Rauchen und Alkohol

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Claymore
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Re: Rauchen und Alkohol

Beitrag von Claymore » Sa 18. Mai 2019, 09:23

closs hat geschrieben:
Fr 17. Mai 2019, 22:41
Kann man und tut man - aber viele möchten halt auch beim Bier oder beim Kaffee eine rauchen. - Um dies zu ermöglichen und vor allem Nicht-Raucher zu schützen, gab es damals diese Abstimmung - dachten die meisten.
Und Kaffee gibt’s dann im Rauchercafe?
Das Rechtsgut heißt NICHT "körperliche und/oder seelische Verletzung durch sexuelle Handlungen"?
So heißt es nicht – siehe Dreizehnter Abschnitt des Strafgesetzbuches: “Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung.”
- Mal nebenbei: Wenn eine 13-Jährige in sexueller Selbstbestimmung beschließt, mit ihrem 18jährigen Freund ihren Zustand der Jungfräulichkeit zu beenden, ist das eine Straftat, oder nicht?
Der Freund kann 14 Jahre alt sein, dann ist es auch eine Straftat. Der Gesetzgeber unterstellt einer Person unter 14 Jahren halt generell, dass sie in einem weiteren Sinn nicht zum Geschlechtsverkehr einwilligen kann.

Über den Sinn dieses Paragraphen kann man freilich diskutieren, allein schon weil er die Existenz einer magischen Sex-Fee voraussetzt, die alle Jugendlichen zum 14. Geburtstag besucht und ihnen die Gabe der Einwilligungsfähigkeit zu Sex verleiht. Allerdings hilft da ein Verweis auf “seelische Verletzungen” genauso wenig. Denn es ist absolut plausibel, dass das Erlebnis von ausdrücklich gewünschtem Sex der 13-jährigen ihr nicht in geringster Weise seelischen Schaden zufügt.
Nee - da hinkt was, selbst wenn es formal analog klingt. Es müsste eher heißen: "Wer Asbest nicht mag, hat hier nichts zu suchen".

Siehst Du: Das ist wieder mal ein gutes Beispiel dafür, dass der Instinkt der Normalos ganz anders tickt als intellektuelle Rhetorik-Veranstaltungen. Normalos würde sagen: "Hast Du noch alle Tassen im Schrank, als Nichtraucherin in einem Raucherlokal zu arbeiten UND Dich dann über Rauch zu beschweren?" - Wenn sich sowas rumspräche, würde diese Frau nur schwer einen Mann finden: Wenn die schon DA so spinnt, wie wird es dann in anderen Dingen sein ...
Das sind alles nur unbelegte Behauptungen. Genauso wie von dir kurzerhand das Ergebnis des Referendums in Bayern umgedeutet wird zu “Die Normalos wussten davon nichts und wurden manipuliert!!!”. Natürlich ebenfalls ohne irgendwelche Belege. Das übliche closs’sche “komplexe” Wahrnehmen und Denken … nichts als haltlose Zusammenreimerei. Ich mach' mir die Welt Widdewidde wie sie mir gefällt.

Letztlich basiert es auf der Annahme, dass Passivrauch nur eine Belästigung und keine nennenswerte Gesundheitsschädigung darstellt.
Und selbst wenn sie es wirtschaftlich müsste: Die Alternative wäre, KEINEN Job zu haben - dann kann man doch gleich daheim bleiben und sich NICHT bewerben, wenn die Alternative wäre, nichts zum Bewerben zu haben.
Ja, das ist auch ein Ayn-Rand-Argumentationsmuster: Durch den Arbeitsschutz wird der Arbeitsplatz vernichtet – also ist niemandem dadurch geholfen und dem Arbeitnehmer werden nur Optionen genommen.

Der Denkfehler darin ist natürlich die Annahme, dass Arbeitsschutz wirklich sämtliche betroffenen Jobs vernichtet.
Zumal es hier um etwas ganz anderes geht: Vortäuschung falscher Tatsachen durch Demokratie mit folgender Verarschung.
Ja, das wäre ein sehr wichtiger Punkt. Leider bleibt es bei deiner reinen Behauptung inklusive genauso belegbefreitem Zerreden von Gegenargumenten.
Die übliche Flucht vor eigenem Nachdenken (ohne Anleitung Dritter, ergänzt Kant). - Das sind inzwischen tief eingeprägte Muster und Konditionierungen, das Heil in Regeln und wissenschaftlichen Comme-il-fauts zu suchen, was aber nichts bringt. - Denn selbst wenn man eine Untersuchung dazu im Bereich Münsterland gemacht hätte, würde der nächste Schlaumeier "kritisch" kommen und monieren, dass dies nicht rerpäsentativ sei - und damit wäre man wieder am Anfang.
Geht es dir jetzt wieder besser?
Mit anderen Worten: Auch Du solltest Deiner Wahrnehmung und Deiner Vernunft so viel vertrauen, dass sie mindestens mit Zitaten standhalten kann.
Häh?
- Konkret: Nach dieser Abstimmung war es in unserer Gegend ein großes Thema, als rauskam, dass es ganz anders gemeint war als lanciert. - Raucher wie Nicht-Raucher haben sich vereint empört. - Das war zwar nach einigen Wochen vorbei - aber es sitzt fest!!!
Ja, das ist deine hartnäckig unbelegte Behauptung.
Du hast sicherlich den Artikel zu Ende gelesen.
Ja. Und?
- Davon abgesehen: Da müsste man mal prüfen, was VOR der Abstimmung in den Zeitungen stand.
Wie gesagt: jedes wenigstens der Form nach schlüssiges und sachliches Argument von dir ist leider immer hart sachlich falsch.

Es ging da um die Auszählung zum Volksbegehren - das Unterschriftensammeln damit es überhaupt zu einem Referendum kommt – der Artikel (17. Mai 2010) war also vor dem eigentlichen Referendum (4. Juli 2010).

Btw, die Sätze, die du mit “Da müsste man mal prüfen” einleitest, sind auch immer der Knaller. Warum tust es denn dann nicht? Du stellst doch die Behauptung auf, die Wähler wären zu verpeilt gewesen um zu wissen worum es bei dem Referendum eigentlich ging.

