Die "christlichen werte"?

Nichtchristen sind willkommen, wir bitten aber darum, in diesem Forum keine Bibel- und Glaubenskritik zu üben.
Solivagus
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Re: Die "christlichen werte"?

Beitrag von Solivagus » Mo 12. Mär 2018, 18:57

Hallo Magdalena,
Magdalena61 hat geschrieben:[...] Von Usern, die sich in einem Forum anmelden, um darin mit anderen Usern zu diskutieren sollte man allerdings erwarten können, dass sie die Ausrichtung des Forums zunächst einmal akzeptieren. Nicht nur du, aber auch du scheinst damit Schwierigkeiten zu haben:
Solivagus hat geschrieben:Wendet man das Prinzip der Bullshit-Asymmetrie auf das 4religion-Forum und seinen derzeitigen liberalen Moderationsrichtlinien an, wird sich die Menge des „Bullshits“ mit der Beitragszahl überproportional soweit steigern, bis auch die letzte vernünftige Diskussion im Spam der übrigen Beiträge erstickt wurde. "Erste Tendenzen" dieser Entwicklng lassen sich bereits jetzt schon erkennen.
diesen Eindruck könnte man eigentlich nur gewinnen, wenn man das obige Zitat bewusst isoliert und außerhalb des Kontextes betrachtet.

Verbindet man dies dann noch mit dem Versuch, meinen Beitrag auf Bibel.com dazu benutzen zu wollen, mir hier in diesem Forum, aufgrund der 4religion-Forenregeln, Fehlverhalten vorzuhalten, ergibt dies ein sehr eigentümliches Bild.

Analog wäre dies in etwas so, als würde man einem Fußballspieler in einem Fußballspiel für das Handspiel mit einer gelbe Karte sanktionieren wollen, weil er am letzten Wochenende beim Handball einen Ball geworfen hat.
Magdalena61 hat geschrieben::mrgreen:
Bullshit.
Warum tut man sich ein Forum an, das so ganz und gar nicht die eigenen Erwartungen erfüllt?

