Widersprüche in den Auferstehungsberichten

Andreas
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Re: Widersprüche in den Auferstehungsberichten

Beitrag von Andreas » Di 15. Mai 2018, 19:06

Also dein 13. Nisan geht gar nicht, Ziska. Ich war da mit dem 14. Nisan noch wohlwollend großzügig (wegen dem Schlachten der Lämmer). Es müsste sogar eher der 15. sein, weil der erste Tag der ungesäuerten Brote mit dem ersten Tag des Paschafestes am 15. Nisan zusammenfällt - so steht es bei Mose, und so machen es die Juden ja auch noch heute.

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Ziska
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Re: Widersprüche in den Auferstehungsberichten

Beitrag von Ziska » Di 15. Mai 2018, 19:31

Andreas hat geschrieben:Also dein 13. Nisan geht gar nicht, Ziska. Ich war da mit dem 14. Nisan noch wohlwollend großzügig (wegen dem Schlachten der Lämmer). Es müsste sogar eher der 15. sein, weil der erste Tag der ungesäuerten Brote mit dem ersten Tag des Paschafestes am 15. Nisan zusammenfällt - so steht es bei Mose, und so machen es die Juden ja auch noch heute.
Ok, Andreas. Vielen Dank für deine Mühe...
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"Was sagt die Bibel über Naturkatastrophen? Sind sie eine Strafe Gottes?"

https://www.jw.org/de/bibel-und-praxis/ ... hen-bibel/

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Re: Widersprüche in den Auferstehungsberichten

Beitrag von Andreas » Di 15. Mai 2018, 19:41

Du meinst also, dass wir uns insofern verstanden haben, dass wir nicht verstehen, an welchem Tag Jesus gekreuzigt wurde und an welchem Tag das Grab leer, er also auferstanden ist. Das ist sehr freundlich aber wenig zielführend, falls es uns beiden je darum gegangen sein sollte zu verstehen, was denn nun in der Bibel steht. ;)

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Re: Widersprüche in den Auferstehungsberichten

Beitrag von Kingdom » Di 15. Mai 2018, 20:47

Andreas hat geschrieben: Wie erklärst du das Zustandekommen solcher Widersprüche in der Bibel?
Wie ich bereits Münek antwortete: Solange sie nicht heilsrelevant sind, bin ich zu wenig penibel um mich um 14, 15 Nissan vor 2018 Jahren zu kümmern. Anscheind hat es die Nachfolger Christi welche ja damals meist Juden waren nie so gestört, das eine Heilrelvante Debatte darüber enstanden wäre. Ich habe auch nicht die X Dokumente beziehungsweise Abschriften der damaligen Briefe plus die Urschriften zur Hand und bin Hisorisch zuwenig interessiert das ich mir jetzt all die Tausenden Dokumente reinziehen würde weil das würde bei der Anzahl Schriften einige Jahre dauern.

Die Debatte eine ähnliche wie eben diese hier:

1Ti 1:4 auch nicht auf Legenden und endlose Geschlechtsregister zu achten, welche mehr Streitfragen hervorbringen als göttliche Erbauung im Glauben;


Schon im At gibt es unterschiedliche Zahlen in Chronik und Könige, daran ändert sich aber an der grundsätzlichen Aussage nichts.

Du siehst als die Debatte um Geschlechtregister gabe es schon zu Paulus Zeiten und der Erbauung des Wesentlichen, dienten sie eben nicht.

Für mich ist wichtig, dass Geistiges Fundament und werte als ganzes ersichtlich sind und stimmen die zusagen Gottes, betreffend Heil, das ist für mich nachprüfbar und als Nachfolger relevant.

Wenn ich jetzt nach Erklärung suchen würde, dann würde ich wohl so in Richtung Abischai tendieren und anfangen zu forschen und mir dann 5 Jahre Zeit nehmen alle Briefe und Abschriften zu studieren inkl. aller Übersetzungen. Das es für mich nicht heilsrelevant ist, glaube ich das ich meine Zeit für besseres nützen kann.

Ich habe mit Münek auch schon über die Aussagen Jesus gesprochen die er so sieht und ich ganz anders. Alle Erklärungen in welchem Kontext die geshen werden müssen oder eben auch noch gesehen und gelesen werden können, waren für mich wichtig, für Ihn nicht.

