott sein und sie werden mir Volk sein. Keiner wird mehr den andern belehren, man wird nicht zueinander sagen: Erkennt den HERRN!, denn sie alle, vom Kleinsten bis zum Größten, werden mich erkennen - Spruch des HERRN. Denn ich vergebe ihre Schuld, an ihre Sünde denke ich nicht mehr.
Aus den Briefen des Paulus geht hervor, dass er an jedem neuen Ort zuerst die Synagogen aufsuchte und dort "redete". Mehr oder weniger fruchtlos. Erst dann wandte er sich den "Heiden" zu.
Auch das ist richtig, er war Judenchrist, hatte jedoch vom Herrn den Auftrag der Heidenmission. Warum er in den Synagogen redete und gleichzeitig zu den Heiden ging, sagt Paulus uns hier (Rö 11:13-14):
Euch aber, den Heiden, sage ich: Gerade als Apostel der Heiden preise ich meinen Dienst, weil ich hoffe, die Angehörigen meines Volkes eifersüchtig zu machen und wenigstens einige von ihnen zu retten.
Wir sprechen hier doch von einer Zeit, die außerhalb von Jerusalem vielleicht von der Steinigung des Stephanus bis zur Tempelzerstörung reichte. Danach war das Verhältnis von Juden und Christen so zerstört, dass keine gezielte Missionierung unter Juden mehr durchführbar war.
Ein Grund mehr, die Aufgabe der messianischen Juden und der zum Christentum konvertierten Juden ernst zu nehmen.
Die Verheißung ist Abraham geschenkt und seinen Kindern aus Glauben. Um das zu verstehen, gab uns Paulus im hl. Geist Römer 4.

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janosch
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Re: Judenmission-Heidenmission-messianische Juden

Beitrag von janosch » Mo 12. Feb 2018, 16:42

Rembremerding hat geschrieben:
Anton B. hat geschrieben: Als Matthäus sein Evangelium niederschrieb, hatte er sich mit dem mehr oder weniger gescheiterten Versuch der Verkündigung der Botschaft Jesu an die Juden abgefunden.
Das ist richtig, und wenn du das Mt genau betrachtest, lassen sich "Schichten" ablösen. Mt 10 beginnt mit einem Text, der die besondere Judenmission anstößt. Er wurde noch vor der Steinigung des Stephanus verfasst, wie sich literarisch untersuchen lässt.
Das ist alles schön und gut...aber das hat was mit „heute“ Zutun?? :o

Hier geht aus dem Schriften hervor, das noch Paulus Zeiten lebten Menschen die noch „unter dem Gesetz“ also Zeit der AT geboren waren. Die sind aber bereit ca. Zweitausend Jahre ausgestorben sind. Logisch, oder?

Also diese „ Abrahams Nachkömmlingen in Fleisch“ könten nur die Palästinenser sein, die seit Grauem zeit in Palästina gelebt (geblieben und zu den Islam Konvertiert) und ihre nachfahren NOCH nachweisen könnten bis zu Abraham (Isaak) !
Das sind auch bewiesen und faktisch belägt!

Nach dem Glauben, als „Abraham Nachkommen“ sind die aber Alle...also gibt es kein Religion oder Rasse unterschied!
Es gibt kein Heiden oder Juden mehr. Diese „Messianische Juden“ sind keine Juden, sie haben ein eigenständige Religion das nicht zu Judentum und auch nicht zu den Christentum gehören.

Ich weiß es nicht, wieso wollen „Christen" das nicht begreifen??

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Helmuth
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Re: Judenmission-Heidenmission-messianische Juden

Beitrag von Helmuth » Mo 12. Feb 2018, 16:49

Hallo Rem,

Red ma wieder? ;)
Rembremerding hat geschrieben: 1. Der Missionsbefehl in "Matthäus am letzten" bezieht sich auf die Heidenvölker, in Mt 10 sendet Jesus die Apostel zum Haus Israel.
Es heißt in Mt.28.19 "alle Nationen", da ist keine Trennung. Es wurde lediglich in Israel damit begonnen, klingt aber logisch, oder?
Rembremerding hat geschrieben: 2. Die Vorgehensweise in der Mission ist eine andere: Die Juden sollen durch Zeichen und Wunder zum Glauben kommen, die Heiden durch Lehre.
Das ist kein Gesetz.
Rembremerding hat geschrieben: 3. Die Texte besagen, dass Heidenchristen aufgrund fehlender Legitimation nicht für die Judenmission vorgesehen sind, sehr wohl aber Judenchristen.
Auch das ist kein Gesetz.