Es ist eine erstaunliche Behauptung, dass die Gegenseite (Tabakwirtschaft, Gastronomieverbände, …) nicht fähig war, die Bevölkerung in der Wahlwerbung für das “Nein” vollkommen korrekt darauf hinzuweisen, dass es hier um ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie geht. Das ist einfach unplausibel … also braucht’s dringend Belege. Warum willst du keine liefern?
- Jedenfalls erinnere ich mich sehr genau, dass das, was die SZ da schreibt, NICHT dem allgemeinen Bewusstsein der Wähler (und Nicht-Wähler) entsprach.
Unbelegte Behauptung. Weiter geht’s.
Ja - es ist nicht repräsentativ. - Würdest Du etwas ernster nehmen, wenn ich Dir sage, dass es der damaligen Chef des Kremlin-Konservatoriums war und wir zu Dritt mit der Vize-Kulturministerin von Kasachstan zusammensaßen? - Was ich damit sagen will: Ich würde es nicht zitieren, wenn es ein Deutsch-Russe bei Aldi zuraunen würde.
Es wäre immer noch NULL verifizierbar.

Wenn ich jetzt folgendes Zitat herauskramen würde…
Die Welt: Russlands Wirtschaft leidet unter Alkoholismus hat geschrieben:„Wenn man zehn Personen zum Vorstellungsgespräch kommen lässt, kann man sechs bis sieben davon gleich wieder nach Hause schicken“, erzählte der Unternehmer: „Von den restlichen drei bis vier bleiben nach einem Monat zwei übrig“. Doch warum ist das so? „Alkohol“, entgegnete der Unternehmer: „80 Prozent der Landbevölkerung ist wegen übermäßigen Alkoholkonsums entweder teilweise oder gänzlich unbrauchbar für eine geregelte Arbeit. Das ist die Tragödie unserer Wirtschaft“.
wäre wenigstens sicher, dass ich mir das nicht selber ausgedacht habe. Außerdem macht der Unternehmer konkrete, klar verständliche Angaben (im Gegensatz zu “Die Deutschen sind faul/satt geworden”). Aber es ist nur die Meinung eines Mannes, der sicher nicht das ganze Land kennt und der evtl. maßlos übertreibt.
Die Frage ist, wer von beiden der Chef ist: Der komplex wahrnehmende Mensch oder die Statistik selbst.
“Komplex Wahrnehmen” ist natürlich gut. Nur leider ist das ein Code-Wort für closs’sche belegbefreite Zusammenreimerei.

Natürlich kann jede Statistik gefälscht und verzerrt werden und es macht Mühe dem ganzen auf den Grund zu gehen. Darauf hast du, verständlicherweise, keine Lust. Aber das ist Bequemlichkeit und nicht “komplexe Wahrnehmung”.

Du versuchst jeden, der mit deiner “Argumentationsweise” ein Problem hat, hochpolemisch und in selbstgefälliger Manier als naiven Wissenschaftsgläubigen, der noch die dümmste manipulierte offizielle Statistik schluckt, abzustempeln. Fraglich ob in diesem Forum hier überhaupt jemand diesem dummen Klischee gerecht wird.

Mir ist jedes Mittel recht – das Ergebnis muss halt nur irgendwie überprüfbar oder nachvollziehbar sein. Diesen Anforderungen willst du dich nicht stellen, daher auch deine manipulativen Slapstick-Einlagen bzgl. “kritisch”.

Z. B. ist es ein sehr gutes Argument, dass mit der Statistik bzgl. der Anzahl der Sexualpartner von Männern und Frauen irgendwas nicht stimmen kann, da dort weit divergierende Durchschnittswerte für die beiden Geschlechter herauskommen. Da Homosexualität nicht so verbreitet und das Geschlechterverhältnis nicht so unausgeglichen ist, muss aus mathematischen Gründen der Durchschnittswert für Männer und Frauen ungefähr gleich sein. Dagegen ist es ein Null-Argument irgendwelche Stories aus der eigenen Clique zu erzählen.

Oder wenn es z. B. um die Kriminalität von Flüchtlingen geht ist ein sehr gutes Argument, wenn jemand auf die Kölner Silvesternacht und die anschließenden Vertuschungs- und Bemäntelungsversuche des Polizeipräsidiums verweist (das ist weit entfernt von irgendwelchen offiziellen Statistiken). Irgendwelche Schwänke, dass in seinem Kaff die Flüchtlinge den Kindern Smartphones klauen, sind dagegen Null-Argumente.

Null-Argumente bilden das Rückgrat deiner Beiträge.
Letzteres ist im Kommen, weshalb ich die heutige Zeit als die obrigkeitgläubigste seit 1945 empfinde. Sicherlich kennst Du Goethes "Zauberlehrling" - vielleicht interessiert es Dich, dass ihn Goethe in seinen allerletzen Jahren nochmal rausgezogen hat, weil er von dessen Thematik nicht losgelassen wurde.

"Postfaktisch" heißt zweierlei:
1) Trumpisierung
2) Aufklärung
Aber das müssen wir jetzt nicht besprechen.
Aufklärung = “Ich reim mir die Welt widdewiddewitt zusammen, wie sie mir gefällt.”

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sven23
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Re: Rauchen und Alkohol

Beitrag von sven23 » Sa 18. Mai 2019, 10:34

closs hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 08:33
sven23 hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 07:43
Aha, es gibt also exclusive Raucherkneipen, in denen nicht geraucht werden darf.
Eben nicht - das war doch die Finte: "Ihr könnt exklusive Raucherkneipen haben" .................................................... "Aber aufmachen dürft Ihr sie wegen Nichtraucherschutz NICHT".
Du kannst uns bestimmt eine Quelle benennen, die das belegt.
closs hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 08:33
sven23 hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 07:43
Ja, das muss dann die AfD auf den Plan gerufen haben.
Nein - die war damals noch weit weg. - Aber begreife doch mal, was sich in den Menschen aufbaut und wodurch, damit ein Terrain gebildet wird, das eine AfD zur gegebenen Zeit bereitwillig aufnimmt.
Wie die Links gezeigt haben, hat sich alle Aufregung in Wohlgefallen aufgelöst. Allein der closs regt sich noch auf wie Rumpelstilzchen. :lol:
Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.
George Orwell

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Re: Rauchen und Alkohol

Beitrag von closs » Sa 18. Mai 2019, 14:04

Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 09:23
Und Kaffee gibt’s dann im Rauchercafe?
In Raucherkneipen würde es sicherlich Kaffee geben - klar.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 09:23
Das Rechtsgut heißt NICHT "körperliche und/oder seelische Verletzung durch sexuelle Handlungen"?