Wer nicht glauben will, der wird immer eine Grund finden. Wer glaubt die werte stimmen nicht, der wird immer einen Grund finden diese werte zu verwerfen.

Lg Kingdom

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Re: Widersprüche in den Auferstehungsberichten

Beitrag von Andreas » Di 15. Mai 2018, 22:04

Meine Intention ist grundsätzlich eine andere als die von Münek, denn ich zähle mich selbst zu den Gläubigen. Ich will verstehen, was ich in der Bibel lese, will auch die Bibel selbst und ihre Entstehungsgeschichte verstehen, wegen meinem Glauben.
Kingdom hat geschrieben:Anscheind hat es die Nachfolger Christi welche ja damals meist Juden waren nie so gestört, das eine Heilrelvante Debatte darüber enstanden wäre.
Da möchte ich mal einhaken, weil das etwas mit diesen Widersprüchen zu tun hat. Ich höre immer wieder, dass die Evangelisten Juden gewesen seien. Dieser dreifache Fehler der mir hier bei dieser Problematik beim genauen Lesen der Evangelien begegnet, kann wohl kaum von jüdischen Autoren gemacht worden sein. Dass hier drei mal der gleiche Fehler fast wortwörtlich gemacht wird, spricht sehr für Copy&Paste von Leuten die sehr wenig über die jüdischen Feste wussten. Das ist für mich die plausibelste Erklärung für dieses Phänomen. Hast du eine bessere Erklärung?

Ist das schlimm? Finde ich nicht, aber es ist eine wichtige Information, dass vermutlich nicht stimmt, was weithin über die Evangelienschreiber gelehrt wird. Wenn drei von ihnen Christen statt Juden waren ändert das ja an der frohen Botschaft nichts heilsrelevantes, wie du sagst. Doch um sie besser zu verstehen, wäre es dann sinnvoller, diese Botschaft aus christlicher und nicht aus jüdischer Perspektive zu lesen, wenn man verstehen will was die Autoren aus ihrer schon christlichen Perspektive über den Juden Jesus schreiben. Deutlich wird das zum Beispiel bei der Differenz zwischen "Messias" und "Christus", was ja schließlich zur Spaltung von Judentum und Christentum geführt hat. Da geht es dann sehr wohl ans Eingemachte des Glaubens - auch heute noch zwischen dem Juden- und dem Christentum, falls Frieden in den Augen Gottes eine Rolle spielen sollte, was ich glaube.

Auch über die Entstehungszeit dieser Evangelien und die Situation in der sie entstanden, würde das nicht wenig Aussagen, nämlich dass sie tendenziell später als früher anzusetzen wären, als diese Trennung vom Judentum schon weiter fortgeschritten war. Das waren nur wenige, äußerst turbulente Jahre in denen das NT geschrieben wurde und die christlichen Gemeinden in denen sie geschrieben wurden, lagen räumlich weit auseinander und waren nach heutigen Maßstäben schlecht untereinander vernetzt.

Das ist alles ganz im Sinne, die Bibel sich selbst interpretieren zu lassen. Gerade aus den Widersprüchen der Bibel, die mich gar nicht im Glauben stören, habe ich sehr viel gelernt - auch was heilsentscheidende Dinge betrifft. Ich folge nicht dem historisch konstruierten und auch nicht dem stur wörtlich geglaubten Jesus, weil mir seine Botschaft wichtig ist - auch wenn sie nur zwischen den Zeilen wie ein sanft verwehendes Säuseln wahrnehmbar ist - würde vielleicht der Elia sagen. Meine Intention ist ein besseres Verständnis und nicht das Abschießen der Bibel, des Glaubens oder einer Glaubensgemeinschaft. Und ehrlich gesagt, geht es mir gar nicht so darum, bis aufs Blut um das Heilsentscheidende mit anderen Christen zu "ringen" - weil ich Gottvertrauen habe.

Was das übrige angeht, stimme ich dir in weiten Teilen zu. Ich habe und werde sicher nicht Jahre mit diesem Thema verbringen, eigentlich ist mir die Sache soweit klar. Wenn mir jemand wieder was von wegen "Irrtumsfreiheit" der Bibel erzählt, kann ich ihm dieses Ding vorlegen. Vielleicht hat er ja eine überzeugendere Erklärung als Ziska, (der ich auch gerne für ihre Mühe gedankt hätte), und ich kann wieder einen meiner vielen biblischen Irrtümer ablegen.