Meine Sichtweise:

Was immer gut ist, ist die Weisheit des Paulus anzuwenden: Den Juden ein Jude, den Heiden ein Heide. Petrus tat sich damit offensichtlich schwer, auch nach Jahren. So würde ich heute sagen, er war für Heiden einfach ungeeigent. Siehe dazu den Konflikt mit Petrus, der im Galater Biref dokumentiert wurde.

Es geht m.E. daher um die Eignung, oder sagen wir um die Begabung durch den Heiligen Geist. Dazu gibt es geistliche Gaben, Dienste und Ämter. Man kann aus der Weise aber keine Methodik machen. Der Heilige Geist macht es so, wie er will, er teilt zu wie er will, ohne erkennbare Gesetzmäßigkeit. Mal mit Wunder, mal ohne Wunder, mal durch Lehre, mal durch Gebet. Ich kenne alles. Viele Leute glauben heute z.B. nicht mehr an Wunder. Ich habe sie aber erlebt. Wie das? Ebenso gibt es auch heute noch Apostel. Ich kenne einen.

Wir haben da nichts mitzureden, außer dass wir so dienen sollen, wie es den Gaben entspricht. Denkst du, dass es für Heiden kein Zeichen ist, wenn eine Gelähmte plötzlich zu gehen beginnt? Oder wenn eine unheilbar Leukmiekranke durch Gebet am nächsten Tag gesund das Spital verlassen darf?

Und meinst du, man kann einen Juden nicht belehren? Sind sie etwa zu blöd für das Evangelium? Ich denke die Ursache für die Ablenhung des Evangeliums ist bei allen Menschen gleich. Heute sehen wir, dass es die Mehrheit der Menschen ablehnen, die Nationalität spielt keine Rolle.

Ich denke, ich bin für Juden geeignet, ich denke aber auch, dass grundsätzlich Juden für Juden durchaus besser sind, allein schon wegen ihrer Jahrhunderte alten Tradtionsverbundenheit, von der ja vieles an sich von Gott ist, nur halt entstellt. Aber eine Regel mache ich daraus keine.

Ein Geheminis ist, und das können wir nicht lüften, wie Gott es zuwege bringt, dass sich der Überrest Israels am Ende erst vollständig bekehren wird. Es gibt also Geheimnisse, in die wir nicht tiefer einblicken können. Das hat seine endzeitlichen Gründe. Hier bete ich viel, darin mehr zu lernen. Also lernen, d.h. für mich selbst und nicht zu lehren!

Jedenfalls sind Zwangsmissionierungsversuche der Juden abzulehnen. Ich höre auf das was mir der Heilige Geist sagt. Eines sagt er mir: Es wird wieder die Zeit kommen, in der wir den Juden ganz spezifisch zur Seite stehen müssen, wenn sich ein weiterer Holocaust anbahnt. Dann werden sich viele Geister scheiden, ob sie echte Jünger sind oder immer nur Mitläufer waren. Aber wann das sein wird, hat mir Gott nicht gezeigt. Dass es kommt sagt auch die Schrift.

Daher sollen wir generell diese Grundeinstellung des Segnens für Israel haben, und zwar alle Christen:
1 Mose 12. 3 hat geschrieben: Und ich will segnen, die dich segnen, und wer dir höhnt, den werde ich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!
Es verhindert nicht nur, dass wir in unserer Haltung antisemitisch abdriften, es birgt auch noch die Verheißung des Segen für komplette Familien mit sich. Jesus sei alle Ehre!
Herzliche Grüße
Helmuth

Anton B.
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Re: Judenmission-Heidenmission-messianische Juden

Beitrag von Anton B. » Mo 12. Feb 2018, 18:49

Helmuth hat geschrieben:Was immer gut ist, ist die Weisheit des Paulus anzuwenden: Den Juden ein Jude, den Heiden ein Heide. Petrus tat sich damit offensichtlich schwer, auch nach Jahren. So würde ich heute sagen, er war für Heiden einfach ungeeigent. Siehe dazu den Konflikt mit Petrus, der im Galater Biref dokumentiert wurde.
Nein. Petrus steht als "Hauptjünger" und als Apostel mit Paulus für die Heidenmission und für die "laxe" Auslegung des Gesetzes für Heidenchristen. Petrus ist es, der laut Apostelgeschichte früh auf Heiden zugeht, für den christlichen Glauben gewinnt, und sein Tuen vor der Gemeinde rechtfertigt (Apg 11, 1-18).

Dazu kommt seine vermittelnde Tätigkeit auf dem ersten Jerusalemer Apostelkonzil. Sein Weggang aus Jerusalem wird durch Historiker mit einer gegen die Übereinkunft des "Apostelkonzils" gehenden, gesetzestreue auch für Heidenchristen forderndenn Ausrichtung der Jerusalemer Gemeinde unter Jakobus erklärt. "Geschwächelt" hat Petrus dann nach Ansicht der Vertreter einer laxen Gesetzestreue während der sogenannte "Antiochischen Krise". Das ist es, was Paulus dem Petrus vorwirft.