Wenn andere damit zufrieden sind und sich darin wohlfühlen... warum gönnt man ihnen diesen virtuellen Treffpunkt nicht? Oder was steht sonst hinter der Kritik warum muß man ein Forum schlecht reden?
4religion ist kein Abklatsch von 2jesus und wird und soll es auch nie sein.
Bei meinem Beitrag auf bibel.com ging es um ein Phänomen, bei dem einige Diskussionen unter einer Vielzahl von Beitragen zu ertrinken schienen und dies auf einige Schreiber demotivierend wirkte. Das Prinzip der „Bullshit-Asymmetrie“ liefert dafür mMn. ein gutes Erklärungsmodell. Der Bezug auf 4religion war dabei primär keine inhaltliche Kritik des Forums oder seiner Nutzer selbst, sondern vielmehr ein populäres Beispiel eben dieses Problems.
Magdalena61 hat geschrieben:Wir haben nun einmal sehr viele User in fortgeschrittenem Alter, darunter sind auch Rentner... die wollen vielleicht nicht ständig Höchstleistungen vollbringen, um Doktorarbeiten zu schreiben. Sondern sie wollen sich auch einfach mit anderen unterhalten, austauschen.... smalltalken...auch über banale Themen.
Sie bringen Lebenserfahrung, Fachwissen und gewachsene Meinungen mit ein. Das ist doch super.[...]
Mit den qualitativen Aspekten ist dabei auch nicht unbedingt nur die argumentative Qualität gemeint. Vielmehr sind es Aufrichtigkeit, Ernsthaftigkeit, Erkenntniswille und Wissensdurst, welche u.a. durch eine überproportional häufige Anzahl von - mal mehr und mal weniger intelligenten - Troll-Beiträge einfach erstickt werden. Und genau hier beginnt, nach meiner Auffassung, die Aufgabe der Moderatoren.
Magdalena61 hat geschrieben:Deine Interpretation kannst du nicht mir anlasten. Die Verantwortung dafür musst du schon selbst übernehmen.
dann legst du Matthaeus 7, 1-5 also nicht als universelles Gebot entgegen des Richtens aus?
Magdalena61 hat geschrieben:Mit "richten" meint Jesus in Mt. 7 genau das, was Gesetzliche tun, wenn sie anderen Gläubigen die Errettung absprechen.
kannst du mir den Vers in Matthaeus 7 zeigen, in dem Jesus die „Gesetzlichen“ bzw. die „Gesetzlichkeit“ anspricht?
Magdalena61 hat geschrieben:Was in der Regel damit verbunden ist, sie in eine bestimmte Richtung zu manipulieren. Das Heil wird den anderen Gläubigen abgesprochen, weil sie nach Meinung der Richtenden bestimmte Bedingungen nicht erfüllen und zum Beispiel- nach Meinung der Richtenden- an Sünden festhalten, die in den Augen der Richtenden heilsgefährdend sind.
So wie es Paulus im 1. Korinther 5, 5 handhabt?
Magdalena61 hat geschrieben:Immer wieder treten bei 4religion Kritiker auf, die sich offenbar berufen fühlen, gegen vermeintliche Irrlehren und Götzendienerei antreten zu müssen.
Solange es sich dabei an Kritik zwischen Christen handelt und man das Forum als Gemeinde versteht, ist dies auch durchaus berechtigt (vgl. Matthaeus 18, 15-18).
Magdalena61 hat geschrieben:Sie messen alles und jeden an ihrer eigenen Glaubenssprache. Nach meinem Dafürhalten kreisen die Differenzen jedoch lediglich um unterschiedliche Lesarten und Interpretationsmodelle; also um verschiedene "Dialekte" des Glaubens an ein und denselben Gott.

Ein Dialekt, den ich nicht verstehe, muß nicht zwingend falsch sein in den Augen Gottes.
Den Luxus sich mehrere Glaubens-Dialekten ganz nach eigenem Geschmack und Tagesstimmung auszusuchen, haben wir als Christen nicht. Jesus warnt uns in Matthaeus 7 nicht umsonst vor der engen Pforte, die zum Leben und der weiten Pforte, welche in die Verdammnis führt. Legt man die Bibel mit der Bibel aus und folgt dem Geist der Wahrheit, lässt sich die Nachricht der Bibel relativ eindeutig auf nur eine grundlegende Sprache reduzieren.
Magdalena61 hat geschrieben:[...] Du verstehst ihn nicht. Und andere verstehen ihn auch nicht.
Was Novalis hier macht, kann man teilweise "Philosophie" nennen. Philosophie an sich ist nicht "schlecht". Novalis predigt ja nicht gegen den Gott der Bibel, sondern er predigt einen Gott, der größer ist als der Spielraum von Anno Inquisition.
Um zu erkennen, dass die Inquisition nicht mit der Lehre des Alten und Neuen Testaments vereinbar ist, brauchen wir keine novallische „Philosophie“. Das dürfte mittlerweile so ziemlich jeder Christ für sich alleine erkannt haben.
Magdalena61 hat geschrieben:Ist es nicht eine Schande, eine Riesenwunde in der Geschichte der Christenheit... diese Glaubenskriege... katholisch gegen evangelisch und umgekehrt-- ?
Unzählige Tote, Folter, Gefängnis, Vertreibung. Und all das "im Namen Jesu".
Nein, da sich das Christentum nicht dadurch beurteilen lassen muss, wie es Mißbraucht wurde. Der richtige Gebrauch der Worte Gottes ist maßgebend.
Magdalena61 hat geschrieben:Gruppen, die nicht dem Oberhäuptling einer Richtung folgten, sondern sich abspalteten, weil sie ein anderes Verständnis biblischer Inhalte entwickelten, wurden und werden als "Sektierer" abgeurteilt und geächtet.