So heißt es nicht – siehe Dreizehnter Abschnitt des Strafgesetzbuches: “Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung.”
Dann steht das halt da. Aber was heißt das INHALTLICH? - Ein 16-Jähriger wird von einem Geistlichen verführt und sagt nicht "Nein" - darf er dann 30 Jahre später sagen, er sei missbraucht worden? - Eine 13Jährige hat GV, was sie normal findet (laut meiner 17-20jährigen Nichten ist heute das Durchschnittsalter für "das erste Mal " 12 Jahre) - sie sagt sicherlich JA UND weiß nicht, dass so frühe Sexualität ihr langfristig schaden könnten.

Das müssen wir gar nicht ausdiskutieren - mir geht es darum, dass man sich bei solchen Fragen nicht hinter formalen Größen (hier Judikative) verstecken sollte - da sollte man lieber SELBER nachdenken.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 09:23
Denn es ist absolut plausibel, dass das Erlebnis von ausdrücklich gewünschtem Sex der 13-jährigen ihr nicht in geringster Weise seelischen Schaden zufügt.
Ohne dem widersprechen zu wollen: Es ist unter anderen Weltbildern sehr wohl plausibel, dass es ganz im Gegenteil SChaden zufügt.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 09:23
Das sind alles nur unbelegte Behauptungen.
Typischer Fluchtreflex Deinerseits. - Wenn die Gletscher schon alle abgeschmolzen wären und die Durchschnittstemeperatur 10°C höher ist, wird es immer noch welche geben, die wissenschaftlich streiten, ob dieser Vorgang ausreichend belegt ist. - Dieses Verstecken hinter Formen nervt.

Nein, nicht vorgelegte Belege nerven, sondern die Selbstentmündigung. - Denn wie die Leute nach der Abstimmung in unserer Gegend reagiert haben, weiß ich (nicht repräsentativ, ich weiß, und vermutlich war es eine Anekdote :lol: ) - und wie solche Sachen langfristig wirken, kann man plausibel darstellen. - Nein, trotzdem ist es kein "Nachweis" - aber es geschieht mit oder ohne Nachweis. - Und wir sitzen in unseren methodischen Ohrensesseln - und die Welt ist ganz weit weg. - Und wenn sie mal reinkommt, ist man empört und endet mit "Wir müssen noch mehr aufklären".
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 09:23
Letztlich basiert es auf der Annahme, dass Passivrauch nur eine Belästigung und keine nennenswerte Gesundheitsschädigung darstellt.
Überhaupt nicht. - Es basiert auf der Annahme, dass Raucher und Nicht-Raucher getrennt werden sollten und ein Nicht-Raucher, der sich im Raucher-bereich von Rauch belästigt fühlt, nicht alle Tassen im Schrank hat.

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Re: Rauchen und Alkohol

Beitrag von closs » Sa 18. Mai 2019, 14:05

Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 09:23
Durch den Arbeitsschutz wird der Arbeitsplatz vernichtet – also ist niemandem dadurch geholfen und dem Arbeitnehmer werden nur Optionen genommen. Der Denkfehler darin ist natürlich die Annahme, dass Arbeitsschutz wirklich sämtliche betroffenen Jobs vernichtet.
Der Denkfehler besteht darin, dass jemand normal im Kopf ist, der sich als Nicht-Raucher erlaubt, von 20 Gaststätten genau die drei auszusuchen, in denen geraucht wird. - "Nein", heißt es dann, "dem Mann und der Frau muss geholfen werden, hier ist Schutz angesagt: Wir verbieten diese 3 Raucher-Kneipen, um iihn/sie vor dieser Gefahr zu schützen". --- Hey, das sind Dekadenz-Probleme in einer Gesellschaft, der es offensichtlich bei den oberen 50% zu gut geht (ein normaler Arbeitnehmer kommt nicht auf so einen Schwachsinn).
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 09:23
Ja, das wäre ein sehr wichtiger Punkt. Leider bleibt es bei deiner reinen Behauptung inklusive genauso belegbefreitem Zerreden von Gegenargumenten.
Falsch - wir haben das Zitat mit "in JEDER Einrichtung darf JEDER Betreiber einen Nebenraum einrichten" ausführlich besprochen. Vergessen?
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 09:23
Geht es dir jetzt wieder besser?
Mir geht es generell gut - meine Sturm-und-Drang-Jahre sind rum. - Gibt es sowas heute noch? Oder steigt man da von den Windeln direkt in Karriere und Work-Life-Balance?

Wo sind die Jungen, die sich wehren? - Gut - es tut sich jetzt was mit Klima an freien Freitagen - das ist ein zwar bequemer Anfang, aber es ist ein Anfang.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 09:23
Ja, das ist deine hartnäckig unbelegte Behauptung.
Formal hast Du recht. - Man müsste jetzt gucken, ob es darüber Arbeiten gibt - und dann müsste man gucken, wer diese Arbeiten veranlasst hat - und dann müsste man die Ergebnisse angucken, die dann richtig oder falsch wären. ----- Oder man schaut selber mal hin.

Faktisch ist es egal, ob oder wie meine Behauptung belegt ist: Das, was im Kontext dieser Abstimmung bei vielen passiert ist, wirkt völlig unabhängig davon weiter, ob wir uns über Verfahrensfragen einig sind oder nicht.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 09:23
Es ist eine erstaunliche Behauptung, dass die Gegenseite (Tabakwirtschaft, Gastronomieverbände, …) nicht fähig war, die Bevölkerung in der Wahlwerbung für das “Nein” vollkommen korrekt darauf hinzuweisen, dass es hier um ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie geht.
Da haben viele geschlafen - ich damals auch. --- Da war ein Bürgerbegehren, das eh nicht bindend war - da lief politisch alles darauf hinaus, dass man Raucher und Nicht-Raucher separiert - da wurde von "Nichtraucher-Schutz" gesprochen, was eh jeder wollte - und plötzlich hat der Landtag ganz anders entschieden.