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Kingdom
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Re: Widersprüche in den Auferstehungsberichten

Beitrag von Kingdom » Di 15. Mai 2018, 23:46

Andreas hat geschrieben:Da möchte ich mal einhaken, weil das etwas mit diesen Widersprüchen zu tun hat. Ich höre immer wieder, dass die Evangelisten Juden gewesen seien. Dieser dreifache Fehler der mir hier bei dieser Problematik beim genauen Lesen der Evangelien begegnet, kann wohl kaum von jüdischen Autoren gemacht worden sein. Dass hier drei mal der gleiche Fehler fast wortwörtlich gemacht wird, spricht sehr für Copy&Paste von Leuten die sehr wenig über die jüdischen Feste wussten. Das ist für mich die plausibelste Erklärung für dieses Phänomen. Hast du eine bessere Erklärung?
Wie ich bereits sagte, man müsste alle Dokumente, Stelle für Stelle durchackern und das sind enorm viele Schriften. Das müsste man dann tun von den ersten bist mindestens zu der Zeit des Buchdruckes. Dann eben noch die verschiedenen Übesetzungen, ich denke da müsste man eben Vollzeit Historiker sein.

Ich weiss nicht hast Du zugang zu diesen Urtexten und Schreiben von den ersten Berichten in verschiednen Sprachen. Soviel ich weiss gibt es da auch teilweise nur ganz kleine Abschriften von ein paar Versen usw. Alle Texte durchackern habe ich mal gehört ist ein Kilometer hoher Stapel Papier. Da könnte also ein Menge Arbeit auf Dich zu kommen, wenn es Dir wirklich so wichtig ist.



Ist das schlimm? Finde ich nicht, aber es ist eine wichtige Information, dass vermutlich nicht stimmt, was weithin über die Evangelienschreiber gelehrt wird. Wenn drei von ihnen Christen statt Juden waren ändert das ja an der frohen Botschaft nichts heilsrelevantes, wie du sagst. Doch um sie besser zu verstehen, wäre es dann sinnvoller, diese Botschaft aus christlicher und nicht aus jüdischer Perspektive zu lesen, wenn man verstehen will was die Autoren aus ihrer schon christlichen Perspektive über den Juden Jesus schreiben. Deutlich wird das zum Beispiel bei der Differenz zwischen "Messias" und "Christus", was ja schließlich zur Spaltung von Judentum und Christentum geführt hat. Da geht es dann sehr wohl ans Eingemachte des Glaubens - auch heute noch zwischen dem Juden- und dem Christentum, falls Frieden in den Augen Gottes eine Rolle spielen sollte, was ich glaube.
Also für meinen Glauben, wäre dies kein Problem. Ich kann nicht nachprüfen ob wirklich Jesaia seine Prophzeihung aufgeschrieben hat und könnte dort auch jedem Glauben der etwas anderses sagt. Wichtig für mich ist eben, das was in Jesaia als Prophezeihung aufgeschrieben war vor dem kommen Jesus, hat sich davon etwas erfüllt für meine Leben oder nicht. Genau gleich mit den Zusagen Christi in den Evangelien an seine Nachfolger, sehe ich das sich diese Zusagen für mich erfüllen, wenn ich die Schritte gehe, welche schon im AT beschrieben werden wie man diesen Gott suchen und finden kann, wie ist das mit Jesus seinen zusagen, erfüllt sich dies oder nicht. Wenn wir dann die Paulusbriefe eben im Kontext zu den Evangelien lesen und die Briefe der Apostel, ist dort eben dies Handschrift des Geistes sichtbar welche mir der Heilige Geist bestätigt.

Was die Spaltung anbelangt, spielt der Name weniger eine Rolle als eben der Glaube: Wenn die einen Glauben er ist der Messias und die anderen nicht, ist der Name am Ende eben höchstens ein weiterer Streitpunkt aber nicht die wahre Ursache für den Konflikt. Angenommen aber die Evangelien lügen in allen Heilsrelevanten Punkten über Leben, Wirken und Tod Christi und es wäre wirklich nur eine Erfindung der Christen und Heiden, dann müsste jeder Jude dann sagen, was genau der Grund war für die 2000 Jahre Diaspora, die Römische Besatzung und die Zerstörung des Tempels und ja da können sie wohl nur ähnliche Gründe bringen, die in den Evangelien stehen, viel mehr Spielraum lässt eben das Gesetz und die Propheten nicht zu und wo waren dann die welche das Volk vor dem warnten, wenn Christus falsch warnte. Weil da müsste ja Schriften von Gesandten Gottes in einer ähnlichen Grösse und Brisanz da vorhanden sein. Ich weiss nicht ob es die gibt, weisst Du da etwas?