Ein Papst, der für den "Dialog der Religionen" entritt, ist "der Antichrist". Ähm, der wievielte ist es denn aktuell? Seitdem ich auf evangelikalen Spuren wandele, ist es mindestens der Dritte. :mrgreen: Manchmal ist es auch der Präsident der USA. So ganz einig sind sich die falschen Propheten da nicht unbedingt.
Wenn's nämlich NICHT stimmt, was ein Christ als "den Willen Gottes" verkündigt, dann ist er ein falscher Prophet.

Und die Kirche, die andere Religionen nicht mehr verfolgt, sondern das Gespräch sucht, ohne ihre eigenen Glaubensgrundlagen aufzugeben, ist vielleicht einfach nur vernünftig und MEHR im Willen Gottes als die Weltverneiner, die sich eigentlich nur für das eigene Heil interessieren und der Rest der Menschheit wird angefeindet und damit in die Defensive getrieben.
Der offene Diskurs mit anderen Religionen, ohne das eigene Glaubensfundament aufzugeben, ist auch nur bis zu einer bestimmten Grenze, welche uns das Neue Testament in vielen anschaulichen Beispielen deutlich zieht, möglich. Da dabei die Betonung eben grade nicht auf dieser Welt liegt (vgl. 1. Johannes 2 15-17), geselle ich mich auch gerne zu den Weltverneiner.
Magdalena61 hat geschrieben:[...] Christen haben den Auftrag, Völker zu Jüngern zu machen. O.k., das tun sie, aber sie erreichen nicht jeden einzelnen Muslim, Buddhisten, Hindu etc. und schon gar nicht rückwirkend. [...]
Deshalb spricht Paulus ja von dem Gesetz, welches in die Herzen der Menschen geschrieben wurde (vgl. Römer 2, 11-16).
Magdalena61 hat geschrieben:[...] Im Laufe der Jahrtausende wurden alle Religionen mit nicht- authentischen Inhalten kontaminiert. Das Judentum bildete keine Ausnahme... ansonsten hätte es diese vielen theologischen Streitgespräche zwischen Jesus und der religiösen Elite der Juden nicht gegeben, [...]
Nicht notwendigerweise. Die Menschen mißbrauchen gerne institutionelle Macht für ihre eigenen Ziele, wie wir aus der kirchlichen Geschichte wissen.
Magdalena61 hat geschrieben:[...] Jesus hat die Spaltungen übrigens nicht korrigiert. [...]
Dann schau dir mal Matthaeus 23 genauer an.
Magdalena61 hat geschrieben:[...] Niemand hat die Wahrheit zu 100% für sich gepachtet. [...]
Schließt du da Jesus mit ein?
Zuletzt geändert von Solivagus am Mo 12. Mär 2018, 19:42, insgesamt 1-mal geändert.
"Du kannst ganz unmöglich nicht sein, denn Du bist aus Dir selbst Notwendigsein."
(Duns Scotus, Tractatus de primo principio, 91, Übs. W. Kluxen)
The Ontological Argument (engl.)

Novas
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Re: Die "christlichen werte"?