Formal kann man sagen: "Irgendwo hinter dem Satz, dass JEDER Betreiber einer JEDEN Einrichtung Freiräume habe, steht doch, dass das nicht so gemeint ist - selber schuld, wenn Du da nicht genauer hinschaust". - Aber das heilt nicht den Vertrauensbruch, der damit passiert ist.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 09:23
wäre wenigstens sicher, dass ich mir das nicht selber ausgedacht habe
Selbst das ist nicht sicher.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 09:23
“Komplex Wahrnehmen” ist natürlich gut. Nur leider ist das ein Code-Wort für closs’sche belegbefreite Zusammenreimerei.
Und Dein Bestreben geht von einer zur anderen Bemerkung zu claymorscher Orwell-Selbstentmündigung. - Das ist echt so zeittypisch. - Für alles gibt es irgendeine gesellschaftlich abgesegnete/zertifizierte Instanz, an die man Urteilsfindung weiterleitet - deren Meinung VERTRITT man dann (welch ein schönes Idiom), weil man selber keine selbst erworben hat. - Eine komplette Umdrehung dessen, was Kant mit "Aufklärung" gemeint hat. - Oder Goethe: "Erwerbe, um es zu besitzen" - heute sagt man: "Er-google, um es zu vertreten".
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 09:23
Natürlich kann jede Statistik gefälscht und verzerrt werden und es macht Mühe dem ganzen auf den Grund zu gehen. Darauf hast du, verständlicherweise, keine Lust. Aber das ist Bequemlichkeit und nicht “komplexe Wahrnehmung”.
Hahaha - das ist aber eine anderes Thema. - Klar habe ich da keine Lust, was aber nicht heißt, dass Unlust dasselbe sei wie komplexe Wahrnehmung. :lol:

Nein, mit "komplexer Wahrnehmung" meine ich, dass man sich langfristig darauf fokussiert hat, zu erwerben, um es zu besitzen, und somit in den Genuss verschiedener selbst-verstandener Sichtweisen kommt (man könnte es auch anders ausdrücken - das war mal der Spur nach). - Aber das ist heute anscheinend gar nicht mehr gefragt - es geht mehr um "Ist das, was man sagt, zertifiziert abgesichert" - damit hält man wirklich keine Kutur hoch.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 09:23
Du versuchst jeden, der mit deiner “Argumentationsweise” ein Problem hat, hochpolemisch und in selbstgefälliger Manier als naiven Wissenschaftsgläubigen, der noch die dümmste manipulierte offizielle Statistik schluckt, abzustempeln.
Nee - es gibt hier einige, vor denen ich in Anbetracht derer Kompetenz den Hut ziehe - da muss man sich trotzdem nicht in allem einig sein, aber man spürt die Substanz.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 09:23
Mir ist jedes Mittel recht – das Ergebnis muss halt nur irgendwie überprüfbar oder nachvollziehbar sein.
Denkfehler. - "Überprüfen" kann man nur physikalische Dinge oder auf logische Widersprüche (wobei hier schon wieder die jeweilige Hermeneutik entscheidend ist). - "Nachvollziehen" ist eigentlich die Aufgabe von einem selbst.

Ist Dir schon mal aufgefallen, dass man in Talkrunden oder Interviews gerne empört sagt "Das kann ich NICHT nachvollziehen" und dies als Argument gegen den Sender verwendet - statt zu fragen: "Warum kann ICH das eigentlich nicht nachvollziehen? Wäre es nicht Zeit, dafür was zu tun?". - "Nein", sagt man, "wenn ein Mensch in meiner Position etwas nicht nachvollziehen kann, wo ich doch die gesellschaftlich zertifizierten Haltungen alle kenne, liegt es am anderen". - Das ist wie bei den Job-Kandidaten, die vorher 10.000 Euro für Einstellungs-Gesprächs-Vorbereitungen zahlen und sich damit so qualifiziert fühlen, dass sie empört sind, wenn sie den Job nicht kriegen: "Das kann ich nicht nachvollziehen - wie konnte ich diese Firma so überschätzen". :lol:
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 09:23
Z. B. ist es ein sehr gutes Argument, dass mit der Statistik bzgl. der Anzahl der Sexualpartner von Männern und Frauen irgendwas nicht stimmen kann, da dort weit divergierende Durchschnittswerte für die beiden Geschlechter herauskommen. Da Homosexualität nicht so verbreitet und das Geschlechterverhältnis nicht so unausgeglichen ist, muss aus mathematischen Gründen der Durchschnittswert für Männer und Frauen ungefähr gleich sein. Dagegen ist es ein Null-Argument irgendwelche Stories aus der eigenen Clique zu erzählen.
Von der Performance her stimmt das - trotzdem kann die Clique näher an der Wahrheit sein.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 09:23
Oder wenn es z. B. um die Kriminalität von Flüchtlingen geht ist ein sehr gutes Argument, wenn jemand auf die Kölner Silvesternacht und die anschließenden Vertuschungs- und Bemäntelungsversuche des Polizeipräsidiums verweist (das ist weit entfernt von irgendwelchen offiziellen Statistiken). Irgendwelche Schwänke, dass in seinem Kaff die Flüchtlinge den Kindern Smartphones klauen, sind dagegen Null-Argumente.
GUTES Beispiel, aber ganz anders als Du wahrscheinlich denkst.

Der eigentliche mediale Skandal an dieser Sache war, dass man heute von "Köln" spricht, wenn es um sexuelle Belästigungen geht. - Weiterhin ist es ein bleibender Skandal, dass die Bevölkerung NICHT ausreichend darüber aufgeklärt wurde, dass es sich um auch vor der Flüchtlingskrise als aggressiv eingestufte Nordafrikaner handelte, die überhaupt nichts mit der Flüchtlingsflut von 2015 zu tun hatte. - Ganz besonders schlimm finde ich dabei, dass man heutzutage unter "sexuellen Missbrauch" alles von "schlüpfrigem Witz erzählen" bis "Vergewaltigen, töten und dann verscharren" subsummiert. - Natürlich unterscheidet das BKA da schon - aber medial wird das Framing so gesetzt, dass das alles als Eines gesehen wird.

Nee - "Köln" steht dafür, dass diese Sylvesternacht zu einer Zeit stattgefunden hat, wo wieder mal ein gesellschaftlicher/medialer "Durchbruch" fällig war - und genauso wie Greta Thunberg positiv für eine Idee steht, steht Köln für eine negatuve Idee. --- Dies zu durchschauen, sollte man von einem aufgeklärten und intellektuell ambitionierten Menschen erwarten - wobei wir wieder bei "komplexe Wahrnehmung" und "Erwerbe, um es zu besitzen" wären.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 09:23
Aufklärung = “Ich reim mir die Welt widdewiddewitt zusammen, wie sie mir gefällt.”
Das hat Kant damals auch gemacht. - Und da er sich durchgesetzt hat, sagen die Leute nicht "widdewiddewitt", sondern zitieren ihn, um sich leihweise seines Glanzes zu bedienen. - Mit anderen Worten: Wir haben den Begriff "postfaktisch" - es lohnt sich, SELBER darüber nachzudenken, was damit gemeint ist - man muss nicht abwarten, bis sich eine zertifizierte Meinung dazu durchgesetzt hat.