Wir werden es sicher wissen, wenn Israel das tun wird:

Lu 13:35 Siehe, euer Haus wird euch selbst überlassen! Ich sage euch, ihr werdet mich nicht mehr sehen, bis ihr sagen werdet: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!

Wenn sie auf den Bezug nehmen, von dem eben die Evangelien schreiben, werden wir wissen, ob es sich erfüllt oder nicht. Ich denke Andreas, das wird wohl schneller kommen als du alle Schriften durchgeackert hast aber wer weiss, muss nicht sein. Schauen wir mal was sich da entwickelt im Nahen Osten aber wenn ich Jude wäre, würde ich zumindest Sacharia täglich lesen in diesen Tagen. Möge der Herr ihnen Weisheit schenken.

Das ist alles ganz im Sinne, die Bibel sich selbst interpretieren zu lassen. Gerade aus den Widersprüchen der Bibel, die mich gar nicht im Glauben stören, habe ich sehr viel gelernt - auch was heilsentscheidende Dinge betrifft. Ich folge nicht dem historisch konstruierten und auch nicht dem stur wörtlich geglaubten Jesus, weil mir seine Botschaft wichtig ist - auch wenn sie nur zwischen den Zeilen wie ein sanft verwehendes Säuseln wahrnehmbar ist - würde vielleicht der Elia sagen. Meine Intention ist ein besseres Verständnis und nicht das Abschießen der Bibel, des Glaubens oder einer Glaubensgemeinschaft. Und ehrlich gesagt, geht es mir gar nicht so darum, bis aufs Blut um das Heilsentscheidende mit anderen Christen zu "ringen" - weil ich Gottvertrauen habe.
Andreas ich bin da schon eher stur aber trotzdem glaube ich das du gut daran tust, mit dem Gott vertrauen und ja wie man die Stimme Gottes wahrnimmt, der eine braucht es laut, dem anderen reicht dieses säuseln, von dem Du sprichst. Wenn er ja seinen Kindern die Augen und Ohren öffnet, dann glaube ich das wir mit dem Kindlichen Glauben, gut beraten sind und auch mit dem demütigen warten und bitten für mehr Erkenntnis. Wie gesagt mir ist jetzt die Historie weniger wichtiger, weil bei mir das persönliche Erlebnis so einschneidend war, das jeder Zweifel über die Echheit und Kraft über diese Gute Botschaft, weichen musste. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, das ein verlorner Sohn vom Mörder zum Guten wechselt, um dann am Ende zu erkennen, das war die falsche Kraft die einem erlöste. Jeder hat also seinen Weg zu gehen aber am Ende zählt:

Joe 2:32 (3-5) Es soll aber geschehen, daß ein jeder, der den Namen des HERRN anruft, gerettet wird; denn auf dem Berge Zion und zu Jerusalem wird eine Zuflucht sein, wie der HERR versprochen hat, und bei den Übriggebliebenen, die der HERR beruft.

Ich konnte und wollte nicht warten am Ende und darum rufen die einen vorher und die anderen am Schluss. Wichtig ist das man weiss, je früher je besser.

In dem Sinne viel Segen und Weisheit vom Herrn, möge er Dir die Augen auftun für eine schlüssige Erklärung über diese offene Fragen zu den Evangelien.

Lg Kingdom

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Re: Widersprüche in den Auferstehungsberichten

Beitrag von Andreas » Do 17. Mai 2018, 11:26

Kingdom hat geschrieben:Wie ich bereits sagte, man müsste alle Dokumente, Stelle für Stelle durchackern und das sind enorm viele Schriften. Das müsste man dann tun von den ersten bist mindestens zu der Zeit des Buchdruckes. Dann eben noch die verschiedenen Übesetzungen, ich denke da müsste man eben Vollzeit Historiker sein.