Beitrag von Novas » Mo 12. Mär 2018, 19:40

Solivagus hat geschrieben:
Magdalena61 hat geschrieben:Immer wieder treten bei 4religion Kritiker auf, die sich offenbar berufen fühlen, gegen vermeintliche Irrlehren und Götzendienerei antreten zu müssen.
Solange es sich dabei an Kritik zwischen Christen handelt und man das Forum als Gemeinde versteht, ist dies auch durchaus berechtigt (vgl. Matthaeus 18, 15-18)
Mit Kritik bin ich vollkommen einverstanden, solange sie hilfreich ist. Doch Kritiksucht, die am Ende zu nichts führt, wirkliche Kommunikation verhindert und am Ende nur Verwundete auf dem Schlachtfeld zurücklässt, ist eher zerstörerisch. Dadurch zerbrechen viele Beziehungen. Solch ein Verhalten kann viele Gründe haben. Bei manchen Christen scheint es ein übertriebener Perfektionismus zu sein (dem sie selbst bei genauerer Betrachtung nicht gerecht werden) oder sie glauben insgeheim irgendwie besser zu sein, was sie ihre Mitmenschen spüren lassen wollen, weshalb sie sich unablässig als Rechthaber betätigen. Solch ein Verhalten wird vom Ego und ganz sicher nicht von einem heiligen Geist motiviert :)
Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder auch du, was verachtest du deinen Bruder? Denn wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden. (Römer 14,10)
Sehr vieles würde leichter werden, wenn man nur diesen einen Ratschlag beherzigt und aufhört den Richter zu spielen. Mir gefällt der Gedanke das Gott überlassen zu können. Manchmal richte ich auch, aber nicht weil ich das Recht dazu habe, sondern weil es eine schlechte Angewohnheit ist. Meine Kritiksucht ist am stärksten ausgeprägt, wenn ich mit mir selbst am wenigsten zufrieden bin.

Solivagus
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Re: Die "christlichen werte"?

Beitrag von Solivagus » Mo 12. Mär 2018, 20:23

Hallo Novalis,
Novalis hat geschrieben:Richtig. Ich koche mir meine eigene Suppe und habe auch jedes Recht dazu.
das habe ich dir auch nie abgesprochen.
Novalis hat geschrieben:Es gibt so viele Wege zu Gott, wie es Seelen gibt. Lebe damit.
Hier würde ich dir als Christ widersprechen.
Novalis hat geschrieben:Mein persönlicher spiritueller Weg ist für mich genau richtig.
Das wünsche ich Dir, aus vollem Herzen. Solltest du aber eines Tages wieder den Sog Gottes vernehmen, da deine spirituelle Exkursion in einem Labyrinth mündete, gib dem Sog nach und folge Jesus, er wird dir hinaus helfen.
Novalis hat geschrieben:[...]
Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder auch du, was verachtest du deinen Bruder? Denn wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden. (Römer 14,10)
Sehr vieles würde leichter werden, wenn man nur diesen einen Ratschlag beherzigt und aufhört den Richter zu spielen. Mir gefällt der Gedanke das Gott überlassen zu können. Manchmal richte ich auch, aber nicht weil ich das Recht dazu habe, sondern weil es eine schlechte Angewohnheit ist. Meine Kritiksucht ist am stärksten ausgeprägt, wenn ich mit mir selbst am wenigsten zufrieden bin.
Wirst du oft aufgrund deiner Ess- und Trinkgewohnheiten hier im Forum kritisiert?
"Du kannst ganz unmöglich nicht sein, denn Du bist aus Dir selbst Notwendigsein."
(Duns Scotus, Tractatus de primo principio, 91, Übs. W. Kluxen)
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Novas
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Re: Die "christlichen werte"?