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Re: Rauchen und Alkohol

Beitrag von closs » Sa 18. Mai 2019, 14:06

sven23 hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 10:34
Du kannst uns bestimmt eine Quelle benennen, die das belegt.
Guckst Du Landtag und was dort damals beschlossen war, bis es danach gekippt wurde.
sven23 hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 10:34
Wie die Links gezeigt haben, hat sich alle Aufregung in Wohlgefallen aufgelöst.
Naiv. - Natürlich regen sich die Leute relativ schnell ab - aber es setzt sich was ab, so wie sich Plaque an den Innenwänden der Arterien absetzt - und irgendwann hat man eine Okklusion.

Ob das diese eine Raucher-Geschichte war (Vertrauensverlust/Demokratie) ODER ob es die Causa Wulff war (Vertrauensverlust Medien) oder sonstwas - es summiert sich.

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Re: Rauchen und Alkohol

Beitrag von Claymore » Sa 18. Mai 2019, 19:46

closs hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 14:04
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 09:23
Und Kaffee gibt’s dann im Rauchercafe?
In Raucherkneipen würde es sicherlich Kaffee geben - klar.
Warum nur Kneipen und nicht auch Cafes? Warum sind denn dir nun Raucherkneipen so ans Herz gewachsen?
Das müssen wir gar nicht ausdiskutieren - mir geht es darum, dass man sich bei solchen Fragen nicht hinter formalen Größen (hier Judikative) verstecken sollte - da sollte man lieber SELBER nachdenken.
Du hast doch gefragt, ob es das Strafrecht so sieht, dass es nicht auf seelische Verletzungen ankommt. Die Antwort ist: ja.
closs hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 14:04
Ohne dem widersprechen zu wollen: Es ist unter anderen Weltbildern sehr wohl plausibel, dass es ganz im Gegenteil SChaden zufügt.
Ich bin dazu agnostisch eingestellt. “plausibel” war hier vom kognitiven Standpunkt gemeint, nicht was objektive Wahrscheinlichkeiten angeht. Wenn der Würfel noch von dem Würfelbecher verdeckt ist, ist es auch plausibel, dass er eine gerade Zahl zeigt, auch wenn schon längst eine “5” gefallen ist.
Typischer Fluchtreflex Deinerseits. - Wenn die Gletscher schon alle abgeschmolzen wären und die Durchschnittstemeperatur 10°C höher ist, wird es immer noch welche geben, die wissenschaftlich streiten, ob dieser Vorgang ausreichend belegt ist. - Dieses Verstecken hinter Formen nervt.
Was hat derartiger Hyperskeptizismus damit zu tun, dass ich deine Münchhausiaden nicht einfach bereitwillig glaube?
Nein, nicht vorgelegte Belege nerven, sondern die Selbstentmündigung. - Denn wie die Leute nach der Abstimmung in unserer Gegend reagiert haben, weiß ich (nicht repräsentativ, ich weiß, und vermutlich war es eine Anekdote :lol: )
Ich denke eher, dass es frei erfunden ist. Es kostet mich auch nicht die geringste Mühe derartige Fabeln zu erdichten.

Closs, die Leute in meiner Gegend waren erleichtert, als endlich das generelle Rauchverbot in der Gastronomie kam. In persönlichen Diskussionen über den Volksentscheid habe ich keinen getroffen, der irgendwie meinte, dass es weiter Raucherkneipen geben soll. Es war doch das explizite Ziel des Volksbegehrens, dass Raucherkneipen abgeschafft werden sollen. So wurde es überall beworben und jeder wusste das, jeder der mit “Ja” stimmte wollte das so.
- und wie solche Sachen langfristig wirken, kann man plausibel darstellen. - Nein, trotzdem ist es kein "Nachweis" - aber es geschieht mit oder ohne Nachweis. - Und wir sitzen in unseren methodischen Ohrensesseln - und die Welt ist ganz weit weg. - Und wenn sie mal reinkommt, ist man empört und endet mit "Wir müssen noch mehr aufklären".
Es geht darum, herauszufinden, was denn nun geschieht. Und da werden uns deine Schwänke nicht weiterhelfen.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 09:23
Letztlich basiert es auf der Annahme, dass Passivrauch nur eine Belästigung und keine nennenswerte Gesundheitsschädigung darstellt.
Überhaupt nicht. - Es basiert auf der Annahme, dass Raucher und Nicht-Raucher getrennt werden sollten und ein Nicht-Raucher, der sich im Raucher-bereich von Rauch belästigt fühlt, nicht alle Tassen im Schrank hat.
Häh? Also geht es doch nur um Belästigung?

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Re: Rauchen und Alkohol

Beitrag von closs » Sa 18. Mai 2019, 20:11

Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 19:46
Warum nur Kneipen und nicht auch Cafes? Warum sind denn dir nun Raucherkneipen so ans Herz gewachsen?
Komische Frage. - Es geht um exklusive Stätten für Raucher, an denen man mit Getränken und kleinen Snacks bewirtet wird - wie man das gestaltet, ist vermutlich egal.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 19:46
Du hast doch gefragt, ob es das Strafrecht so sieht, dass es nicht auf seelische Verletzungen ankommt. Die Antwort ist: ja.
Ist damit dann die Frage erledigt, wie es im realen Leben zu verstehen ist/zu verstehen sein soll?
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 19:46
Wenn der Würfel noch von dem Würfelbecher verdeckt ist, ist es auch plausibel, dass er eine gerade Zahl zeigt, auch wenn schon längst eine “5” gefallen ist.
Und umgekehrt. - Aber was sagt das zur Sache selbst?
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 19:46
Was hat derartiger Hyperskeptizismus damit zu tun, dass ich deine Münchhausiaden nicht einfach bereitwillig glaube?
Alles, was ich als Geschehnisse zitiere, stimmt - aber das ist nicht entscheidend. - Entscheidend ist, was es bedeutet. - Es kann doch nicht sein, dass man erst nachdenkt, wenn eine Quelle abgesichert ist (was ja oft auch noch nichts bedeutet).
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 19:46
Ich denke eher, dass es frei erfunden ist.
Da werde ich nichts dran ändern können. - Was ICH aber weiß: Egal, wie man solche Sachen beurteilt: Sie gehen ihren Weg, egal wie man sie beurteilt. Was wieder eine geeignete Stelle wäre, um zu AFD oä überzuleiten.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 19:46
Es geht darum, herauszufinden, was denn nun geschieht.
Aber bitte nicht nur methodisch - das kann dauern und könnte genauso falsch sein.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 19:46
Und da werden uns deine Schwänke nicht weiterhelfen.
Das ist ein klassischer Glaubensentscheid - subjektiv i.O., objektiv belanglos.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 19:46
Also geht es doch nur um Belästigung?
Du hast ein Super-Talent, Dinge ins Korinthenkacker-Mäßige zu führen. - Du willst offenbar eine Diskussion über den Unterschied zwischen "Belästigung" und "gesundheitlicher Schädigung" - komplett irrelevant in unserem Kontext. - Denn wer nicht von Rauch belästigt wird, wird auch nicht geschädigt.