Ich weiss nicht hast Du zugang zu diesen Urtexten und Schreiben von den ersten Berichten in verschiednen Sprachen. Soviel ich weiss gibt es da auch teilweise nur ganz kleine Abschriften von ein paar Versen usw. Alle Texte durchackern habe ich mal gehört ist ein Kilometer hoher Stapel Papier. Da könnte also ein Menge Arbeit auf Dich zu kommen, wenn es Dir wirklich so wichtig ist.
Diese Arbeiten sind doch längst in jahrzehntelanger Arbeit gemacht worden, und die fertigen von jedem nachprüfbaren Ergebnisse werden allen Menschen auf dem Silbertablett der textkritischen Ausgabe des Nestle-Aland präsentiert.

So sieht das in meinem Bibelprogramm aus, und man sieht (im roten Kreis), dass es zu Mk 14,12 keine abweichenden Handschriftenfunde gibt:
Beispiel Mk14,12.PNG
Warum malst du da einen Teufel an die Wand, den es heute nicht mehr gibt?

Selbst wenn man so wie ich kein Griechisch kann, gibt es mittlerweile so viele Hilfsmittel, dass man auch als Laie recht gut zurechtkommen kann. Außerdem gibt es in jeder Kirche Leute, welche in ihrer theologischen Ausbildung Griechisch gelernt haben und die gerne Fragen zur Bibel beantworten. Das ist jedenfalls meine Erfahrung. Es wird jedem von uns heutzutage so kinderleicht gemacht, anhand der Schrift zu prüfen, ob uns auch "die Wahrheit" erzählt wird. Dank dem Zeitgeist in dem wir leben, kann uns keiner mehr etwas vormachen, wie beispielsweise noch im Zeitgeist des Mittelalters.

Solche aus selektiven Versen zusammengezimmerten Bibelbastelbögen wie die der Zeugen Jehovas, kann man auch durch einfaches Lesen der Bibel als gezielte Vereinnahmung und Verdrehung der Bibel zu Zwecken der Organisation aufdecken: Quelle 1 und Quelle 2.
Es gibt viel mehr Stellen in der Schrift, in denen Jesus mit seinen Jüngern am Paschafest (15. Nisan) das Herrenmahl zu sich nimmt. Entweder man ignoriert all diese Stellen und kehrt sie leichtfertig und kurzer Hand unter den Tisch oder man muss zugeben, dass es in der Bibel Widersprüche gibt. Dann aber müsste man seine Inspirationslehre über die Entstehung der Heiligen Schrift überdenken und der Bibel - so wie sie nun mal tatsächlich ist - anpassen.
Lk 16,10 hat geschrieben:Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut, der tut es auch bei den großen.


Das gilt nicht nur für die Zeugen Jehovas sondern auch für alle anderen Hirten, welche in diesen Punkten nicht wahrhaftig zu ihren Schäfchen sind, indem sie ihre Lehren als unmissverständliche Wahrheiten hinstellen, welche aber nur scheinbar so in der Bibel stehen. Das traurige dabei ist, dass diese Hirten sich darauf verlassen (können), dass nur die Stellen gelesen werden, welche sie ihren Schäfchen mit ihren selektiv ausgewählten Bibelzitaten vorsetzen. Den Rest erledigen die autoritären Strukturen in den Gemeinden und der Gruppendruck.

Ein Grund für solches Treiben, ist vermutlich mangelndes Vertrauen. Ich sehe keinen Grund dafür, dass sich die Bibel vor sich selbst fürchten müsste. Diese Widersprüchlichkeiten sind gewollt, und sind ein Teil der Bibel. Wer ihr nur ohne diese Widersprüche vertrauen kann, liebt sie nur zur Hälfte, und das heißt: gar nicht.
Zuletzt geändert von Andreas am Do 17. Mai 2018, 11:44, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Widersprüche in den Auferstehungsberichten

Beitrag von Travis » Do 17. Mai 2018, 11:42

Andreas hat geschrieben:Ein Grund für solches Treiben, ist vermutlich mangelndes Vertrauen. Ich sehe keinen Grund dafür, dass sich die Bibel vor sich selbst fürchten müsste. Diese Widersprüchlichkeiten sind gewollt, und sind ein Teil der Bibel. Wer ihr nur ohne diese Widersprüche vertrauen kann, liebt sie nur zur Hälfte, und das heißt: gar nicht.
Vertrauen ist in diesem Fall wirklich wichtig. Von daher habe ich aufgehört bei jedem postulierten Widerspruch, Furcht über die Verlässlichkeit der Bibel zu empfinden. Eigene Recherchen stelle ich bei solchen Gelegenheiten allerdings noch immer sehr gerne an.