Im übrigen steht mit der neuen, nicht absprachegemäßen Ausrichtung der Jerusalemer Urgemeinde auch die von Rembremerding angesprochene Kollekte des Paulus in Zusammenhang. Die wird von Historikern als "Fehlschlag" eingeschätzt. Die Annahme der in vornehmlich durch die paulinischen heidenchristlichen Gemeinden aufgebrachten Kollekte sollte von Vertretern dieser Gemeinden offiziell der Leitung der Jerusalemer Gemeinde übergeben werden. Die Jerusalemer Gemeinde hätte durch die Annahme in einem offiziell-formalen Akt die Ausrichtung der heidenchristlichen Gemeinden nach den gelebten Lehren des Paulus akzeptiert.

Die Übergabe der Kollekte gestaltete sich überaus schwierig. Sie wurde nicht als Kollekte für die Gemeinde angenommen, sondern direkt für die Auslösung von 4 Nasiräatsgelübden verwendet. Jakobus legt seine vom Gemeindeleben der paulinischen Gemeinden abweichenden Vorstellungen dar (Apg 21,23-25), was allerdings bezüglich dem, was über die paulinische Lehre hinaus gelehrt wird, nicht weiter interessiert und weiterhin weder von Paulus noch seinen Gemeinden beachtet wird. Nicht erwähnt wird pikanterweise die Forderung nach der Beschneidung durch den Jakobus, von der wir aber wiederum aus den Paulinischen Briefen erfahren.

Die Situation und das Verhältnis der Gemeinden zueinander und ihrer Lehren war in der Zeit des Apostelkonzils und danach längst nicht so von Eintracht bestimmt, wie der Lukas uns das durch geschickte Formulierungen weiss machen möchte.
Das Problem: Es gibt auch eine Wirklichkeit, wie es historisch wirklich war.

Rembremerding
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Re: Judenmission-Heidenmission-messianische Juden

Beitrag von Rembremerding » Mo 12. Feb 2018, 20:07

Anton B. hat geschrieben:
Die Situation und das Verhältnis der Gemeinden zueinander und ihrer Lehren war in der Zeit des Apostelkonzils und danach längst nicht so von Eintracht bestimmt, wie der Lukas uns das durch geschickte Formulierungen weiss machen möchte.
Zudem schreibt Lukas als Heide für Heidenchristen. Er war weder Spezialist in jüdischen Reinheitsgeboten und Kulthandlungen noch war er interessiert Texte aufzunehmen, die Heiden kaum betreffen.

Man kann diese Spannungen in der Urkirche auch in den "Schichten" des Mt-Evangeliums erkennen. Die Judenchristen unter Jakobus waren über die "laxe" Auslegung des Paulus für die Heidenmission wenig erfreut. In einigen Textpassagen bei Paulus kann man die durchaus derben Wortgefechte beider Gruppen noch herauslesen. Einige Gedanken und Formulierungen, die im Jakobusbrief stehen, finden sich interessanterweise auch in den Qumran-Texten. Aber auch schon die Wahl des Stefanus zum Diakon zeigt, dass Petrus hier bereits einen Ausgleich zwischen Juden- und Heidenchristen schaffen wollte, der anscheinend notwendig war.

Bei Matthäus sind es jene Texte, die z.B. die Einhaltung des Gesetzes fordern ("kein Jota..."), die eine fortschreitende Spannung kennzeichnen. Diese Texte ergänzen das Urevangelium und die apologetisch-judenpolemischen Texte.
Nach der Zerstörung des Tempels in Jerusalem wurden auch die Judenchristen zerstreut und schon längst waren die Heidenchristen in der Mehrheit. Das führte bei den Judenchristen zum Umdenken, weil sie einerseits den Fall Jerusalems als erfülltes Zeichen erkannten, andererseits sie die blühenden Heidenchristengemeinden sahen, in denen zweifelsohne der hl. Geist wirkte. Nun vor allen wurden weitere von Jesus ausgesprochene und überlieferte Worte in das Evangelium aufgenommen, die von Versöhnung und Vergebung sprechen.
So wird das Mt-Evangelium zum wertvollsten und bei den Christen beliebtesten Evangelium, weil es ein judenchristliches Evangelium ist, das die Anfänge der Kirche abbildet. Nicht zuletzt spricht die Tradition in historischen Dokumenten Mt zu, das ältest begonnene Evangelium zu sein.

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