Jetzt hat Du wahrscheinlich vergessen, worum es eigentlich geht, gell? - Mach Dir nix draus: Das ist "in".

Claymore
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Re: Rauchen und Alkohol

Beitrag von Claymore » Sa 18. Mai 2019, 20:14

closs hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 14:05
Der Denkfehler besteht darin, dass jemand normal im Kopf ist, der sich als Nicht-Raucher erlaubt, von 20 Gaststätten genau die drei auszusuchen, in denen geraucht wird. - "Nein", heißt es dann, "dem Mann und der Frau muss geholfen werden, hier ist Schutz angesagt: Wir verbieten diese 3 Raucher-Kneipen, um iihn/sie vor dieser Gefahr zu schützen". --- Hey, das sind Dekadenz-Probleme in einer Gesellschaft, der es offensichtlich bei den oberen 50% zu gut geht (ein normaler Arbeitnehmer kommt nicht auf so einen Schwachsinn).
Ein Arbeitsschutzgesetz wonach nur 80% der Betriebe die Arbeitsschutzvorschriften umsetzen müssen, würde man auch nicht akzeptieren. Warum ist es denn nun beim Passivrauch anders?
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 09:23
Ja, das wäre ein sehr wichtiger Punkt. Leider bleibt es bei deiner reinen Behauptung inklusive genauso belegbefreitem Zerreden von Gegenargumenten.
Falsch - wir haben das Zitat mit "in JEDER Einrichtung darf JEDER Betreiber einen Nebenraum einrichten" ausführlich besprochen. Vergessen?
Du willst also deine eigene Unfähigkeit Texte zu lesen und zu verstehen als Argument in die Waagschale werfen? Nach dem Motto: “Ich, der hochintelligente, komplexe Denker closs, bin nicht in der Lage, den Gesetzesentwurf zu kapieren, also versuchen die uns zu manipulieren!”

Au weia. Das ist sogar für dein Niveau erschreckend.

Am Rande sei noch erwähnt, dass Gesetze generell zwar meist sehr präzise formuliert aber durch ihre Neigung zu vielen Querverweisen nichts für konfuse Leute wie dich sind. Wenn du bei diesem Gesetzesentwurf ernsthaft Manipulation witterst, dann ist nach dem Standard der gesamte Gesetzeskorpus Deutschlands eine große Manipulation.
Mir geht es generell gut - meine Sturm-und-Drang-Jahre sind rum. - Gibt es sowas heute noch? Oder steigt man da von den Windeln direkt in Karriere und Work-Life-Balance?

Wo sind die Jungen, die sich wehren? - Gut - es tut sich jetzt was mit Klima an freien Freitagen - das ist ein zwar bequemer Anfang, aber es ist ein Anfang.
Vergesslich, begriffsstutzig, im Denken unflexibel und an der Jugend herumnörgelnd … was für Klischees erfüllst du nochmal zu 100%?
Formal hast Du recht. - Man müsste jetzt gucken, ob es darüber Arbeiten gibt - und dann müsste man gucken, wer diese Arbeiten veranlasst hat - und dann müsste man die Ergebnisse angucken, die dann richtig oder falsch wären. ----- Oder man schaut selber mal hin.

Faktisch ist es egal, ob oder wie meine Behauptung belegt ist:
Ja, das glaube ich.
Das, was im Kontext dieser Abstimmung bei vielen passiert ist, wirkt völlig unabhängig davon weiter, ob wir uns über Verfahrensfragen einig sind oder nicht.
Es geht darum, dass ich hier keine Lust auf deine Räuberpistolen habe. Das ist keine komplexe Verfahrensfrage.
Da haben viele geschlafen - ich damals auch. --- Da war ein Bürgerbegehren, das eh nicht bindend war
Nein, ein Volksbegehren. Und das ist rechtlich bindend. Dazu gibt es sogar ein Schaubild.
- da lief politisch alles darauf hinaus, dass man Raucher und Nicht-Raucher separiert - da wurde von "Nichtraucher-Schutz" gesprochen, was eh jeder wollte - und plötzlich hat der Landtag ganz anders entschieden.
Der zum Volksentscheid vorgelegte Gesetzesentwurf beinhaltete eindeutig ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie.
Formal kann man sagen: "Irgendwo hinter dem Satz, dass JEDER Betreiber einer JEDEN Einrichtung Freiräume habe, steht doch, dass das nicht so gemeint ist - selber schuld, wenn Du da nicht genauer hinschaust". - Aber das heilt nicht den Vertrauensbruch, der damit passiert ist.
Du kapierst einen eindeutig formulierten Gesetzesentwurf nicht. Das hat nichts mit Vertrauensbruch zu tun aber alles damit, dass du deinen eigenen Unverstand noch als Argument umgedeutet haben willst.
Selbst das ist nicht sicher.
Ich habe doch auf den Artikel verlinkt, aus dem das Zitat entnommen ist.
Und Dein Bestreben geht von einer zur anderen Bemerkung zu claymorscher Orwell-Selbstentmündigung. - Das ist echt so zeittypisch. - Für alles gibt es irgendeine gesellschaftlich abgesegnete/zertifizierte Instanz, an die man Urteilsfindung weiterleitet
An welche “abgesegnete/zertifizierte Instanzen” habe ich denn meine Urteilsfindung weitergeleitet?
- deren Meinung VERTRITT man dann (welch ein schönes Idiom), weil man selber keine selbst erworben hat. - Eine komplette Umdrehung dessen, was Kant mit "Aufklärung" gemeint hat. - Oder Goethe: "Erwerbe, um es zu besitzen" - heute sagt man: "Er-google, um es zu vertreten".
Wenn dein Denken – also singulärer Unverstand – tatsächlich das Ergebnis des aufklärerischen Ideals ist, dann sollte man doch diese Zeit lieber schleunigst vergessen und den letzten stabilen Systemwiederherstellungspunkt wieder einspielen.
Hahaha - das ist aber eine anderes Thema. - Klar habe ich da keine Lust, was aber nicht heißt, dass Unlust dasselbe sei wie komplexe Wahrnehmung. :lol:

Nein, mit "komplexer Wahrnehmung" meine ich, dass man sich langfristig darauf fokussiert hat, zu erwerben, um es zu besitzen, und somit in den Genuss verschiedener selbst-verstandener Sichtweisen kommt (man könnte es auch anders ausdrücken - das war mal der Spur nach). - Aber das ist heute anscheinend gar nicht mehr gefragt - es geht mehr um "Ist das, was man sagt, zertifiziert abgesichert" - damit hält man wirklich keine Kutur hoch.
Du fühlst dich nicht wohl im 21. Jahrhundert. Erzähl was neues.
Nee - es gibt hier einige, vor denen ich in Anbetracht derer Kompetenz den Hut ziehe - da muss man sich trotzdem nicht in allem einig sein, aber man spürt die Substanz.
Wer denn?
Denkfehler. - "Überprüfen" kann man nur physikalische Dinge oder auf logische Widersprüche (wobei hier schon wieder die jeweilige Hermeneutik entscheidend ist).
Du meinst also, dass man Behauptungen nicht überprüfen kann? Ist das auch Aufklärung?
- "Nachvollziehen" ist eigentlich die Aufgabe von einem selbst. Ist Dir schon mal aufgefallen, dass man in Talkrunden oder Interviews gerne empört sagt "Das kann ich NICHT nachvollziehen" und dies als Argument gegen den Sender verwendet - statt zu fragen: "Warum kann ICH das eigentlich nicht nachvollziehen? Wäre es nicht Zeit, dafür was zu tun?". - "Nein", sagt man, "wenn ein Mensch in meiner Position etwas nicht nachvollziehen kann, wo ich doch die gesellschaftlich zertifizierten Haltungen alle kenne, liegt es am anderen".
Dafür, dass du den Gesetzesentwurf des Volksbegehrens nicht kapiert hast, machst du doch auch andere verantwortlich.
- Das ist wie bei den Job-Kandidaten, die vorher 10.000 Euro für Einstellungs-Gesprächs-Vorbereitungen zahlen und sich damit so qualifiziert fühlen, dass sie empört sind, wenn sie den Job nicht kriegen: "Das kann ich nicht nachvollziehen - wie konnte ich diese Firma so überschätzen". :lol:
“Nachvollziehbar” ist doppeldeutig und das nutzt du selbstverständlich sophistisch aus. Das sind so die Reflexe bei dir, die trotz allen Null-Kapierens sehr robust funktionieren.

Die Überschrift “Abgegriffene Browserdaten: Intime Details von Spitzenpolitikern nachvollziehbar” heißt nicht, dass wir uns alle emotional in diese intimen Details einfühlen können. Sondern, dass anhand von Informationen gewisse Sachverhalte für uns transparent werden. Und genau so war es natürlich hier gemeint. Es ist also eine noch schwächere Anforderung als “überprüfbar” – aber nicht einmal diese Hürde schaffst du mit deinen Ausführungen hier zu nehmen.

Claymore
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Re: Rauchen und Alkohol

Beitrag von Claymore » Sa 18. Mai 2019, 20:41

closs hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 20:11
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 19:46
Was hat derartiger Hyperskeptizismus damit zu tun, dass ich deine Münchhausiaden nicht einfach bereitwillig glaube?
Alles, was ich als Geschehnisse zitiere, stimmt - aber das ist nicht entscheidend. - Entscheidend ist, was es bedeutet. - Es kann doch nicht sein, dass man erst nachdenkt, wenn eine Quelle abgesichert ist (was ja oft auch noch nichts bedeutet).
Da in der Süddeutschen Zeitung vor dem Referendum klipp und klar, eindeutig und unüberlesbar stand, dass es um ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie geht, ist es mir unmöglich deine Märchen vom kollektiven Medienversagen zu glauben.

Deine Legende, dass der Landtag ein in einem wesentlichen Punkt anderes Gesetz als zur Abstimmung im Referendum stand, verabschiedete, ist ja mittlerweile auch als frei erfunden enttarnt.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 19:46
Es geht darum, herauszufinden, was denn nun geschieht.
Aber bitte nicht nur methodisch - das kann dauern und könnte genauso falsch sein.
Lass doch mal den Unsinn hier. Es geht um deine Räuberpistolen.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 19:46
Also geht es doch nur um Belästigung?
Du hast ein Super-Talent, Dinge ins Korinthenkacker-Mäßige zu führen. - Du willst offenbar eine Diskussion über den Unterschied zwischen "Belästigung" und "gesundheitlicher Schädigung" - komplett irrelevant in unserem Kontext. - Denn wer nicht von Rauch belästigt wird, wird auch nicht geschädigt.
Das ist ein zentraler Unterschied. Belästigt kann man sich von vielen Dingen fühlen, u. a. schlechter Musik.

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Re: Rauchen und Alkohol

Beitrag von closs » Sa 18. Mai 2019, 21:18

Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 20:14
Ein Arbeitsschutzgesetz wonach nur 80% der Betriebe die Arbeitsschutzvorschriften umsetzen müssen, würde man auch nicht akzeptieren. Warum ist es denn nun beim Passivrauch anders?
Dein gesunder Menschenverstand müsste Dir sagen, dass die Verfasser der Arbeitsschutzvorschriften bestimmt nicht an einen solchen Sonderfall gedacht haben - "Menschenverstand" wäre: "Wir machen hier eine reine Raucher-Kneipe auf - wir suchen eine weibliche Service-Kraft, die selber raucht". - Aber dann ist das heute diskriminierend,
1) weil man damit nicht-rauchende Servicekräfte, die AUCH dort arbeiten wollen, aber nur dann, wenn dort nicht geraucht wird, ausschließt, und
2) weil man damit männliche und diverse Kräfte nicht einlädt.
Mannomann - und damit wollen wir die nächsten 50 Jahre überleben?
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 20:14
Du willst also deine eigene Unfähigkeit Texte zu lesen und zu verstehen als Argument in die Waagschale werfen?
Nein - ich will, wie bereits besprochen, darauf hinweisen, dass der Satz, "JEDER könne in JEDER Einrichtung Raucher-Fazilitäten einrichten" (ist nicht wörtlich, aber fast), für die allermeisten Leser (auch für mich) gereicht hat, um informiert zu sein. - Dass dann irgendwann später steht, dass damit NICHT gemeint ist, dass "JEDER in JEDER Einrichtung Raucher-Fazilitäten einrichten könne", ist doch gerade der demokratische Vertrauensbruch. - Das kann man bei einem Rundschreiben für Juristen machen, aber doch nicht mit Menschen, die tagein, tagaus arbeiten und mit solchen Fallstricken nichts zu tun haben.