Bisher gibt es nur wenige schwierige Abschnitte in der Bibel, die man nicht sinnvoll erklären konnte. Von den entsprechenden Texten handelt dieser Thread allerdings nicht. Debatten über die Frage, wer die Bibel zu welchen Prozentsätzen liebt, würde ich nicht führen wollen.

Es fällt allerdings nicht immer leicht zu unterscheiden, wo die Annahme von Fehlern gewollt und deren Klärung rhetorisch entsprechend vermieden wird, und wo Mißverständnisse zum Beispiel durch unterschiedliche Denkweisen recht einfach ausgeräumt werden können.
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Re: Widersprüche in den Auferstehungsberichten

Beitrag von Andreas » Do 17. Mai 2018, 12:08

Travis hat geschrieben:Bisher gibt es nur wenige schwierige Abschnitte in der Bibel, die man nicht sinnvoll erklären konnte.
Da gebe ich dir recht - wobei das nicht heißt, dass dadurch die Widersprüche verschwinden würden.
Travis hat geschrieben:Von den entsprechenden Texten handelt dieser Thread allerdings nicht.
Was soll das jetzt? "Widersprüche in den Auferstehungsberichten" heißt er doch. Und selbstverständlich geht es dabei um die Widersprüche in den Texten der Bibel. Das ist der Eingangspost:
Münek hat geschrieben:Die nachösterlichen Auferstehungsberichte in den vier Evangelien weisen verwirrend viele Unstimmigkeiten und sogar Widersprüche auf. Wie ist das zu erklären, wenn doch der "Heilige Geist" die Evangelisten inspiriert haben soll?
Worum handelt dieser Thread denn deiner Meinung nach? Klär mich doch mal auf.
Travis hat geschrieben:Debatten über die Frage, wer die Bibel zu welchen Prozentsätzen liebt, würde ich nicht führen wollen.
Meine Meinung dazu darf ich aber noch äußern, gell?
Travis hat geschrieben:Es fällt allerdings nicht immer leicht zu unterscheiden, wo die Annahme von Fehlern gewollt und deren Klärung rhetorisch entsprechend vermieden wird, und wo Mißverständnisse zum Beispiel durch unterschiedliche Denkweisen recht einfach ausgeräumt werden können.
Ersteres ist relativ leicht erkennbar - besonders wenn es von Leuten wie Münek kommt.
Letzteres sind oft eben keine Missverständnisse sondern tatsächlich unterschiedliche Denkweisen innerhalb der Heiligen Schrift. Da rangen eben schon damals gläubige Menschen mit den Fragen nach Gott und kamen, wie man unschwer erkennen kann - und sich ehrlicherweise auch eingestehen muss - zu unterschiedlichen Antworten, welche auch nachvollziehbar den jeweiligen Zeitumständen und Orten oder Gemeinden geschuldet waren.

Es war damals schon genau so wie heute: theologische Diskurse um das Geheimnis Gottes. Dieser Diskurs begann schon ehe das erste Wort der Bibel geschrieben wurde. Jesus war die wichtigste Person in diesem Diskurs, eben weil er da entscheidend Neues hineingetragen hat. In der Folge ist das Christentum entstanden und dieser Diskurs hat nach Jesus nicht aufgehört und wird auch hoffentlich nicht enden - wichtig ist in meinen Augen nur, wie ehrlich er geführt wird.

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Re: Widersprüche in den Auferstehungsberichten

Beitrag von Travis » Do 17. Mai 2018, 12:18

Andreas hat geschrieben:Da gebe ich dir recht - wobei das nicht heißt, dass dadurch die Widersprüche verschwinden würden.
"Erklären" bedeutet in meiner Aussage tatsächlich auch "verschwinden".
Andreas hat geschrieben:Was soll das jetzt? "Widersprüche in den Auferstehungsberichten" heißt er doch. Und selbstverständlich geht es dabei um die Widersprüche in den Texten der Bibel.
Die Texte auf die ich mich bezog sind nicht Teil dieses Themas. Mehr sollte das nicht
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