Beitrag von Novas » Mo 12. Mär 2018, 21:51

Solivagus hat geschrieben:
Novalis hat geschrieben:Es gibt so viele Wege zu Gott, wie es Seelen gibt. Lebe damit.
Hier würde ich dir als Christ widersprechen.
Jeder Christ, jeder Nachfolger Jesu Christi, interpretiert das Christentum auf seine eigene Weise, wodurch meine Aussage eigentlich bestätigt wird :) jeder Mensch hat eine vollkommen einzigartige Beziehung zu Gott. Gott hat uns alle wunderbar einzigartig gemacht, darüber dürfen wir uns freuen. Unsre Individualität ist kein Produkt des Zufalls, sondern ein göttlicher Wunsch und somit hat jeder Mensch seine eigene Persönlichkeit und Würde. Jede Gottesbeziehung, jeder spirituelle Weg ist anders und einzigartig und jeder von uns kann Gott auf eine jeweils einzigartige Weise verstehen und verehren. Jeder von uns ist etwas, das der andere nicht ist. Und deshalb weiß er etwas, das kein anderer sonst weiß. Jedes Kind Gottes reflektiert das Geheimnis des Vaters auf eine - bis in alle Ewigkeit - vollkommen unwiederholbare Weise. Darum ist es auch eine sehr große Tragödie, wenn ein Mensch seine eigene Individualität nicht lebt.
„Einen Menschen zu lieben bedeutet, ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint hat.“
Was sind wir? Einzigartige Noten in der Symphonie des Schöpfers (von griechisch σύμφωνος sýmphōnos ‚zusammenklingend') und aus der Individualität der Menschen entspringen die verschiedenen Religionen. Wenn alle Menschen einen persönlichen Zugang zu Gott haben, ein einzigartiger „Spiegel“ sind, welcher sein Licht reflektiert – MacDonald bezeichnet die Menschen auch als Gottes „liebenswerte Schatten“ - dann ist jeder einzelne Mensch für das vollkommene Verständnis der göttlichen Offenbarung unverzichtbar und unersetzbar.

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Re: Die "christlichen werte"?

Beitrag von Pluto » Di 13. Mär 2018, 09:07

Novalis hat geschrieben:Jeder Christ, jeder Nachfolger Jesu Christi, interpretiert das Christentum auf seine eigene Weise, wodurch meine Aussage eigentlich bestätigt wird :) jeder Mensch hat eine vollkommen einzigartige Beziehung zu Gott.
Diese nebulöse Haltung ist kein Vorteil, sondern ein großer Nachteil des Glaubens.
Der Naturalist sagt nichts Abschließendes darüber, was in der Welt ist.

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Abischai
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Re: Die "christlichen werte"?

Beitrag von Abischai » Di 13. Mär 2018, 09:33

Pluto hat geschrieben:Diese nebulöse Haltung ist kein Vorteil, sondern ein großer Nachteil des Glaubens.
Welche nebulöse Haltung? Anzunehmen, daß jeder Mensch eine völlig einzigartige Beziehung zu Gott hat? Das hat Novalis behauptet, aber das ist nicht so.
Meine Hilfe kommt von Jahweh, der Himmel und Erde gemacht hat. [Ps 121;2]

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SamuelB
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Re: Die "christlichen werte"?

Beitrag von SamuelB » Di 13. Mär 2018, 09:43

Abischai hat geschrieben:
Pluto hat geschrieben:Diese nebulöse Haltung ist kein Vorteil, sondern ein großer Nachteil des Glaubens.
Welche nebulöse Haltung? Anzunehmen, daß jeder Mensch eine völlig einzigartige Beziehung zu Gott hat? Das hat Novalis behauptet, aber das ist nicht so.
Schon. Genau wie man zu anderen Menschen ebenfalls unterschiedliche Beziehungen hat.

@Novalis Guck, Christen und Individualität, das klappt einfach nicht.

Rembremerding
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Re: Die "christlichen werte"?