Das hast Du komplett vergessen? Oder ignoriert?
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 20:14
Am Rande sei noch erwähnt, dass Gesetze generell zwar meist sehr präzise formuliert aber durch ihre Neigung zu vielen Querverweisen nichts für konfuse Leute wie dich sind.
Wenn ich im Dienst bin, sehr wohl - aber hier reden wir von Menschen, denen man sagen muss, was Sache ist - und das WURDE ja auch gesagt ("Nichtraucherschutz - und für Euch Raucher finden wir was"). - Die Leute glauben das dann - wenn es schief geht wie hier, glauben sie danach NICHTS mehr.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 20:14
Vergesslich, begriffsstutzig, im Denken unflexibel und an der Jugend herumnörgelnd
Das ist keine Antwort auf meine Frage.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 20:14
Es geht darum, dass ich hier keine Lust auf deine Räuberpistolen habe.
Und so findet jeder seinen Weg in den Ohrensessel. - MEINE MEssage ist: Die Realität da draußen kümmert sich darum nicht.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 20:14
Nein, ein Volksbegehren. Und das ist rechtlich bindend.
Haben die Leute auch nicht bewusstseins-mäßig gecheckt. - Man hat auf den Landtag geguckt, der diskutiert hat, WIE Nicht-Rauchern und Rauchern gleichermaßen gerecht wird - da haben Wirtsleute sogar eigens schon umgebaut, um Nebenräume zu schaffen. - Dass es dann auf eine Total-Lösung hinausläuft, war den Menschen echt bewusst.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 20:14
Der zum Volksentscheid vorgelegte Gesetzesentwurf beinhaltete eindeutig ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie.
NACHDEM dort stand, dass "JEDER in JEDER Einrichtung Raucher-Fazilitäten einrichten könne". ---- Juristisch hast Du natürlich recht - aber so denken die Leute nicht - sie denken mehrheitlich immer noch offen und ehrlich ("geradehinaus") und fallen deshalb auf sowas rein.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 20:14
Du kapierst einen eindeutig formulierten Gesetzesentwurf nicht.
Es geht nicht um mich - ich habe schon ganz andere Verträge gemacht. - Ich selber habe in diesem Fall in der Tat diesen alles entscheidenden Nachsatz ebenfalls nicht gelesen (war ja vorher alles geklärt - meinte man) - aber das war deshalb, weil mich die Sache selber nicht interessiert hat. - Aber wir sprechen hier vom "Volk"!!!! - Das Volk ist NICHT gewohnt, Sätze wie: "Claymore ist ein Mann" - Nebenverweis: "Außer Montag bis Freitag, mit Ausnahme von gesetzlichen Feiertage, außer katholischen, die regional gefeiert werden" zu verstehen. - Das ist etwas für Leute, die mit sowas zu tun haben, aber nichts für ehrliche Leute, die weder in ARbeit, Familie oder Freizeit mit sowas zu tun haben.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 20:14
Ich habe doch auf den Artikel verlinkt, aus dem das Zitat entnommen ist.
Na und? - Meinst Du, etwas sei wahrer, weil es irgendjemand gedruckt hat? - Würdest Du Dich vor meinen Aussagen ehrfürchtig im Staub wälzen, wenn sie schriftlich erscheinen und am Ende (wenn meine Lobby-Arbeit gut ist) auch nochj positiv rezensiert werden?
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 20:14
An welche “abgesegnete/zertifizierte Instanzen” habe ich denn meine Urteilsfindung weitergeleitet?
An das gedruckte Wort: "Ich kann nachweisen, dass es irgendwo steht und gesellschaftlich anerkannt ist".
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 20:14
Wenn dein Denken – also singulärer Unverstand – tatsächlich das Ergebnis des aufklärerischen Ideals ist, dann sollte man doch diese Zeit lieber schleunigst vergessen und den letzten stabilen Systemwiederherstellungspunkt wieder einspielen.
Wenn mein Denken "singulärer Unverstand" IST, hast Du recht. :lol: - Aber auch hier zeigst Du, wie man es heute macht: Anderes Denken diskreditieren (erspart einem das Nachdenken) und allenfalls warten, bis es sich dann doch durchsetzt - wenn nicht, hat man Glückgehabt.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 20:14
Du fühlst dich nicht wohl im 21. Jahrhundert.
Auch diese Frage wurde beantwortet - und zwar ganz anders. - Hast Du wohl vergessen.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 20:14
Wer denn?
Da werde ich ganz sicher KEINE Namen nennen. - Spontan fallen mir einige ein, die intellektuell sehr belastbar sind UND spirituell zu denken in der Lage sind - das findet man nicht so oft. Übrigens: Da gibt es untereinander sehr wohl unterschiedliche Meinungen. --- Dann gibt es welche, die etwas haben, was man "geistigen Instinkt" nennen mag: Leute, die nicht gewohnt sind, Erkanntes rhetorisch zu beherrschen, es aber sofort wieder erkennen, wenn es ein anderer sprachlich auf den Punkt bringt - das findet man auch nicht so oft.

Das sind Leute, die auf ihre unterschiedliche Art in eine ganz anderen Liga spielen als der heutige Mainstream, der sich natürlich selber die höchste Liga zuspricht. :lol:
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 20:14
Du meinst also, dass man Behauptungen nicht überprüfen kann? Ist das auch Aufklärung?
Oh - hat auch Dich der Virus erfasst, Aussagen zu entstellen? - Nein, es ist nicht Aufklärung, etwas nicht überprüfen zu können (welch einm Blödsinn), aber sehr wohl zu erkennen, dass Wahres intersubjektiv unüberprüfbar sein KANN.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 20:14
Dafür, dass du den Gesetzesentwurf des Volksbegehrens nicht kapiert hast, machst du doch auch andere verantwortlich.
Du bist gerade im falschen Film - und das mit dem Gesetzesentwurf wurde Dir inzwischen erklärt.
Claymore hat geschrieben:
Sa 18. Mai 2019, 20:14
Die Überschrift “Abgegriffene Browserdaten: Intime Details von Spitzenpolitikern nachvollziehbar” heißt nicht, dass wir uns alle emotional in diese intimen Details einfühlen können.
Richtig. - Du hast jetzt schnell doe Pfosten versetzt, um Dich sachlich bedeckt halten zu können. - Rhetorisch bzw. gesprächs-taktisch erscheinst Du durchaus geschult. - That ist the name of the game - aber ich muss es als Privatier halt nicht mehr, womit ich möglicherweise gelegentlich übertreibe. - Wie es mir überhaupt so vorkommt, als würden wir hier ein Rollenspiel betreiben.

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