Beitrag von Rembremerding » Di 13. Mär 2018, 10:30

Novalis hat geschrieben: jeder Mensch hat eine vollkommen einzigartige Beziehung zu Gott.
Dies allein schon deshalb, weil Gott immer größer ist, als der Mensch ihn erfassen kann. Wäre der Menschen Beziehung zu Gott stets gleich oder würde von einer Organisation gleichgeschaltet, dann wäre Gott ein kleinlicher Gott, der im engen Menschenherzen eingesperrt würde. Es wäre kein Gott, der in der Weite seiner Liebe wirkt, sondern ein Gott, den der Mensch für sich dienlich gestaltet.
Und deshalb weiß er etwas, das kein anderer sonst weiß.
Der Mensch weiß es jedoch nicht aus sich heraus, sondern aus dem Willen Gottes. Er gibt dem Menschen, der hören will, jeweils das, was ihn zum Guten führt, ihn heilig macht (heiligmachende Gnade). Die Kirche wird mit den Mitteln, die Gott ihr gegeben hat, dieses individuelle Fortschreiten im Menschen fördern, das ist ihre Aufgabe als mystischer Leib des Herrn. Dieses "Wissen" im Menschen ist deshalb nichts, was er erworben, er empfängt es. Es ist sein individueller neuer Namen, den nur er kennt und Gott. Dieser Name ist das Wesen, welche diese Beziehung ausdrückt:
... Wer siegt, dem werde ich von dem verborgenen Manna geben. Ich werde ihm einen weißen Stein geben und auf dem Stein steht ein neuer Name geschrieben, den nur der kennt, der ihn empfängt. Offb 2:17b-c
Das verborgene Manna ist das Brot des Lebens, Gottes Sohn.
Jedes Kind Gottes reflektiert das Geheimnis des Vaters auf eine - bis in alle Ewigkeit - vollkommen unwiederholbare Weise. Darum ist es auch eine sehr große Tragödie, wenn ein Mensch seine eigene Individualität nicht lebt.
Eine Individualität, für die Gott ihn gestaltete. So zu werden, wie Gott es wollte, bedeutet erst jener Mensch zu sein, der man wirklich ist. Ohne Maske, Scham, mit all seinen Talenten und mit den Schwächen, die man Gott demütig hinhält.
Jeder Mensch und besonders jeder Christ muss sich klar werden: Nur in ihm allein ist jenes Bild eingedruckt, wie auf einem Puzzleteil, das einmal Teil des Ganzen zur Verherrlichung Gottes sein wird. Es wird eine der größten Gnaden Gottes in der Ewigkeit sein, dass wir nicht erkennen werden, wieviel Teile fehlen, von Menschen, denen ein wunderschöner Teil des Bildes gegeben war, die es aber nicht zur Verherrlichung Gottes trugen. Für sie zu beten, ihnen die Liebe Gottes in uns weiterzuschenken, ist Berufung jedes Christen im Leben, auf dass die Verherrlichung Gottes in der Ewigkeit vollkommen wird.
Wahres Christsein in der Kirche des Herrn wird immer ein individuelles fördern, nähren und leiten durch diese sein, um dann als Gemeinschaft Gott vollkommen zu verherrlichen.


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Abischai
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Re: Die "christlichen werte"?

Beitrag von Abischai » Di 13. Mär 2018, 11:10

SamuelB hat geschrieben:Genau wie man zu anderen Menschen ebenfalls unterschiedliche Beziehungen hat.
Wir Menschen haben selbstverständlich unterschiedliche Beziehungen zueinander, aber das ist nicht das Entscheidende, sondern es kommt darauf an daß wir eine Beziehung zueinander haben, und zwar eine gute.
Wesentlich an der Beziehung eines Menschen zu Gott ist nicht die Individualität (die es zweifellos gibt), sondern eben die gemeinsame Richtung. Und das richtet auch den Umgang der Menschen untereinander aus, nicht im Sinne von Gleichschaltung, wohl aber im Sinne von Gemeinsamkeit.

Was mich mit meinen leiblichen Geschwistern verbindet, sind die gemeinsamen Eltern, und gemeinsame Erlebnisse, die aus dieser gemeinsamen Familie begründet sind.

Ebensolches erlebt man, wenn man gemeinsam mit anderen Menschen an den gleichen Gott glaubt.
Meine Hilfe kommt von Jahweh, der Himmel und Erde gemacht hat. [Ps 121;2]

manden1804
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Re: Die "christlichen werte"?

Beitrag von manden1804 » Di 13. Mär 2018, 11:27

Was sind denn die " christlichen werte " ?

Bitte um konkrete Aussage ( nicht euer übliches Wischi - Waschi ) .
Gott segne euch alle .

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